Titel: Das Kobaltvorkommen im Westerwalde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 3 (S. 286–287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi12_3

Das Kobaltvorkommen im Westerwalde.

Die berg- und hüttenmännische Wochenschrift Glück auf bringt in Nr. 40 einen Artikel, nach welchem das Kobaltvorkommen im Westerwalde ein sehr reiches ist.

Das Vorkommen von Kobalterzen beschränkte sich bisher auf Skandinavien, Sachsen und Neucaledonien, und die Weltproduction ist gering. Um so erfreulicher ist das neu entdeckte massenhafte Vorkommen im Westerwalde, welches sich als ein ausgedehntes Lager von Kobaltmanganerz (schwarzer Erdkobalt) erwiesen hat. Im J. 1887 wurde der reiche Kobaltgehalt der beim Dorfe Roth, Bergrevier Dillenburg, vorkommenden Manganerze bekannt. Im Erdkobalt sind 25 bis 30 Proc. Mangan, 4 Proc. Kobalt und 1 Proc. Nickel enthalten, während in festeren Stücken bis 20 Proc. Kobaltoxydul enthalten sind. Der Durchschnittsgehalt kann zu 4 Proc. Kobaltmetall angenommen werden. Die Mächtigkeit ist 9 bis 18 m.

Der Ursprung ist ein vulkanischer und hängt mit den Basalteruptionen dortiger Gegend zusammen. Beweis dafür ist der Umstand, dass man unter dem eigentlichen Lager 10 bis 12 Gänge von 10 bis 30 cm Mächtigkeit fand, welche |287| mit einer, dem Mangan-Kobaltlager entsprechenden Masse ausgefüllt waren, also diejenigen Spalten vorstellen, aus denen die Erzmassen hervorgebrochen sind. Der Werth des Erzes richtet sich nach dem Gehalte an Kobalterzen mit 3 Proc. Kobalt, die für 100 k mit etwa 15 M. zu bewerthen sind.

Die Grubenfelder sind Eigenthum einer deutsch-belgischen Gesellschaft, der Westerwald-Kobaltwerke, und umfassen eine zusammenhängende Fläche von 10 776 346 qm, welche ungefähr 7 km westlich von der Deutz Giessener Bahn liegt, mit welcher sie eine gute Chaussee verbindet.

Man hofft, dass der bisher geringe Bedarf an Kobalt erheblich steigen wird, weil dieses Metall härter ist als Eisen und Nickel, in feuchter Luft wenig oxydirt und sich in reinem Zustande leicht walzen, schmieden und schweissen lässt. Neuerdings benutzt man Kobalt zum Ueberziehen von Metallen auf galvanischem Wege (z.B. Clichés), ferner zum Plattiren von Eisen und Stahl, auch findet es seiner Härte und Widerstandsfähigkeit wegen zur Herstellung von Schneidewerkzeugen Anwendung. (Durch Berg- und hüttenmännische Zeitung.)

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