Titel: Elektrische Heiz- und Kochapparate von Helberger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 309/Miszelle 4 (S. 60)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj309/mi309mi03_4

Elektrische Heiz- und Kochapparate von Helberger.

Die Fabrik H. Helberger in Thalkirchen bei München fertigt dreierlei Gattungen von elektrischen Heizapparaten an, und zwar solche für geringe, mittlere und hohe Temperaturen. Für die erste Gattung, zu welcher alle Heizapparate gehören, in welchen Wasser bis zur Siedetemperatur erwärmt werden soll, wird ein Draht aus Nickellegirung verwendet, auf welchen als Isolation dünnwandige Perlen aus Glas aufgereiht sind. Solche Drähte werden auf den Boden des Kochgefässes gelegt und dann mit einem Steinkitt vollkommen dicht verkittet, wodurch die Luft abgeschlossen ist und die Drähte nicht oxydiren können. Die Wärmeabgabe erfolgt durch die dünnen Wände der Perlen schnell, so dass die Drähte nicht viel wärmer werden als das zu kochende Wasser selbst.

Zu der zweiten Gattung von Apparaten gehören die Bügel- oder Plätteisen. Bei denselben wird der Boden mit Nuthen zur Aufnahme des Perldrahtes versehen, wodurch dieser Wärme an drei Wände abgeben kann und dadurch nur unbedeutend wärmer wird als das Plätteisen selbst.

Die dritte Art von Heizkörpern, zu welcher Herdplatten und Löthkolben gehören, besteht ausschliesslich aus Platin mit Glimmerisolation. Unter der Eisenplatte liegt eine Glimmerplatte als Isolation, hierauf folgt ein Platinkreuz, eine Glimmerplatte und dann eine Vertheilungsplatte aus Metall; letztere dient dazu, die Hitze auch auf der unteren Seite des Drahtes von demselben abzuleiten, da derselbe sonst auf dieser Seite leicht durchbrennen würde. Ueber dieser Vertheilungsplatte liegt noch eine Asbestschicht und dann die Verschlussplatte, welche durch Schrauben an den zu heizenden Gegenstand fest angeschraubt ist, um ein. Eindringen von Luft und ein dadurch hervorgerufenes Weissglühen des Platindrahtes zu verhindern.

Bei einem Grundpreise von 2 Pf. für 1 Hecto-Watt-Stunde soll 1 l Wasser zu kochen 2,3 Pf. kosten. Da der angenommene Preis für 1 Hecto-Watt-Stunde gewöhnlich nur für Kraftverbrauch angesetzt ist, so ist es vortheilhaft, bei Neuinstallationen gleich zwei Leitungen anzulegen, die eine für Licht, die andere für Kraft, da die Einrichtung von elektrischen Heizapparaten, oft an dem Umstande scheitert, dass Consumenten die Apparate wegen der hohen Stromkosten an die Lichtleitung nicht anschliessen wollen.

Bei denjenigen Heizapparaten, welche aus einem die Heizwiderstände aufnehmenden feuerfesten Isolirkörper und einem das Ganze einschliessenden Metallgehäuse zusammengesetzt sind, ersetzt F. W. Schindler-Jenny in Kennelbach bei Bregenz das Metallgehäuse durch einen Metallüberzug, welcher durch Umgiessen des Isolirkörpers mit Metall entsteht (D. R. P. Nr. 98168).

Der auf den Isolirkörper im geschmolzenen Zustande aufgebrachte Metallüberzug spannt sich beim Schwinden desselben um den Isolirkörper und presst denselben von allen Seiten stark zusammen. Das feste Aufliegen des Ueberzuges auf dem Isolirkörper hat den Vortheil, dass die von den Heizwiderständen ausgehende Wärme unmittelbar auf den Metallüberzug übertragen wird. Ferner bildet dieser Ueberzug einen durchaus luft- und wasserdichten Abschluss, was bei der Herstellung der Metallgehäuse nur sehr schwer zu erreichen ist, und es können deshalb Heizdrähte aus unedlen Metallen verwendet werden, ohne eine Oxydation derselben befürchten zu müssen. (E. T. Z., 1898 Heft 14.)

Rr.

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