Titel: Eicurvenzeichner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 308/Miszelle 2 (S. 180)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj308/mi308mi08_2

Eicurvenzeichner.

Ueber einen Eicurvenzeichner bringt die Zeitschrift für Instrumentenhunde (October 1897, 10. Heft) einen Aufsatz von G. Rebiček in Prag. „In der Dioptrik wird bekanntlich die fundamentale Aufgabe behandelt, die von einem Centrum O ausgehenden homocentrischen Strahlen durch Brechung an einer Grenzfläche zwischen zwei Medien wieder homocentrisch in einem Punkte F zu vereinigen. Die Bedingung, an welche die Lage zweier solcher conjugirter Brennpunkte gebunden ist, besteht darin, dass die optische Weglänge für alle von O über die Grenzfläche nach F gelangenden Strahlen constant ist, d.h. dass

r + nr1 = R . . . . . . ×)

worin n den relativen Brechungsexponenten beider Medien bedeutet.

Die Gleichung ×) stellt in bipolaren Coordinaten eine Eifläche dar. In der Zeichnungsebene erhält man als Schnitt eine Eicurve, aus welcher durch Rotation um die Achse OF die Eifläche als Rotationsfläche resultirt.“ So leitet der Verfasser diese interessante Abhandlung ein und erwähnt dann zunächst seiner im J. 1874 in dem Repertorium für mathematische und physikalische Instrumentenkunde – einem Journale, das leider nach dem Tode von dessen Begründer, Dr. Philipp Carl, nicht mehr weiter erschien – veröffentlichten Abhandlung über einen Ellipsographen, welcher die Ellipse continuirlich zu zeichnen gestattete, was zu Anfang der 60er Jahre noch als eine grosse Erscheinung galt.

Nun ist es von höchstem Interesse, dass es der Mechanik gelungen, auch für die continuirliche Zeichnung der Eilinie ein Instrument zu bieten, das uns Rebiček vorführt.

Für unsere Leser möge dieser Literaturnachweis zunächst genügen. Wenn der Verfasser zum Schlusse mit Recht bemerkt, dass die Eicurven auch in der Baumechanik Verwendung finden, so sei es uns hier in ganz bescheidener Weise gestattet, zu bemerken, dass auch wir Anfangs der 70er Jahre, mit dieser Wahrheit betraut, in unserem grösseren Werke „Linear-Zeichnen“ (sollte freilich geheissen haben „Stereotomie“), Verlag von Theod. Ackermann, ein prächtiges Farbendruckblatt: „Profile der Münchener Kanäle und Eilinienconstructionen“ bearbeitet haben.

Ernst Fischer.

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