Titel: Indicator mit auswechselbarem Dampfcylinder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 309 (S. 112–113)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj309/ar309031

Messvorrichtungen.
Indicator mit auswechselbarem Dampfcylinder.

Mit Abbildungen.

Die bekannten Indicatoren haben den Uebelstand, dass die Innenfläche des Dampfcylinders sich zu schnell abnutzt. Auch ist die Abnutzung selten eine gleichmässige und der Cylinder wird daher zu weit und unrund. Die Folge davon ist, dass nach einigem Gebrauch der Indicator ungenaue und fehlerhafte Diagramme bildet. Bei den bisher gebräuchlichen Indicatoren ist der Cylinder entweder derart angeordnet, dass er rohrartig in den oberen Theil des Indicatorgehäuses von unten hineinragt, oder dass er in den unteren Theil von oben herabreicht, oder dass, wie in letzter Zeit üblich, die Gehäusewandung selbst als Cylinder ausgebildet ist. Bei allen diesen Constructionen ist es nicht möglich, den Cylinder ohne Weiteres zu entfernen oder zu erneuern, unter keinen Umständen während des Betriebes, wenn der Indicator an der Maschine angeschraubt ist. Selbst aber auch beim Stillstand der Maschine ist es stets schwierig, den Indicator im Innern zu reinigen oder den Cylinder daraufhin zu untersuchen, ob er noch seinen Anforderungen entspricht. Hat sich herausgestellt, dass letzteres nicht der Fall ist, so müssen viele Theile verworfen werden.

Nach Dreyer, Rosenkranz und Droop in Hannover werden diese Uebelstände dadurch vermieden, dass der Dampfcylinder auswechselbar an der beweglichen Kolbenstange angebracht wird und hutförmig über ein festes Kolbenrohr greift (D. R. P. Nr. 97192). Der eigentliche Cylindermantel a (Fig. 1) sitzt am beweglichen Kolben, |113| während die Gleitfläche für den Cylinder, welche sonst am beweglichen Kolben sich befindet, an einem besonderen Theil f des Gehäuses angeordnet ist. Zweckmässig wird dieser Theil, der als feststehender Kolben bezeichnet werden kann, abschraubbar gemacht, um ihn ebenso wie den Cylindermantel leicht ersetzen zu können.

Diese Einrichtung hat noch den Vortheil, dass die Erweiterung des Cylinderraumes gegenüber der Durchgangsöffnung des Dampfzuleitungsrohres sehr unbedeutend ist, so dass der Druck sich nicht wesentlich ändern kann und auch während der Thätigkeit des Indicators sich gleich bleibt.

Um einen zeitweiligen Dampfmantel zu schaffen, kann in dem unteren Ende des Kolbentheiles f eine Oeffnung h vorgesehen sein (Fig. 2), welche mit Hilfe einer Schraube für gewöhnlich geschlossen gehalten wird und durch welche nach Zurückdrehen der Schraube Dampf in den Gehäuseraum k eintritt. Um diesen Dampf wieder ablassen zu können, ist noch ein Ringschieber l vorhanden. Ein Dampfmantel lässt sich auch in der Weise erzeugen, dass für den Arbeitscylinder a noch ein Umhüllungscylinder angeordnet wird, zwischen welchen Cylindern ein Hohlraum verbleibt.

Textabbildung Bd. 309, S. 113

Für die Rückzugfeder ist es vortheilhaft, einen Flansch am Cylinder a anzubringen, gegen den sich die Feder stützen kann. An Stelle einer Schraubenfeder können auch zwei oder mehr Blattfedern in symmetrischer Anordnung Anwendung finden, welche in geeigneter Weise gestützt werden.

Rr.

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