Titel: Gasglühlichtbrenner mit centraler Zündflamme.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1898, Band 309/Miszelle 3 (S. 179–180)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj309/mi309mi09_3
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Gasglühlichtbrenner mit centraler Zündflamme.

Es ist bekannt, dass bei Brennern mit Kleinstellvorrichtung für gewöhnlich eine Zündflamme entweder an der Peripherie des Brennerkopfes brennt oder aber die eigentliche Hauptflamme durch Drosselung des Gasstromes eine erhebliche Verkleinerung erfährt. Die letztere Methode ist jedoch nur bei kleinen Gasglühlichtbrennern, Liliput- oder Babybrennern statthaft, da bei diesen das Hin- und Herschwanken der verkleinerten Flamme wenig Bedeutung hat und der auf die Deformation des Glühkörpers schädlich wirkende Einfluss ein viel geringerer ist. Eine derartige Kleinstellung ist bei grösseren Brennern aber thunlichst zu vermeiden, denn der Glühkörper bekommt in Folge der permanent brennenden kleinen Flamme rings um die Brennermündung eine sogen. Taille, und ferner ist bei einer solchen gedrosselten Flamme die Verbrennung des Gases nur unvollständig, so dass die Athmungsluft durch giftige Verbrennungsgase verdorben wird. Man verwendet deshalb bei grösseren Brennern für gewöhnlich eine peripherisch angeordnete Zündflamme, welche nur gespeist werden braucht, sobald die Hauptflamme verlöscht. Aber auch bei dieser Anordnung zeigen sich erhebliche Nachtheile, denn die Cylinder und Glühkörper werden dabei nur einseitig erhitzt, so dass ebenfalls Deformationen des Glühkörpers die gewöhnlichen Folgen sind und Cylinderbruch sehr häufig vorkommt.

Diese Nachtheile sind bei der Anordnung von R. Frister (Inhaber Engel und Heegewaldt in Berlin) ausgeschlossen.

Die Brennerconstruction zeigt in der Mitte des Brennerkopfes ein dünnes Röhrchen, das ungefähr bis in das Mischrohr hineinreicht, aus dem Brennerkopf etwa 2 bis 3 mm weit herausragt und in einer feinen düsenartigen Oeffnung endigt. Trotz dieser Anordnung ist aber doch die in Deutschland mit Recht bevorzugte centrale Aufhängung des Glühkörpers in Anwendung gebracht. Auf dem Brenner ist eine etwa 2 cm hohe, ziemlich starke Metallgabel angeordnet, die den Glühkörperträger in bekannter Weise aufnimmt. Es ist also ermöglicht, die kleine Zündflamme fortwährend an der günstigsten Stelle, das ist die Mitte, brennen zu lassen, und ist hierdurch keinesfalls bedingt, dass die centrale Aufhängung aufgegeben werden muss. Die vorstehend beschriebene Anordnung verdient daher allseitig die grösste Aufmerksamkeit für die öffentliche Beleuchtung. (Gastechniker.)

-h.

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