Titel: Versuche über die Einwirkung von Kälte auf die Biegbarkeit von Schmiedeeisen,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 307/Miszelle 2 (S. 72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj307/mi307mi03_2

Versuche über die Einwirkung von Kälte auf die Biegbarkeit von Schmiedeeisen,

Siemens-Martin-Stahl, Thomas-Stahl, Feder- und Gusstahl sind an der Versuchsanstalt der technischen Hochschule in Berlin durch Prof. Rudeloff angestellt worden. Das Patentbureau Carl Fr. Reichelt theilt darüber mit: Die Versuchsstücke wurden an den Kanten abgerundet und die Versuche unter einer Presse vorgenommen. Abkühlungen bis – 20° übten nur geringen Einfluss auf die Biegbarkeit der verschiedenen Versuchsstücke aus. Nur bei Federstahl und Schmiedeeisen fand sich, dass der Biegungswinkel von 91° auf 84° bei ersterem und von 150° auf 139° bei letzterem verringert worden war; die anderen Materialien konnten, gerade wie bei gewöhnlicher Temperatur, so zusammengebogen werden, dass ein Schenkel auf den anderen zu liegen kam. In einigen Fällen wurde sogar eine höhere Biegbarkeit als bei gewöhnlicher Temperatur gefunden. Die Versuchsstücke zeigten bei nachträglicher Untersuchung an der Biegungsstelle keinerlei Veränderung in der Structur, die sich auf die Abkühlung bis zu – 20° hatte zurückführen lassen. – Selbst die Abkühlung bis auf – 80° hatte wenig Einfluss auf die Biegbarkeit von weichem Eisen und gewalztem Puddeleisen; die Biegbarkeit der anderen Materialien dagegen verringerte sich etwas. Besonders stark war die Wirkung bei Guss- und Federstahl.

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