Titel: Ringförmiger Muffelofen zum Destillieren von Zink, Kadmium u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1900, Band 315/Miszelle 2 (S. 195)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj315/mi315mi12_2

Ringförmiger Muffelofen zum Destillieren von Zink, Kadmium u. dgl.

Bei den bisher in Betrieb befindlichen Muffelöfen zum Destillieren von Zink, Kadmium u. dgl. erfolgte die Einzelfüllung jeder Muffel durch mehrere Personen, was einesteils viel Arbeit beanspruchte und anderenteils auch nur verhältnismässig kleine Quantitäten auf einmal in den Ofen gebracht werden konnten. Dabei nahm die Füllung sehr viel Zeit in Anspruch und die Betriebskosten stellten sich nicht unwesentlich hoch.

Textabbildung Bd. 315, S. 195
Textabbildung Bd. 315, S. 195
Textabbildung Bd. 315, S. 195
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Es ist nun der Firma Karl Francisci in Schweidnitz i. Schl. ein D. R. P. Nr. 107247 auf „einen Muffelofen zum Destillieren von Zink, Kadmium u. dgl.“ erteilt worden, welcher den bisherigen im Gebrauch befindlichen Systeme gegenüber wertvolle Vorteile aufzuweisen hat. Der Ofen dieser Konstruktion gestattet ein schnelles Beschicken der Zinkerze mit einem Gemisch von Kohlenzündern und in einer Quantität, welche einer Füllung von 32 Muffeln im bisherigen Ofen von etwa 5 cbm Rauminhalt entspricht und ferner eine schnelle Entleerung der Rückstände nach beendeter Destillation. Da der Ofen nur vier Füllöffnungen hat, benötigt man wenig Arbeitskräfte, die das Füllmaterial mit Schaufeln in grossen Quantitäten einbringen können. Die Räumung der Rückstände erfolgt am Boden der ringförmigen Muffel bei Oeffnung des Verschlusses durch natürlichen Fall leicht und bequem; untergeschobene Wagen können daher ohne weiteres die Rückstände aufnehmen. Auch ist das Nachhelfen mit Räumkrückender räumlichen Verhältnisse der Schächte wegen sehr bequem.

Die Konstruktion des Ofens kennzeichnet sich wesentlich durch eine ringförmige Gestaltung der Muffel, die von den Feuergasen auf ihrer Innen- und Aussenfläche bespült wird; dadurch ist die Wirkung des Feuers die denkbar intensivste und wird dieselbe durch eine vorteilhaft angelegte Luftzuführung wesentlich gefördert.

Bei der patentierten Konstruktion ist auch die Anwendung basischer Magnesitziegel für die ringförmige Muffel möglich, da dieselben nur in vertikalen, ringförmigen Wänden zur Anwendung kommen. Die Leistungsfähigkeit des Ofens wird durch die Verwendung der Magnesitziegel wesentlich erhöht, indem einmal das basische Material widerstandsfähiger gegen die Zinkdämpfe ist, dann aber auch eine 2½- bis 3mal günstigere Wärmeleitungsfähigkeit besitzen als Chamottesteine. Endlich kommt bei dem Ofen in Betracht, dass durch die kurze Füllungs- und Räumungszeit, die derselbe beansprucht, für die eigentliche Destillationsperiode eine längere Zeit verfügbar bleibt, mithin eine vollkommene Reduktion erfolgen kann. Aber auch in hygienischer Beziehung genügt die patentierte Erfindung weitgehenden, an sie zu stellenden Ansprüchen, indem über den Füllöffnungen Sammeltrichter angebracht sind, die in Verbindung mit Abzugsröhren die schädlichen Gase oberhalb des Ofens durch das Hüttendach abführen. Belästigende Gase der Rückstände bei der Entleerung des Schachtes werden unter der Ofensohle durch aufsteigende Abzugsrohre ins Freie geleitet. Vor dem Feuerraum a steigen durch den Kanal b die Feuergase im Schachte c empor und bespülen dort die Innenwandung der Muffel d, um in dem Schachte e wieder niederzusteigen und dort die Aussenwandung zu umspülen, wonach sie durch den Kanal f in den Kamin g abziehen. Durch die Füllöffnungen h wird die Muffel d mit Füllmaterial beschickt. Die Oeffnungen sind während der Destillationsperiode mittels Klappen i dicht verschlossen. Die Zinkdämpfe steigen in der Muffel nach oben und kondensieren sich in den Vorlagen k und den Behältern l. Die Entleerung der Muffel von den Destillationsrückständen erfolgt durch die Abzugsöffnungen m, welche gleichfalls während der Destillationsperiode durch die Klappen n dicht verschlossen sind. Die zur Verbrennung der Feuergase erforderliche Luft wird in Kanälen b, welche durch die anliegenden Kanäle der Verbrennungsgase stark erwärmt werden, dem Feuerschachte c zugeführt.

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