Titel: Amerikanische Modell- und Kernkastenfräsmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1899, Band 313/Miszelle 2 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj313/mi313mi05_2
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Amerikanische Modell- und Kernkastenfräsmaschine.

Aus der Abbildung ist die Konstruktion ersichtlich. Der Tisch ist in der Höhe verstellbar. Das vordere Handrad hebt das hintere Ende und das seitliche Handrad das vordere Ende. Am Ende der Arbeitsspindel wird der Fräskopf mit dem Fräsmesser eingesetzt, und wenn die Maschine im Gange ist, so wird das Arbeitsstück über das Messer, am Lineal entlang, hinweggeführt. Bei jedem neuen Durchlauf wird der Tisch weiter gesenkt, bis die gewünschte Frästiefe erreicht ist. Sollen ganz lange Kernkasten ausgefräst werden, so wird das hintere Ende des Tisches so weit gehoben, dass das Arbeitsstück nicht mit dem Antrieb in Berührung kommt. Das seitliche Lineal ist entsprechend der Breite des Arbeitstisches verstellbar. Kniestücke werden mit Hilfe des linksseitigen Stifts, um welchen man dieselben als Mittelpunkt dreht, hergestellt. Zum Einsetzen der Messer in den betreffenden Fräskopf bedient man sich des Justierapparates A. Das verschiebbare Winkelstück wird auf den Halbmesser des gewünschten Kernkastens eingestellt, der Fräskopf auf die Körnerspitze gebracht und das Messer nach Bedarf ein- oder ausgeschoben.

Textabbildung Bd. 313, S. 80

Wie schon der Name sagt, ist die Maschine in erster Linie zum Gebrauch in Modelltischlereien bestimmt. Es können damit Kernkästen von 19 mm bis 500 mm Durchmesser hergestellt werden. Die Zeitersparnis gegenüber der Handarbeit ist ganz bedeutend. Ein Kernkasten von 1500 mm Länge und 500 mm Durchmesser wird beispielsweise in weniger als einer halben Stunde ausgefräst. Da die Maschine jedes Holz, unabhängig von Knoten und Aesten verarbeitet und dabei doch saubere Oberflächen liefert, während für Handarbeit nur reines, weiches und gerade gewachsenes Holz zu gebrauchen ist, so werden mit der Maschine ausser den Ersparnissen an Arbeitslohn auch solche an den Kosten des Holzes erzielt. Da ferner die mit der Maschine hergestellten Kernkasten viel genauer sind als bei Handarbeit, so ergeben dieselben genauere Kerne. Man braucht deshalb nicht so viel für Bearbeitung der fertigen Gussstücke zuzugeben und spart am Gussgewicht und an den Bearbeitungskosten.

Der Alleinvertrieb dieser in Amerika gebauten und patentierten Maschine liegt in den Händen der Firma Franz Küstner in Dresden-N.

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