Titel: Ebbe und Fluth als Kraftquelle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 308/Miszelle 4 (S. 72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj308/mi308mi03_4

Ebbe und Fluth als Kraftquelle.

In der Nähe des Hafens von Ploumagoar (Côtes du Nord) befindet sich eine bemerkenswerthe Kraftanlage, bei welcher das Steigen und Fallen des Meeres zum Betriebe einer elektrischen Anlage ausgenutzt wird. Ein natürlicher Teich von 1½ ha steht mittels eines Kanals mit dem Meere in Verbindung. In diesen Kanal sind nun Thore eingelassen, die gegen die Fluthrichtung im spitzen Winkel geneigt, bei Eintritt der Fluth dem Wasserdruck nachgeben, sich öffnen und die Füllung des Teiches gestatten. Bei Eintritt der Ebbe drückt das nachströmende Wasser die Thore zu und hält sie geschlossen, so dass ein Abfluss des Wassers unmöglich wird. Durch einen zweiten wagerechten Kanal wird nun das Wasser des Teiches zu einer Turbine geleitet, die eine Pistel'sche Eismaschine und eine 50pferdige Dynamomaschine antreibt. Das für die Turbinen ausnutzbare Gefälle beträgt 4 bis 5 m. Allerdings kann hier nur zur Zeit der Ebbe gearbeitet werden, doch ist das genügend, da das Wasserquantum 60 cbm beträgt, somit eine angesammelte Kraftleistung von 1500 bis 2000 /Std. liefern kann und eine Vergrösserung der Anlage um das Zehnfache ermöglicht. (Elektrotechn. Neuigkeitsanzeiger.)

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