Titel: Hydrolicht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 308/Miszelle 6 (S. 140)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj308/mi308mi06_6

Hydrolicht.

Die Berliner Hydro-Press-Gas-Gesellschaft m. b. H. bringt unter dem Namen „Hydrolicht“ einen Apparat in den Handel, mittels dessen man nach dem Gastechniker mit einem gewöhnlichen Gasglühlicht eine Helligkeit von 500 bis 800 Kerzen zu erreichen vermag. Die stündlichen Kosten sollen 10 Pf. betragen, während das elektrische Bogenlicht etwa das 3fache kostet. Das Hydrolicht beruht auf der Eigenschaft des Glühlichtbrenners, um so heller zu brennen, je höher der Druck ist, unter dem das Gas durch die Düse des Glühlichtbrenners gepresst wird. Der gewöhnliche Gasdruck unserer Gasanstalten entspricht einer Wassersäule von 30 bis 60 mm Höhe. Im Hydrolicht wird unter Zuhilfenahme von Druckwasser (Wasserleitung) in einem Druckumwandler ein Gasdruck von 1000 bis 1300 mm Wassersäule erzeugt. Der Umwandler kann im Keller oder in sonst geeigneten Räumen aufgestellt und leicht mit der Wasserleitung verbunden werden. Fehlt die centrale Wasserversorgung, die einen Betriebsdruck von 2 bis 2,5 at haben muss, so kann der Umwandler z.B. mit einer Dampfpumpe (Kesselspeisepumpe u.s.w.) verbunden werden. Das Hydrolicht ist daher auch für ausgedehnte Fabrikgrundstücke vortheilhaft zur Platzbeleuchtung, sowie zur Erleuchtung der Arbeitssäle verwendbar und hier sogar dem elektrischen Bogenlichte vorzuziehen, da es ruhig und ohne Schwankungen brennt. Die Glühstrümpfe sollen trotz der erheblichen Beanspruchung eine Lebensdauer von 200 Brennstunden haben. Der Preis eines Umwandlers für zwei Lampen beträgt 130 M. Zur Beleuchtung kann jede Gasbogenlampe verwendet werden.

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