Titel: Warnung vor Anticorrosivum.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 308/Miszelle 1 (S. 72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj308/mi308mi03_1

Warnung vor Anticorrosivum.

Die Monatsschrift für Gesundheitspflege warnt vor dem Gebrauch des als eisenconservirendes Mittel für den inneren Anstrich von Dampfkesseln vielfach angepriesenen, von der Firma Frischauer und Cie. in Wien unter dem obigen Namen in den Handel gebrachten Mittels, da dasselbe schwere Betäubungen zur Folge habe. Nur der Umstand, dass zufällig einige Gummiballons mit Sauerstoff zur Stelle waren, hat die Rettung ermöglicht. Nach dem Durchblasen des Sauerstoffes haben sich die Betäubten allmählich erholt, doch sind dieselben zum Theil längere Zeit in ärztlicher Behandlung geblieben.

Vergeblich wurden Versuche gemacht, die im Kessel zurückgebliebenen Werkzeuge u.s.w. herauszuholen, doch der starke, betäubende Geruch machte selbst ein kurzes Verweilen im Kessel unmöglich. Mit Hilfe eines Pneumatophors und einer elektrischen Grubenlampe gelang dies endlich. Der Kessel war nur zum kleinen Theil mit Anticorrosivum gestrichen, der Farbentopf war zum grossen Theil, wahrscheinlich durch die Kesselputzer, verschüttet.

Die chemische Untersuchung hat ergeben, dass das Präparat eine Mischung von Erdöldestillaten und Steinkohlentheer zu sein scheint, von dessen Masse 82 Proc. zu den auch bei gewöhnlicher Temperatur stark verdampfenden Oelen gehören, deren Dünste im geschlossenen Raume betäubend wirken. Jedenfalls ist vor dem Gebrauche dieses viel angepriesenen und in vielen Ländern patentirten Mittels zu warnen.

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