Titel: Acetylenglühlicht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 309/Miszelle 2 (S. 179)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj309/mi309mi09_2

Acetylenglühlicht.

Der neueste Fortschritt auf dem Gebiet des Acetylens ist das Acetylenglühlicht, welches besonders geeignet ist, dem elektrischen Licht scharfe Concurrenz zu machen. Bisher war es schwierig, das Acetylen zu Zwecken zu verwenden, welche wie das Glühlicht die Erregung einer hohen Temperatur voraussetzen; denn es muss zu diesem Zweck vor der Verbrennungsöffnung mit Luft gemischt werden, wodurch aber im Allgemeinen seine Explosivität steigt und ein Zurückschlagen der Flamme eintritt. Nun sind Acetylenbrenner construirt worden, welche diese Schwierigkeiten überwunden haben und deren Flamme heisser ist als beispielsweise die Bunsen-Brennerflamme. Der mittels derselben erhitzte Glühstrumpf leuchtet in Folge dessen weisser, als der durch den Bunsen-Brenner erhitzte. Er wird bis zur Weissglut erhitzt, d.h. sein Licht enthält auch viele blaue und violette Strahlen, während das gewöhnliche Gasglühlicht nur bis zur Grünglut erhitzt wird, und demgemäß keine oder nur wenig blaue oder violette Strahlen aussendet. Letzteres zeigt darum gegenüber dem rein weissen Acetylenglühlicht einen grünlichen Schimmer. Das Acetylenglühlicht wird daher überall Verwendung finden, wo man sehr helles Licht braucht, aber die Erzeugung von Elektricität nicht thunlich erscheint, und wo auch keine Gasanstalt in der Nähe ist. Die Acetylenglühlichtbrenner werden von der Berliner Allgemeinen Carbid- und Acetylengesellschaft geliefert.

-h.

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