Titel: Akustische Erscheinungen am Davy'schen Lichtbogen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 307/Miszelle 4 (S. 300)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj307/mi307mi13_4

Akustische Erscheinungen am Davy'schen Lichtbogen.

Legt man nach H. Simon (Wied. Ann., 1898 Bd. 64 S. 233) den Stromzuführungsdrähten einer elektrischen Gleichstrombogenlampe parallel eine zweite, von schwachen intermittirenden Strömen durchflossene Leitung, so tönt der Lichtbogen mit einem intensiven knatternden Geräusch. Die Erscheinung bleibt unverändert, wenn an Stelle einer Bogenlampe ein Lichtbogen zwischen feststehenden Kohlenspitzen in den Stromkreis eingeschaltet wird und spielt sich deshalb die Erscheinung im Lichtbogen selbst ab. Schaltet man in den Stromkreis des Lichtbogens eine Drahtspule ein und umgibt diese mit einer zweiten Spule, welche mit einem Mikrophon und einer galvanischen Batterie in Verbindung steht, so hört man am Flammenbogen deutlich alle Töne und Laute, welche am Mikrophon erzeugt werden. Selbst in das Mikrophon hineingesprochene Worte wurden vom Flammenbogen verständlich wiedergegeben mit jeder feinsten Schattirung der Klangfarbe.

In dem Flammenbogen treten demnach bei den kleinsten Schwankungen seiner Stromstärke Veränderungen auf, die entsprechende Dichteschwankungen der umgebenden Luft zur Folge haben und als Klänge wahrgenommen werden. Diese Veränderungen bestehen in periodischen Schwankungen der Temperatur des Flammenbogens, die den Stromschwankungen parallel gehen und entsprechende Dichteschwankungen der umgebenden Luft bewirken.

Vergrössert man die Länge des Lichtbogens, so werden die durch dieselben Stromstösse erzeugten Töne wesentlich lauter und deutlicher, weil mit wachsender Länge des Flammenbogens der Leitungswiderstand des Bogens grösser und jetzt ein grösserer Bruchtheil der Stromarbeit auf die Erwärmung des Flammenbogens entfällt.

Ferner können Druckschwankungen, wie sie in Schallwellen enthalten sind, Stromschwankungen hervorrufen. Der Flammenbogen kann nicht nur Stromschwankungen in Töne, sondern auch Töne in Stromschwankungen umwandeln, die inducirend auf einen zweiten durch ein Telephon geschlossenen Stromkreis einwirken und dort wieder als Töne wahrgenommen werden. Durch einen Trichter werden die Schallwellen auf den Flammenbogen concentrirt. Spricht, singt, pfeift man in denselben, so gibt das Telephon alles deutlich und der Klangfarbe entsprechend wieder.

Rr.

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