Titel: Neuerungen an mechanischen Buckskinstühlen.
Autor: Braulik, A.
Fundstelle: 1898, Band 309 (S. 71–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj309/ar309022

Faserstoffe.
Neuerungen an mechanischen Buckskinstühlen.

Eine Studie von Ingenieur A. Braulik.

Mit Abbildungen.

Anschliessend an die 1895 295 97 gebrachte Besprechung, sollen in der vorliegenden Arbeit jene Neuerungen mit Zuhilfenahme leicht fasslicher Skizzen behandelt werden, welche in der letzteren Zeit in erster Linie bei den Buckskinstühlen, oder besser gesagt, in der Schafwollwaaren-Erzeugung, Verwendung gefunden haben. Die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Webstühle, besonders in der Schafwollfabrikation, brachte es mit sich, dass die gegenwärtig modernen Stühle in den einzelnen Constructionsdetails und in der Anordnung der einzelnen Bewegungsorgane eine mitunter recht merkliche Aenderung erlitten haben. Es ist einleuchtend, dass die Schützenwechselvorrichtungen durch die grössere Leistungsfähigkeit einerseits und durch den Bedarf einer grösseren Zellenzahl im Schützenkasten andererseits, vorwiegend das Interesse der Constructeure erweckt haben, und wir gerade bei diesem Webstuhltheile zahlreiche Neuerungen finden können.

Es liegt in der Natur einer Studie, und bei dem Umstande, dass die zu bringenden Neuerungen durch Patente geschützt sind, die Behandlung rein objectiv zu gestalten, indem dieselbe vorzüglich dazu bestimmt erscheint, das Interesse in allgemeiner Richtung zu fördern.

Bei den einzelnen Schützenwechselvorrichtungen, die zur Besprechung gelangen, wurde getrachtet, durch objective Ergänzungen und Entwürfe von Varianten die einzelnen Constructionsprincipien einheitlicher zu gestalten und einander näher zu bringen; desgleichen auch durch diese theoretischen Experimente das Interesse in constructiver Richtung zu befriedigen. Es kann die Vermuthung ausgesprochen werden, dass die gegenwärtige Leistungsfähigkeit der modernen Buckskinstühle ihren praktischen Höhepunkt erreicht hatte, indem Störungen des Betriebes bei einer versuchten Steigerung der Geschwindigkeit wieder grössere Zeitverluste bringen. Die Neuerungen bei den Schützenwechselvorrichtungen sollen bezwecken, den Unterschied der Leistungsfähigkeit zwischen glatten Stühlen und Wechselstühlen möglichst zu verringern; doch ist aber nach gemachten Versuchen dieser Unterschied immer noch ein ziemlich grosser.

Bei prima Qualität des Kettenmateriales und 24schäftiger Vorrichtung haben wir gefunden, dass bei Buckskinstühlen mit 4 bis 6 Zellen im Schützenkasten beiderseits 90 Schuss in der Minute das praktische Maximum sind und einfache Tuchstühle gleicher Webebreite bis 110 Schuss in der Minute noch zufriedenstellend arbeiten.

Aus constructiven Gründen ist es nahezu ausgeschlossen, die Schützenwechselvorrichtungen bei Behaltung mehrerer Huborgane zu vereinfachen, und deshalb wird es nöthig sein, um die Leistungsfähigkeit der glatten Stühle zu erreichen, andere Mechanismen zur Einstellung der verschiedenen Schützen in Anwendung zu bringen.

In diesem Sinne wurde unter D. R. P. Nr. 94256 ein Schützenwechsel patentirt, gekennzeichnet durch einzeln bewegliche, auf einem von der Lade unabhängigen festen Tische angeordnete Schützen, die dem Farbenwechsel entsprechend in die Lade geschoben werden, nachdem der bisher thätig gewesene Schützen aus dem Schützenkasten entfernt worden ist. Man ist im Stande, mit dieser Vorrichtung, bei welcher die Bewegungen unter Zuhilfenahme von Elektromagneten ausgeführt werden, alle zwei Schuss zu wechseln. Eine nähere Beschreibung dieser Neuerung soll in einer nächsten Studie: „Ueber die Benutzung des |72| elektrischen Stromes im Webstuhlbau“, zur Ausführung gelangen.

Die Bewegung der Lade bei jenen Constructiones die den Antrieb mit Fest- und schwerer Leerscheibe beibehalten haben, erfolgt von einer Kurbelwelle, welche mit Stirnräderübersetzung 1 : 1 von der eigentlichen Hauptwelle angetrieben wird und einfach mit normal langen Schubstangen mit dem Ladenklotze gelenkig verbunden wird. Bei den Kurbelstühlen, bei denen von einer einzigen Kurbelwelle alle Bewegungen abgeleitet werden, kann es nicht als constructiv richtig angesehen werden, dass bei grösserer Leistungsfähigkeit der Ladenantrieb nach Fig. 1 mittels Kurbelschere b, Ladenwinkel c und Ladenschere d beibehalten bleibt, indem sich die grosse Anzahl der Gelenkbolzen früh abnutzt und dadurch die Bewegung der Lade eine unruhige, zitternde wird und hierdurch die Beanspruchung des Winkelbolzens a sich steigert, dieser in der Stuhlwand locker wird und öfters nachgezogen werden muss.

Aus ähnlichen Gründen ist der Ladenantrieb bei den schnell gehenden Stühlen von Georg Schwabe in Biala bei Bielitz (Oesterr. Schlesien) nach Fig. 2 ausgeführt.

Mit der Ladenstelze b0 ist der Arm a0 verbunden, der mit einer kurzen Kurbelstange b unmittelbar mit der Kurbelwelle verbunden ist.

Eine ähnliche Ausführung mit kurzer Schubstange wird auch schon seit längerer Zeit bei den Stühlen der Ateliers Vve. Math. Snoeck in Ensival-Verviers (Belgien) ausgeführt.

Wie ersichtlich, entfällt bei der Ausführung nach Fig. 2 die Ladenschere und der Ladenwinkel.

Bei den gebräuchlichen verschiedenen Webstühlen, mit Ausnahme der Federschläger, erfolgt das Werfen des Schützens durch den bekannten Schlagmechanismus, nach welchem das auf der Kurbel- oder einer separaten Welle sitzende Excenter oder die Schlagnase auf einen Zapfen mit Rolle, sowie die dazu gehörige Schlagwelle wirkt und mithin den auf ihr befestigten Schlagsector und den lose auf ihr sitzenden, durch die Schlagfalle oder Schlagklinke von ihm mitgenommenen Schlaghebel und Holzschläger vorwärts treibt und so den Schützen in Bewegung setzt.

Textabbildung Bd. 309, S. 72

Der Rückgang der Schlagwelle und des Schlagsectors wird durch die ablaufende Form der Schlagnase erzielt. Zu diesem Zwecke drückt eine Zugfeder die Schlagrolle fest an die Schlagnase an. Damit der lose auf der Schlagwelle sitzende Schlaghebel und der Holzschläger dieser Bewegung ebenfalls folgen, drückt eine zweite, am Holzschläger befestigte Zugfeder den Schlaghebel fest an den Schlagsector an.

Je nach der Tourenzahl des Stuhles müssen diese Federn mehr oder weniger stark gespannt sein. Schlaghebel und Holzschläger mit Picker schlagen frei auf die auf der Pickerführung befindliche Riemenfeder, welche, sich zusammendrückend, mit den übrigen Federn der ganzen Vorrichtung so viel Widerstand entgegensetzen muss, bis die Massenwirkung der Schlagvorrichtung zu Ende der Schlagbewegung aufgehoben ist.

Diese Federanordnungen sind nicht von langer Dauer, die Federkraft vermindert sich fort und fort, während in demselben Maasse der Schlag stärker wird. Die hierdurch entstehenden Störungen, sowie die auftretende starke Abnutzung sämmtlicher Theile und der grosse Kraftverbrauch vermindern die Leistungsfähigkeit des Stuhles, besonders bei grösserer Tourenzahl desselben.

Textabbildung Bd. 309, S. 72

Georg Schwabe in Biala hat unter D. R. P. Nr. 77434 sich eine neue Schützenschlagvorrichtung patentiren lassen, welche die eben angeführten Uebelstände beseitigt. An Stelle des Schlagexcenters oder der Schlagnase und der nöthigen Spannfedern, welche nur eine einseitig begrenzte Bewegung erzielt, tritt bei der neuen Einrichtung eine rotirende Kurbel, welche durch den dazu gehörigen Mechanismus mit dem Schlagsector in durchaus kettenschlüssiger Verbindung steht, so dass alle durch sie erzeugten Bewegungen des Schlagsectors zwangläufige werden, das sind: rasches Ausschwingen für den Schlag, langsames Zurückgehen desselben nach erfolgtem Schlage, welchem längere, unveränderte Ruhelage folgt und während welcher das Ausheben und Senken der Schlagfalle ermöglicht ist.

Die rotirende Kurbel d in Fig. 3 ist mit ihrem Kurbelzapfen e durch das Gelenkstück f mit dem Zapfen g verbunden, welch letzterer zu gleicher Zeit den gemeinschaftlichen Gelenkzapfen für den Kniehebel hh1 bildet, so dass also Kreise, welche von dem Aufhängepunkte i des Kniehebels h aus, sowie von dem Endpunkte k der Stange h1 aus beschrieben werden, tangirend durch das Mittel dieses Gelenkzapfens g gehen (Fig. 5). Der Endpunkt der Stange h1 ist zugleich Angriffspunkt am Schlagsector l, welcher fest auf der Schlagwelle o sitzt. Auf der Schlagwelle o sitzt ferner lose der Schlaghebel p, welcher im Punkte q die vom Ladenfühlerhebel aus dirigirte Schlagfalle r trägt. Die gesenkte Schlagfalle r liegt vor der Nase des Schlagsectors l und der an demselben angegossene Knaggen l1 umfasst seitwärts (Fig. 4) den am Schlaghebel p angegossenen Knaggen p1, so dass der Schlaghebel p mit dem Schlagsector l in gegenseitigem festen Eingriff steht, und zwar von einer Seite durch l1 und p1, von der anderen durch die vor die Nase des |73| Schlagsectors l eingefallene Klinke r. Von dem Zapfen p2 des Schlagarmes p geht noch die Holzstange s mit Sicherheitsscharnier gegen Bruch nach dem Schlagarm t und ist hier senkrecht verschiebbar gelagert. Der Schlagarm t sitzt drehbar auf dem Bolzen u und greift oben in den Lederpicker ein.

Von dem Schlagsector l geht von m aus eine Zugstange n nach der linken Seite des Stuhles zum Antrieb der linksseitigen Schlagvorrichtung. Die Wirkungsweise der Vorrichtung kann aus Fig. 5 ersehen werden. Die Kurbel d, welche in der Richtung des Pfeiles rotirt, überträgt zunächst durch das Gelenkstück f1 (f2) ihre Bewegung auf den Gelenkpunkt g1 (g2) und äussert sich hier als Hin- und Her- oder Vor- und Rückwärtsbewegung.

Textabbildung Bd. 309, S. 73

Da es, um den Schlag zu erzielen, darauf ankommt, die Vorwärtsbewegung des Punktes g während einer ganz kurzen Drehbewegung der Kurbel d (von e1 bis e2) zu erreichen, so erhält einerseits das Gelenkstück f eine Länge, welche um Weniges grösser ist als der Kurbelradius selbst, während andererseits die Lage des Drehpunktes i, sowie die Länge des Kniehebels h2 h1 so gewählt sind, dass die Pfeilrichtung der Vorwärtsbewegung desselben in Punkt g (g2) eine der Umdrehungsrichtung der Kurbel d entgegengesetzte ist, durch welchen Umstand der Kurbelpunkt (todter Punkt) bei höchster Ausschwingung dem Anfangspunkte der Hin- oder Vorwärtsbewegung näher rückt. Diese rasche Ausschwingung des Punktes g (g2) erzeugt auf dem Kniehebel h2 h1 eine Einknickung, welche auf den Punkt k des Schlagsectors l eine Aufwärtsbewegung und somit die Schlagbewegung an demselben bewirkt. Die Schlagbewegung pflanzt sich dann in bekannter Weise nach dem Picker fort.

Nachdem der Kurbelzapfen in e2 und der Gelenkpunkt g in Stellung g2 ihren höchsten Stand erreicht haben, beginnt bei weiterschreitender Drehung die Kurbel d sich her- oder rückwärts zu bewegen. Die Pfeilrichtung des zurückgehenden Kniehebels h2 und des Punktes g2 ist jetzt eine der Vorwärtsbewegung entgegengesetzte, also dieselbe wie die Umdrehungsrichtung der Kurbel. Demnach tritt eine Verlangsamung der Rückwärtsbewegung am Punkte g ein, welche während einer längeren Drehbewegung der Kurbel vor sich geht. In derselben Weise geht auch die Einknickung des Kniehebels h2 h1 zurück, und es wird hierdurch am Schlagsector l im Punkte k und Schlaghebel p mit Holzschläger t relativ die langsame Rückwärtsbewegung bewirkt.

Nach erfolgter Rückwärtsbewegung ist der Kurbelzapfen in e3 angekommen.

Obschon nun bei Weiterdrehung der Kurbel d der Gelenkpunkt g ebenfalls eine weitere Ausschwingung bis zum tiefsten Stande der Kurbel (Kurbelzapfen in e) erfährt, so ist diese Bewegung für die Lage des Angriffspunktes k am Schlagsector ohne Einfluss, weil, von der Stellung des Gelenkpunktes g in g1 angefangen, jede weitere Einknickung des Kniehebels h2 h1 aufhört. Diese unveränderte Lage für den Punkt k bleibt bei Weiterdrehung der Kurbel d noch bis zu ihrer Anfangsstellung (Kurbelzapfen in e1) für die Schlagbewegung erhalten, das ist die Stellung der Kurbel d, in welcher die Einknickung beginnt.

Es verharrt also der Punkt k, somit der Schlagsector l und Schlaghebel p während der Kurbelbewegung von Beendigung bis Beginn der Einknickung des Kniehebels in unveränderter Lage. Während dieser Zeit kann die Schlagfalle r beliebig gehoben oder gesenkt werden. Der Schlaghebel p ruht auf dem Widerlager y (Fig. 3), wobei Knaggen l1 und p1 (Fig. 4) einander berühren, damit für die Schlagfalle r ein Spielraum zum Heben und Senken geschaffen ist. Bei gehobener Schlagfalle r bleibt der Schlaghebel p in seiner Stellung am Widerlager y, während der so ausgelöste Schlagsector l frei ausschwingt, um von m aus durch die Zugstange n (Fig. 3) den Schlaghebel auf der linken Seite des Stuhles in Bewegung zu setzen.

Die rotirende Kurbel d sitzt auf einer Welle c, diese erhält ein konisches Rad, das mit Uebersetzung 1 : 1 in ein anderes kämmt, welches mit dem Hauptantriebsrad der Kurbelwelle angegossen ist.

Unter D. R. P. Nr. 85277 hat Georg Schwabe in Biala bei seinen neuen schnell laufenden Buckskinstühlen einen zwangläufigen`Schützenwechselmechanismus construirt, welcher derartig eingerichtet ist, dass alle sich bewegenden Theile von den auf einer Welle neben einander gelagerten Kurbeln oder Excentern bis zum Schützenkasten selbst in durchaus fester Verbindung stehen, wodurch das Heben oder Senken des Schützenkastens in vollständig zwangläufiger Weise bewirkt wird. Die Endstellungen der einzelnen Kästen werden durch die Endstellungen der Kurbeln oder Excenter fixirt, in welchen Stellungen (todten Punkten) jeder auftretende Druck von der festen Welle aufgenommen wird. Zur Vermeidung von Ungenauigkeiten in den verschiedenen Hubhöhen ist die Anordnung getroffen, den Huborganen der Vorrichtung einen derart geringen Hub zu geben, dass bei den erzielten Bewegungen die Bogenlänge klein ist und von einer geraden Linie kaum abweicht, mithin bei den Endstellungen der betreffende Hebel durch Verkürzungen keine Ungleichheiten im Hub eintreten können. Um den auftretenden Massenwirkungen bei grösserer Tourenzahl des Stuhles, sowie der Abnutzung der sich bewegenden Theile vorzubeugen, ist das Eigengewicht des Schützenkastens und Stange durch eine entsprechend angebrachte Spiralfeder beseitigt und ausgeglichen.

Von der Kurbelwelle a (Fig. 6 und 7) des mechanischen |74| Webstuhles ist durch konische Räder die Querwelle a1 getrieben, auf welcher die Kurbel b sitzt. Dieselbe bawegt den mit der Welle e fest verbundenen Hebel d, von welchem durch die Zugstangen f die beiden Messer gg1 in auf- und niedergehende Bewegung gesetzt werden.

Textabbildung Bd. 309, S. 74

Von der Rollenkarte werden, je nachdem dieselbe eine Rolle oder eine Hülse aufweist, die lothrecht angeordneten gezahnten Platinen kk1 k2 mit ihren Nasen ii1 i2 vor die Messer gg1 gebracht, von ihnen erfasst und mitgenommen.

Die Zähne jeder Platine greifen in ein entsprechendes Zahnsegment ll1 l2 ein, die letzteren sitzen lose und drehbar neben einander auf dem festen Bolzen x. Das Zahnsegment l trägt ein angegossenes Kreisexcenter m, welches von dem Excenterring r umschlossen ist und in dem Punkte o von dem am festen Bolzen y gelagerten Hebelarm p Führung erhält. Desgleichen trägt das Zahnsegment l1 ein angegossenes Kreisexcenter m1, welches von dem Excenterring r1 umschlossen ist und in dem Punkte o1 von dem Hebel s Führung erhält, welcher seinen Drehpunkt in dem am ersten Hebelarm p befestigten Bolzen q hat.

Ferner trägt das Zahnsegment l2 eine angegossene Kurbel m2, welche durch die Zugstange n im Punkte o2 mit dem Hebel t verbunden ist, der wiederum seinen Drehpunkt in dem am zweiten Hebel s befestigten Bolzen q1 hat.

Von dem Punkte o3 des Hebels t geht die Zugstange u nach dem Schützenkastenträger v (im Punkte o4), welcher in fester Verbindung mit dem Schützenkasten w steht. Bei jedem Zahnsegment befindet sich noch eine kleine Aussparung zur Aufnahme eines Bremsbandes, welches in seiner Wirkung nur den Zweck hat, ein etwaiges Vorlaufen der Zahnplatinen kk1 k2 während der Bewegung zu verhüten.

Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist aus Fig. 7 und 8 ersichtlich. Je nachdem die Zahnplatine k von den auf- und abgehenden Messern gg1 herauf- oder herabgezogen wird, empfängt das Zahnsegment l mit dem Kreisexcenter m ab- oder aufwärts halbe Drehung. Der ihn umschliessende Excenterring r, welcher in o Führung hat, senkt oder hebt sich, mit ihm der auf dem Bolzen y gelagerte Hebelarm p, mithin senkt oder hebt sich der Bolzen q als Drehpunkt des Hebels s.

Je nachdem die zweite Zahnplatine k1 von den auf- und abgehenden Messern gg1 herauf- oder herabgezogen wird, erhält das zweite Zahnsegment l1 mit seinem Kreisexcenter m1 ab- oder aufwärts halbe Drehung. Der ihn umschliessende Excenterring r1, welcher in o1 Führung hat, senkt oder hebt sich, mit ihm der auf dem Bolzen q gelagerte zweite Hebel s.

Je nachdem die dritte Platine k2 von den Messern erfasst wird, wird dem dritten Zahnsegment l2 halbe Drehung ab- oder aufwärts ertheilt und der angegossenen Kurbel m2 in wagerechter Richtung hin- oder hergehende Bewegung, ebenso dem durch die Zahnstange n im Punkte o2 verbundenen dritten Hebel t, welcher seinen Drehpunkt auf dem Bolzen q1 hat.

Da nun in Folge der Auf- und Abwärtsbewegung der beiden Hebel p und s, sowie des Drehpunktes q der Endpunkt q1 in lothrechter Richtung vier Stellungen erhält, welche sich dem in q1 gelagerten und in wagerechter Richtung hin- oder herbewegenden Hebel t mittheilen, so empfängt sein Punkt o2 acht verschiedene Lagen; diese acht Lagen kommen aber im Punkte o3 des als Winkelhebel construirten Hebels t als acht genau gleiche Höhenlagen oder Stellungen zur Geltung, welche fast lothrecht über einander liegen und durch Stange n dem Schützenkastenträger mitgetheilt werden; somit kann der Schützenkasten in acht gleich hohe Endstellungen gebracht werden.

Textabbildung Bd. 309, S. 74
|75|

In Fig. 8 entspricht daher:

Für den Kasten I:

m oben, m1 unten, m2 rechts.

Für den Kasten II:

m und m1 oben, m2 rechts
o1 kommt nach 2
q1 2
o2 2
o3 (2).

Für den Kasten III:

m und m1 unten, m2 rechts
o kommt nach 3
q 3
q1 3
o2 3
o3 (3) oder in gleiche Höhe mit o.

Für den Kasten IV:

m unten, m1 oben, m2 rechts
o1 kommt nach 2
o 3
q 3
q1 4
o2 4
o3 (4) oder in gleiche Höhe mit 2.

Für den Kasten V:

m oben, m1 unten, m2 links.
Es kommt o2 nach 5
o3 (5) oder in gleiche Höhe mit o1.

Für den Kasten VI:

m und m1 oben, m2 links
o1 kommt nach 2
q1 2
o2 6
o3 (6) oder in gleiche Höhe mit 3.

Für den Kasten VII:

m und m1 unten, m2 links
o kommt nach 3
q 3
q1 3
o2 7
o3 (7).

Für den Kasten VIII:

m unten, m1 oben, m2 links
o1 kommt nach 2
o 3
q 3
q1 4
o2 8
o3 (8).

Durch entsprechende Wahl des Hubes der beiden Kreisexcenter m und m1 lassen sich in derselben Weise am Endpunkte q1 des Hebels s, anstatt vier, drei Stellungen in lothrechter Richtung erzielen, welche dann im Verein mit dem Winkelhebel t im Punkte o3 sechs genaue Höhenlagen zum Ausdrucke bringen und einem sechszelligen Schützenkasten seine Endstellungen geben.

Die Wirkungsweise einer solchen Anordnung ist aus Fig. 9 ersichtlich.

Es ist auch hier für:

Kasten I: m oben, m1 unten, m2 rechts
II: m und m1 oben, m2 rechts
III: m unten, m1 oben, m2 rechts
Kasten IV: m oben, m1 unten, m2 links
V: m und m1 oben, m2 links
VI: m oben, m1 unten, m2 links.

Sonst sind dieselben Bezeichnungen wie bei Fig. 8.

In Folge Verkleinerung des Hubes der Kurbel m2 wird durch Zusammenfallen weiterer zweier Stellungen in Fig. 10 eine mittlere Stellung geschaffen, so dass sonach der Winkelhebel t im Punkte o3 fünf genaue Höhenlagen erreicht.

Bei Behaltung der gleichen Bezeichnungen, wie früher, ist auch da für:

Kasten I: m oben, m1 unten, m2 rechts
II: m und m1 oben, m2 rechts
III: m unten, m1 oben, m2 rechts oder
m oben, m1 unten, m2 links
IV: m und m1 oben, m2 links
V: m unten, m1 oben, m2 links.

Durch eine fernere Verkleinerung des Hubes des Excenters m1 werden dѩe drei Stellungen in lothrechter Richtung auf zwei reducirt, so dass nunmehr der Punkt o3 nur vier genaue Höhenlagen zum Ausdrucke bringt, in welchem Falle der Hub des Excenters m = 0 wird in Fig. 11.

Textabbildung Bd. 309, S. 75

Es ist für:

Kasten I: m1 unten, m2 rechts
II: m1 oben, m2 rechts
III: m1 unten, m2 links
IV: m1 oben, m2 links.

An der Schützenwechselvorrichtung für acht Zellen im Schützenkasten nach Fig. 8, so auch Anpassung derselben für eine kleinere Zellenzahl wird nichts geändert, wenn man dieselbe nach Fig. 11a zeichnet. Es wird die Wirkungsweise deutlicher, indem links von dem Punkte q1 die Wirkung der Huborgane m und m1, dagegen rechts von diesem Punkte die Wirkung des Huborganes m2 ersichtlich gemacht worden ist.

Textabbildung Bd. 309, S. 75

Lassen wir dieses dritte Huborgan m2 ganz bei Seite und verbinden den Punkt q1 mit dem Schützenkasten, so erhalten wir die Vorrichtung für vierzellige Kästen, also eine Variante von Fig. 11.

|76|

Es sind sämmtliche Bewegungen der Kreisexcenter und Kurbeln zwangläufig und die Endstellungen durch die vollkommenen halben Drehungen derselben in den todten Punkten fixirt.

(Fortsetzung folgt.)

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