Titel: Explosionen durch Anstrichfarben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 5 (S. 167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi07_5

Explosionen durch Anstrichfarben.

Mit Petroleumäther versetzte Anstrichfarben haben nach einem Berichte des Engineering neuerdings in England wiederholt Explosionen veranlasst. Insbesondere bietet die Ansammlung der Dämpfe dieses sehr flüchtigen, ein schnelleres Trocknen des Anstriches bezweckenden Zusatzes im Innenraum von Schiffen einen häufigen Anlass zu derartigen Unglücksfällen. So verlor ein Mann, der die Wasserballastbehälter des Cunard-Dampfers Servia mit einer solchen Farbe streichen sollte, das Leben durch die Entzündung der Dämpfe. Auf dem Dampfer Scotia wurde ein Blechbehälter mit Farbe während eines Sturmes leck, so dass der Inhalt auslief. Als ein Matrose den Kaum mit einer Laterne betrat, erfolgte eine so heftige Explosion, dass die Bugwände hinausgesprengt wurden und das Schiff beinahe gesunken wäre. Die Untersuchung der Farbe ergab einen Gehalt an Petroleumäther von einem Viertel des Gewichtes. Aehnliche Unfälle sind übrigens schon in früheren Jahren, und zwar sogar auf Kriegsschiffen vorgekommen, so z.B. auf dem „Doterel“, mit dem furchtbaren Erfolge, dass 151 Menschen getödtet wurden. Hiernach ist bei Anwendung derartiger schnelltrocknenden Farben die grösste Vorsicht geboten. In geschlossenen Räumen sollte man lieber ganz davon Abstand nehmen. (Centralblatt der Bauverwaltung.)

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