Titel: Erzeugung des Diamantes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 309/Miszelle 6 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj309/mi309mi06_6

Erzeugung des Diamantes.

Die Methode, nach welcher es Quirino Majorana gelang, aus Kohlenstoff künstliche Diamanten zu erzeugen, ist im Princip diejenige von Moissan, Anwendung einer sehr hohen Temperatur und eines grossen Druckes. Erstere erzeugt er durch den elektrischen Lichtbogen, letztere durch die Explosion von Schiesspulver. (E. T. Z., 1898 S. 157.)

Ein Hohlcylinder aus Stahl enthält einen Kolben, welcher bei der Explosion von Pulver nach abwärts gestossen wird. Zum Schutze des Cylinders dient eine Anzahl verbolzter Eisenringe, und oben ist ein eisernes Verschlusstück. Der Kolben hat einen stählernen Ansatz von 1 cm Durchmesser, in welchen ein Kohlestückchen von etwa 2 g Gewicht aus Bogenlampenkohlen eingepasst ist. Unterhalb dieser Kohle ist wieder ein Stahlcylinder, in den das Kohlestückchen bei der Explosion hineingestossen wird. Der ganze Apparat ist stark genug, dass auf den Kolben ein Druck von 5000 at ausgeübt werden darf.

Das Kohlestückchen wird mittels eines doppelten Lichtbogens erhitzt. Die Entzündung des Schiesspulvers wird durch einen Platindraht bewirkt, den man durch einen elektrischen Strom zum Glühen bringt. Nach Anwendung verschiedener Säuren kamen theils undurchsichtige, theils durchsichtige Theilchen von hohem Lichtbrechungsvermögen zum Vorschein, welche ihrem specifischen Gewichte, ihrer Härte und krystallinischen Structur nach genau dem wirklichen Diamant gleich waren.

Rr.

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