Titel: Neue Hartlothe für Messing.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 307/Miszelle 1 (S. 94)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj307/mi307mi04_1

Neue Hartlothe für Messing.

Die im J. 1894 in der Zeitschrift für Instrumentenkunde, Bd. 14 S. 225, durch die physikalisch-technische Reichsanstalt erfolgte Publication über die Hartlothe für Messing erregte in den betheiligten Kreisen grosses Interesse, wie die Erkundigungen nach Bezugsquellen, die mir, als Verfasser jener Mittheilungen, auf privatem Wege sehr zahlreich zugegangen waren, lebhaft bewiesen. – Leider konnte ich damals diese Fragen nicht beantworten, da die auf Grund der erwähnten Untersuchungen von der Reichsanstalt empfohlenen Hartlothe bisher nur zu eigenem Gebrauch in deren Versuchswerkstatt hergestellt wurden und ein Metallwerk, welches sich mit der Fabrikation und dem Vertrieb der neuen Lothe beschäftigte, nicht bekannt geworden war, angeblich, weil einerseits die Ausführung des von der Reichsanstalt angegebenen Herstellungsverfahrens für den Grossbetrieb sich nicht eigne, während andererseits das in den Lothen enthaltene Silber den Verkauf erschweren sollte.

Beides hat sich indessen erfreulicher Weise als nicht zutreffend erwiesen, da in neuerer Zeit die Ulmer Messingwerke, Wieland und Co. in Ulm a. d. D., durch Max Cochius in Berlin S, Ritterstr. 113, welchem der Alleinverkauf der Erzeugnisse des genannten Werkes übertragen ist, genau nach Angabe der physikalisch-technischen Reichsanstalt hergestellte Lothe unter der Bezeichnung „Silberschlaglothe I, II und III“ in den Handel bringen.

In der Praxis hat es sich als wünschenswerth gezeigt, die Schmelzpunkte der drei empfohlenen Lothe etwas mehr aus einander zu rücken, was durch Aenderung des Kupfergehaltes um 2 Proc. bei den Lothen I und III erreicht worden ist, ohne dabei die guten Eigenschaften derselben irgendwie zu beeinträchtigen. Die neue Zusammensetzung ist daher jetzt folgende:

(In Gewichtstheilen) Kupfer Zink Silber
I. Gutflüssig 50 46 4
II. Leichtflüssig 43 48 9
III. Schnellflüssig 36 52 12

Es wird nochmals hervorgehoben, dass das Loth Nr. II das für mechanische Werkstätten und ähnliche Betriebe empfehlenswerthere ist, das Loth Nr. I soll nur für erste, Nr. III für dritte Löthungen dienen. Der durch die Fabrikationsweise und den geringen Silbergehalt bedingte etwas höhere Preis anderen Lothen gegenüber fällt nicht ins Gewicht, da er durch die stets sichere Arbeit und die Ersparniss an Zeit und Feuerungsmaterial mehr als aufgewogen wird.

R. Schwirkus in Charlottenburg.

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