Titel: Aluminium als Ersatz für Kupfer bei elektrischen Leitungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 308/Miszelle 2 (S. 139)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj308/mi308mi06_2

Aluminium als Ersatz für Kupfer bei elektrischen Leitungen.

Die Vergleichung des specifischen Gewichtes, der Leitfähigkeit und Festigkeit des Kupfers und des Aluminiums ergibt, dass bei einem Preise des Kupfers von 14 Cts. und des Aluminiums von 29 Cts. für 1 Pfund bei sonst gleichen Eigenschaften aus letzterem sich eine etwas billigere Leitung als aus jenem herstellen lässt.

Nach Versuchen der Pittsburgh Reduction Co. ist, wie die Chem.-Zeitung nach El. World berichtet, zu erwarten, dass Aluminiumlegirungen mit wenig fremden Metallen von derselben Festigkeit, allerdings nur der halben Leitfähigkeit wie Kupfer erhalten werden können, die Leitungsdrähte der Legirungen also entsprechend stärker ausfallen. Dafür aber widersteht das Aluminium schädlichen Einflüssen der Luftfeuchtigkeit und des Ammoniaks besser.

Da sich Aluminium schwieriger löthen lässt als Kupfer, auch leicht ein zerstörender elektrolytischer Vorgang zwischen ihm und dem Löthungsmittel eintritt, so hat man mit Erfolg versucht, die Drahtenden zusammenzuflechten und durch umgelegte dünne Aluminiumbleche zu schützen. Solche Verbindungsweisen sind auch bereits patentirt.

Nur da, wo der grössere Querschnitt die Kosten der Isolirung zu gross macht, wird man von der Verwendung des Aluminiums absehen müssen, dagegen wird es sich für blanke Leitungen, wie Arbeitsübertragungen mit hoch gespannten Strömen, lange Telephon- und Telegraphenleitungen u.s.w., besonders gut eignen. Seit 1895 hat die oben erwähnte Firma in ihren Werken an den Niagarafällen Leitungen aus Aluminium in Gebrauch, die sich sehr bewährt haben. In Chicago hat man z.B. die Telephondrähte aus Aluminium hergestellt, weil die Rauchgase der vorbeifahrenden Locomotiven Kupfer bald zerstören würden.

Auch für Maschinentheile, die durch ein magnetisches Feld bewegt werden, kann Aluminium an Stelle von Zink oder eines anderen Metalles von geringem Leitungsvermögen zur Verwendung kommen, um sogen. Wirbelströme zu vermeiden. (Der Metallarbeiter, Nr. 34.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: