Titel: Englands Kohlenreichthum.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 3 (S. 167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi07_3

Englands Kohlenreichthum.

Vor etwas über 35 Jahren wurde in England eine parlamentarische Commission unter Vorsitz des Herzogs von Argyll eingesetzt, um zu untersuchen, wie lange die englischen Bergwerke ungefähr den nothwendigen Kohlenbedarf liefern könnten. Sie kam zu der Ueberzeugung, dass der Bedarf für 1000 Jahre gedeckt sei. Inzwischen sind neuerdings Kohlenfelder in Ost-Kent, im Thale der Themse, entdeckt worden, welche sich unter der See nach Frankreich hinziehen. Dieser Zugang wird aber wesentlich durch die Zunahme des Verbrauches ausgeglichen, denn letzterer ist von 80 Millionen Tonnen in 1860 bereits auf über 200 Millionen gegenwärtig gestiegen und nimmt sicher noch weiter zu. Dann haben sich manche Gruben nicht so reich, als früher angenommen war, gezeigt und das Endergebniss ist, dass der Kohlenvorrath jetzt nur noch für 400 Jahre ausreichend angenommen wird. Dies Ergebniss ist wenig erfreulich, denn die Abnahme der Kohle bedeutet auch die Abnahme der ganzen darauf gestützten Fabrikationsthätigkeit. Eduard Hull, der diese Berechnungen aufstellte, nimmt dabei an, dass die Kohle bis auf 4000 Fuss Tiefe gefördert werde und stützt sich hierfür darauf, dass thatsächlich einzelne Gruben bereits aus solcher Tiefe fördern. Da indessen mit jedem Fuss Tiefe die Unkosten und die Wassergefahren steigen, wird es doch im Allgemeinen nicht zulässig sein, eine solche Tiefe als Durchschnitt anzunehmen. (Der Gastechniker.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: