Titel: Beleuchtung von Fahrrädern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 307/Miszelle 7 (S. 216)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj307/mi307mi09_7

Beleuchtung von Fahrrädern.

Die Accumulatorenwerke Zinnemann und Co. in Berlin W., Friedrichstrasse 59/60, liefern einen Accumulator mit Trockenfüllung für die Beleuchtung von Fahrradlaternen, der nach dem Urtheile von Fachleuten allen Anforderungen hinsichtlich Leichtigkeit und Leistung entspricht. Diese Fahrradlaterne kann den grössten Schwankungen ausgesetzt sein, ohne dass ihre Leistung Beeinträchtigung erfährt. Die Verbesserung, welche die Lösung dieser Aufgabe ermöglichte, beruht auf Folgendem: Die meisten Accumulatoren werden mit flüssiger Füllung versehen, was die Anwendung derselben für Fahrradbeleuchtung unmöglich machte. Zellen mit Trockenfüllung haben bisher nur geringe Verbreitung gefunden, weil das trockene Elektrolyt die Capacität zu sehr herabminderte, so dass nach einer Anzahl von Ladungen die Lampe versagte. Die Zinnemann'sche Trockenfüllung ersetzt die nasse Füllung vollständig und genügt für mehrere hundert Ladungen.

Diese neue Radfahrlaterne besteht aus zwei Zellen in luftdicht verschlossenen Hartgummikästen, die 1,1 k wiegen und die

1 Lampe von ½ Ampère 9 Stunden
1 0,8 6

speisen. Der Accumulator kann entweder an der Lenkstange oder unter dem Sattel angeschnallt werden.

Das Laden geschieht in der üblichen Weise, indem man 8 bis 9 Stunden mit 0,5 Ampère Strom ladet, was am besten durch Vorschalten einer Lampe von 12 bis 20 Normalkerzen, je nach der Betriebsspannung, geschieht. Vor der Ladung empfiehlt es sich, einige Tropfen Säure 18° Bé. oder destillirtes Wasser einzuträufeln, da während des Ladeprocesses letzteres verdunstet. Das Elektrolyt geht während des Ladens in einen flüssigen Zustand über, erstarrt jedoch nach beendeter Ladung. Sollte dann die zugegossene Flüssigkeit nicht ganz eingezogen sein, so braucht man den Rest nur auszuschütten. Die volle Capacität wird nach 2- bis 3maliger Ladung erreicht.

Mit grösserer Spannung bezieh. grösserer Anzahl der Zellen lässt sich die Stärke der Kerzen erhöhen.

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