Titel: Mauern bei Frost.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 2 (S. 264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi11_2

Mauern bei Frost.

Nach der Badischen Gewerbezeitung haben in Wien angestellte vergleichende Versuche über Mauern bei Frost ergeben, dass nur aus Portlandcement bereitete Mörtel von dem Frost nicht berührt wurden. Neuerdings geht eine Mittheilung durch die technischen Blätter, nach welcher die Verwendung von gewöhnlichem Kalkmörtel bis einige Grade unter Null unbedenklich sein soll, wenn gebrannter Kalk direct im Mörtelkasten gelöscht und heiss mit dem Sande vermischt verarbeitet wird; sogar der Zusatz einiger Stücke gelöschten Kalks bei der Durcharbeitung des Mörtels mit Wasser soll schon eine genügende Temperaturerhöhung bewirken. Erwärmung des Wassers, wo solches angängig, kann die Temperaturerhöhung des ganzen Mörtels nur steigern. In Norwegen soll die Verwendung ungelöschten Kalks zur Mörtelbereitung auf der Baustelle während des Winters seit einer Reihe von Jahren gebräuchlich sein. Bei uns pflegt man die Maurerarbeiten einzustellen, wenn die Tagestemperatur unter 2 bis 3° Kälte sinkt; in Norwegen soll man noch bei viel tieferen Temperaturen fortarbeiten. Für die Nacht, wo die Temperatur in der Regel um mehrere Grad herabsinkt, empfiehlt sich eine Ueberdeckung des frischen Mauerwerks mit Dachpappe, Stroh u.s.w. Bei Bodenarbeiten u.s.w. erweist sich eine etwas strengere Kälte weniger bedenklich, wenn man den Sand zu beiden Seiten des frischen Mauerwerks anhäuft.

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