Titel: Neuere Acetylenentwickler und Zubehör.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1901, Band 316 (S. 429–433)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj316/ar316098

Neuere Acetylenentwickler und Zubehör.

(Fortsetzung von S. 273 d. Bd.)

In Fig. 16 ist die Anlage eines mehrkammerigen Acetylenentwicklers von M. Kandler in Markranstädt und C. Wehner in Leipzig (D. R. P. Nr. 110015) mit von der Sammelglocke geregeltem Wasserzufluss dargestellt. Bei diesem Entwickler werden die Kammern der Reihe nach durch Heber miteinander verbunden und die Gasleitungsrohre münden in einen Verbundregler, welcher mit seinen Abteilungen je eine Entwicklerkammer regelt.

Der Gasbehälter a, welcher an einem beliebigen Orte aufgestellt werden kann, steht mit der Anlage durch ein Leitungsrohr und einen über Rollen geführten Draht- oder Kettenzug in Verbindung. Zwischen dem Gasbehälter und der Entwickelungsanlage befindet sich ein Reiniger b und Skrubber c. d ist ein Wasserbehälter, welcher bei einer vorhandenen Wasserleitung wegfällt. Der mit einem Schwimmerventil versehene Vorraum e der Entwickler kann durch einen Hahn geschlossen werden, wodurch die ganze Anlage abgesperrt und zum Stillstand gebracht wird.In die Zellen f1 bis f5 werden die mit Kappen verschlossenen Entwicklergefässe eingesetzt, und in dem hydraulischen Regler r der Wasserstand durch das im Vorraum angebrachte Schwimmventil i auf gleicher Höhe erhalten. Die für jede einzelne Entwickelungszelle angebrachten Regulatorglocken befinden sich zu einem Ganzen vereinigt in dem Rahmen h, von wo aus sie über die Rollen p und u von der Gasglocke aus bewegt werden. Ein zweiter Zug geht über die Rolle l nach dem Schwimmer in e und wird durch das Gewicht m ausgeglichen. Die Entwickler sind durch Rohre s mit dem Regler in der Weise verbunden, dass zwar Gas aus den ersteren in den Regler, jedoch aus letzterem nicht in die ersteren gelangen kann; es ist daher gleichgültig, ob ein Entwickler nicht im Betrieb ist, da derselbe bei offenem Rohr s einfach leer bleiben kann.

Die Karbidbehälter bestehen aus je einem oberen durchlochten und einem den Schlammfang bildenden unteren Teile, in welchen ein Korb eingesetzt wird. Sämtliche |430| Behälter werden von Kappen bedeckt, welche wieder kleinere Kappen tragen, in die die Ableitungsrohre s hineinragen. Nach Füllung und Verschluss der Behälter wird der vor e befindliche Hahn geöffnet, das Wasser strömt in den Vorraum e und füllt den ersten Behälter f1 bis zur Schwimmerhöhe, wodurch sofort Gas entwickelt wird. Dieses strömt durch das entsprechende Rohr s, gibt in der unter dem Entwickler befindlichen Erweiterung Kondenswasser ab und gelangt durch Regler und Reiniger zum Gasbehälter, wodurch letzterer gehoben und durch die Wirkung des Reglers Wasser vom Karbid entfernt wird. Nimmt nun das Gas im Behälter bedeutend ab, so wird durch den Zug mlt der Schwimmer nach unten gezogen und das Wasser steigt im Vorraum und im Entwickler f1. Bei einer gewissen Höhe des Wasserstandes wird durch den Heber q1 der Entwickler f2 gefüllt und Gas entwickelt und dies so fort bis zum letzten Entwickler. Die Entwickler können unabhängig voneinander arbeiten und kann der eine oder andere leer stehen, ohne dass der Betrieb dadurch gestört wird.

Textabbildung Bd. 316, S. 430

Vorrichtung zum Abmessen des Karbids für Acetylenentwickler von Joh. Schneider-Dörffel in Leipzig (D. R. P. Nr. 110016). Diese Vorrichtung ist für Acetylenentwickler bestimmt, bei denen die Einfüllung des Karbids durch einen Hebelmechanismus stattfindet und von der Gasglocke aus geregelt wird, und bezweckt dieselbe, die abgemessenen Karbidmengen derart aus dem Vorratsbehälter zu entnehmen, dass unter keinen Umständen Feuchtigkeit zu den Vorratsbehältern gelangen kann.

Textabbildung Bd. 316, S. 430

Der Karbidbehälter a (Fig. 17) besitzt einen röhrenförmigen unteren Ansatz w, in den ein Rohr m mit einem Ausschnitt g eingesetzt ist. In m ist ein Dorn b mit einem unteren Stift c beweglich eingesetzt, welcher auf der Abschlussplatte d für den Behälter lose aufliegt. Bei geschlossener Platte d schneidet der Dorn b am oberen Ende des Ausschnittes g ab. Die Platte d liegt auf dem einen Ende des zweiarmigen Hebels e, welcher von der Gasglocke aus derart beeinflusst wird, dass bei abnehmendem Gasdruck der Karbidbehälter geöffnet, bei zunehmendem geschlossen wird. In letzterem Falle fällt eine gewisse Menge Karbid durch die Oeffnung g und Ansatz n auf die Platte. Oeffnet sich dieselbe bei nachlassendem Gasdruck, so fällt das Karbid in den Entwickler, die Oeffnung g aber wird durch den sich senkenden Dorn b geschlossen, so dass nur die sich in dem Rohre mn befindliche Menge Karbid abfallen kann. Der die Oeffnung sofort schliessende Dorn b schützt also den Behälter a vor Eintritt von Wasserdampf, während umgekehrt bei steigender Glocke die Oeffnung von der Platte d abgeschlossen wird.

Das D. R. P. Nr. 110033 betrifft eine Vorrichtung zum Festhalten der Karbidbecher eines Acetylenentwicklers von Pärli und Brunschwyler in Biel.

An den Armen i eines Strahlenkreuzes (Fig. 18) sitzen die mit Gegengewichten versehenen Kippbecher l, welche sich in den Trichter c2 entleeren. Zur Verhinderung des Umkippens der Becher, wenn der Entwickler nicht im Gange ist, dient folgende Vorrichtung, welche die Ausschaltungder Becher gestattet. Am oberen Ende des Füllschachtes c2 ist eine horizontale Welle s gelagert, welche mit einem winklig abstehenden Arm s1 verbunden ist. Beide können von aussen her mittels des Hebels s2 derart verstellt werden, dass sich der Arm s1 gegen den gerade an dieser Stelle befindlichen Kippbecher anlehnt und dessen Umkippen verhindert, während bei ausgeschaltetem Arm die Vorrichtung arbeiten kann. Ist der Hebel s1 eingerückt, so kann das Einschütten von Karbid nur durch den Trichter c3 stattfinden.

Textabbildung Bd. 316, S. 430

Bei dem Acetylenerzeuger von P. Schreck in St. Immer (Schweiz) (D. R. P. Nr. 110139) ist oberhalb des Wasserbehälters ein Verteiler angeordnet, welcher sowohl in der Richtung der relativen Bewegung zwischen diesem und einer Zuhaltevorrichtung der Klappböden des Verteilers, als auch quer zu dieser Richtung in Ladezellen geteilt ist. Die Zuhaltevorrichtung ist hierbei derart in der Querrichtung stufenartig ausgebildet, dass die Zellen einzeln zur Entladung kommen.

Textabbildung Bd. 316, S. 430

Der Karbidbehälter 1 (Fig. 19 Schnitt und 19a Grundriss) besteht aus Ladezellen 2 bis 21, welche mit im Scharniere 23 drehbaren Klappböden 22 versehen sind. Gegenüber den Scharnieren befinden sich Rollen 24, welche bei geschlossenen Böden auf der Zuhaltevorrichtung ruhen und die Schlussstellung der Böden sichern. Die Zuhaltevorrichtung besteht aus einer mittels Rollen 25 in Führungen 26 geführten Platte 27, deren vorderer Rand stufenartig ausgebildet ist, und wobei jeder Zellenlänge x eine Stufe entspricht, deren Höhe y ein Fünftel des Abstandes von Mitte zu Mitte der Reihen 2 bis 6, 7 bis 11 u.s.w. beträgt. Wird die Platte 27 um eine Länge y nach rechts verschoben, so wird jedesmal der Klappboden einer Zelle |431| in der Reihenfolge 2, 3... 6, 7, 8... 11 u.s.w. frei. Das in der betreffenden Zelle enthaltene Karbid fällt auf die um 28 drehbare Klappe 29 und von da in den Wasserbehälter 30, worauf die Klappe 29 wieder geschlossen wird. Aus dem Wasserbehälter gelangt das Gas in die Gasglocke 31, deren Steigen veranlassend. An der unteren Seite der Platte 27 befindet sich eine Zahnstange 32, welche in das Zahnrad 34 eingreift, dessen Welle 33 ausserhalb des Gehäuses 35 ein Schaltrad 36 trägt, in welches eine von dem Schalthebel 37 getragene Klinke 38 eingreift, dessen jede Bewegung eine Verschiebung der Platte 27 um eine Länge y bewirkt. Durch ein Gegengewicht 39 wird der Schalthebel 37 zurückgedreht und wird die Platte 27 nach Entleerung aller Zellen mittels der Kurbel 40 zum Zwecke der Nachfüllung wieder unter die Klappböden bewegt. Da die Klappe 29 das Gehäuse 35 gegen den Gasentwickler abschliesst, so kann die Nachfüllung während des Betriebes erfolgen. Bevor die Platte 27 wieder nach links verschoben werden kann, ist es nötig, die Klappböden wieder hochzustellen. Zu diesem Zwecke dient ein den Klappböden einer jeden Reihe 2... 6, 7... 11 u.s.w. gemeinschaftlicher Scharnierbolzen, auf dessen beiden Enden eine Hülse sitzt, welche beide durch eine quer unter dem Verteiler 1 laufende Stange verbunden sind. Auf der einen Seite des Verteilers sind die Hülsen ausserdem mit einem Hebelarm versehen. Die Enden der Hebelarme stehen durch eine gemeinschaftliche Verbindungsstange in Verbindung, während an einem Gelenkpunkte der Verbindungsstange eine weitere Stange angelenkt ist, mittels welcher nun die Klappböden bewegt und festgestellt werden können.

Textabbildung Bd. 316, S. 431

Der Acetylenentwickler von P. O. Petterson in Malmö (Schweden) (D. R. P. Nr. 110352) wird von der Sammelglocke selbst umgeben, befindet sich also in bezw. unter derselben und findet die Beschickung des Entwicklers unabhängig von der Sammelglocke statt.

In der Mitte der Glocke 2 (Fig. 20), welche in dem Behälter 1 heb- und senkbar aufgehängt ist, befindet sich ein oben offener Cylinder 3, der ober der Glocke befestigt ist und bis an deren unteren Rand reicht. In diesem Cylinder befindet sich am Boden des Behälters befestigt ein zweiter Cylinder 4, der durch die Glocke hinausreicht,und mit einem Deckel 6 fest verschlossen wird. In diesem Cylinder sind die Karbidbehälter 7 angeordnet und mündet in denselben eine von dem Behälter 1 ausgehende Röhre 8, die mit einem Ventil 9 versehen ist, welches durch eine Kette o. dgl. mit einem Hebel 10 in Verbindung steht, der sich durch einen oben an der Glocke angebrachten Arm 11 beim Heben und Senken der Glocke hebt und senkt, und somit das Ventil öffnet und schliesst, wodurch beim Niedergehen der Glocke dem Karbid Wasser zugeführt wird. Eine U-förmig gebogene Röhre 13 reicht mit einem Arm in den Cylinder 4 bis dicht unter den Deckel und mit dem anderen in die Glocke, wo er sich herabbiegt und etwas unter dem Wasserspiegel mündet, um das Gas in die Glocke zu leiten, so dass es infolge der eingetauchten Röhre gleichzeitig durch das Wasser gereinigt wird. Durch eine dritte Röhre 14 wird das Gas nach der Gebrauchsstelle geleitet, während durch eine Röhre 15 beim Nachfüllen von Karbid das übrig gebliebene Wasser abgeleitet wird.

Nachdem der Wasserbehälter und die Karbidbehälter gefüllt worden sind, werden letztere in den Cylinder 4 gestellt und dieser geschlossen. Durch einen Druck auf den Hebel wird das Ventil so lange geöffnet, bis der erste Behälter überschwemmt ist und die Gasentwickelung beginnt. Nach Verbrauch des Inhaltes des ersten Behälters sinkt die Glocke und das Ventil wird durch die Berührung des Hebels mit dem Arm 11 geöffnet, wodurch dem Karbid wieder Wasser zugeführt und der nächste Behälter überschwemmt wird, was sich so lange wiederholt, bis der Inhalt sämtlicher Behälter verbraucht ist.

Textabbildung Bd. 316, S. 431

Bei dem Acetylenentwickler von B. Speiser in Königsberg i. P. (D. R. P. Nr. 110353) befindet sich der Karbidbehälter ähnlich wie bei dem vorher beschriebenen Acetylenentwickler inmitten bezw. unter der Gasglocke. Er unterscheidet sich jedoch von diesem dadurch, dass der Behälter aus einem Gefäss mit unterer kegelförmiger Spitze besteht, aus welcher das Karbid in zerkleinertem Zustande in den Entwickler fällt, und welcher durch eine Platte verschlossen gehalten wird. Dieser Verschluss wird gewöhnlich durch eine Feder oder Gewicht gesichert, welche Mittel infolge verschiedener Einflüsse öfters versagen, wodurch das ganze Karbid in den Entwickler fällt. Dieses sowohl zu vermeiden, als auch eine zwangläufige Verriegelung herzustellen, ist Zweck der vorliegenden Einrichtung.

In Fig. 21 ist a der Karbidbehälter, der unten in eine kegelförmige Spitze mit kleiner Oeffnung endet, und mittels des Gestelles c fest über dem Boden des Aussengefässes d unter der Gasglocke e steht. Die Oeffnung wird durch eine verschiebbare schwingende Platte f verschlossen, welche in folgender Weise bethätigt wird. Die Platte f bildet das Ende eines doppelarmigen Hebels fgh, dessen Drehpunkt g bildet. Der Hebel ist beiderseitig um den Karbidbehälter herumgeführt und das Ende h zu einer Nase o. dgl. ausgebildet, welche sich bei der Verschlusslage der Platte an die Wand des Behälters anlehnt. Ein Druck auf das Hebelende von oben bewegt die Platte in öffnendem, der umgekehrte Druck in schliessendem Sinne. Beim Oeffnen wird der Abstand des Punktes h grösser als in der Schlusslage, und das Oeffnen nur so lange möglich, als der Punkt h sich hat radial von der Mitte entfernen können. Wird der Punkt h gewaltsam in seine Anfangsstellung zurückgeführt, so tritt der sichere Schluss des Karbidbehälters ein. Hierzu ist an der Glocke ein ringförmiger Zwischenboden i angebracht, dessen innere Oeffnung nur um ein Geringes grösser ist, als der Karbidbehälter; auch befindet sich an der Glocke ein Rotationskörper h, dessen cylindrischer |432| Teil nur einen wenig grösseren Radius hat, als der Abstand des Hebelendes h von der Mitte beträgt. In Fig. 21 ist der Beginn des Betriebes gedacht, bei welchem das Hebelende h so nahe am Körper k anliegt, dass sich die Platte f nicht öffnen kann. Sinkt dagegen die Glocke durch Gasverbrauch so weit, dass der Zwischenboden i auf h trifft, so öffnet sich die Platte f und der Punkt h tritt in den Raum zwischen i und der oberen Begrenzung von k. Durch nunmehriges Herausfallen von Karbid wird Gas entwickelt, die Glocke hebt sich sofort, h wird durch die Kante von k nach der Mitte gedrängt und die Platte verschliesst die Oeffnung. Der Karbidbehälter a kann in der Weise ausgeführt werden, dass er durch die Glocke hindurchtritt, was ein Nachfüllen während des Betriebes ermöglicht.

Textabbildung Bd. 316, S. 432

Ungeachtet aller Sicherungen an den Verschlüssen für Grubenlampen verhindern dieselben dennoch nicht vollständig das Oeffnen der Lampen durch die Arbeiter, was besonders bei Acetylenlampen um so gefährlicher wird. Durch die Verschlussvorrichtung für Acetylengrubenlampen von Grümer und Grimberg in Bochum (D. R. P. Nr. 110375) wird nun der Gefahr der Entzündung schlagender Wetter beim Oeffnen der Lampe in der Weise vorgebeugt, dass bei Oeffnungsversuchen ein Abschneiden der Gaszufuhr zum Brenner erfolgt, wodurch das sofortige Erlöschen der Flamme eintritt. Die Konstruktion der Lampe ist folgende: Nachdem der Drahtkorb und das Glas a1 in das Gestell eingesetzt worden sind, wird der Karbidbehälter a (Fig. 22) derart geradlinig in das Gestell hineingeschoben, dass der Wasserablaufstutzen c in den am Deckel des Karbidbehälters vorgesehenen, durchbohrten Stutzen e eingreift. Durch die im Behälterdeckel angebrachte Rinne a2 gelangt dann das Wasser in den Behälter g, aus welchem es auf irgend eine Weise mit dem Karbid in Berührung gebracht wird. Durch einen über den unteren Teil des Karbidbehälters geschobenen Gewindering h, welcher mit den Trägerstangen d verbunden ist, und durch eine profilierte Mutter i angezogen werden kann, wird der Lichtraum dicht abgeschlossen. Der Karbidbehälter wird durch den Bodenteil k, welcher über die Teile h und i hinweggreift, geöffnet und geschlossen und ist ausserdem noch ein Magnetverschluss gegen mutwilliges Oeffnen vorgesehen. Wird nun die Lampe Fig. 23. dennoch geöffnet, um zu dem Lichtraum der Lampe zu gelangen, so muss notwendigerweise der Boden k herausgeschraubt werden, wodurch jedoch das sämtliche in a befindliche Gas entweicht und das Karbid herausfällt, eine weitere Gasentwickelung also sofort aufhört. In den Lichtraum kann man aber erst nach weiterer Entfernung der Teile i und h gelangen, worauf der Karbidbehälter von dem Gestell der Lampe abgenommen werden kann.

Textabbildung Bd. 316, S. 432

Es sind bereits Acetylenentwickler bekannt, bei denen das mit Karbid und Wasser gefüllte Gefäss zum Zweck der Gasentwickelung umgeklappt werden muss, in welcherStellung sich das Wasser über das Karbid ergiesst. Bei diesen Vorrichtungen blieb jedoch Luft in dem Gefässe eingeschlossen, durch welche die Brennkraft des Gases beeinträchtigt wurde. Dies zu verhindern ist Zweck des Acetylenentwicklers von L. Hermsdorf in Chemnitz (D. R. P. Nr. 110428), dessen eine Ausführungsform Fig. 23 veranschaulicht.

Eine mit einem gasdichten Deckel x verschlossene Platte h ist mittels eines Hahnes k an das Verbrauchsrohr angeschlossen, welcher zugleich als Scharnier dient, um die Flasche in der Pfeilrichtung y umzuklappen und ihr Inneres mit der Rohrleitung in Verbindung zu bringen. Eine Wand m teilt die Flasche in zwei Kammern, von denen die dem Hahn näher liegende mit Wasser, die andere mit einer Karbidpatrone gefüllt ist. Die die beiden Kammern verbindende Oeffnung wird in der stehenden Lage durch eine Ventilkugel n verschlossen. Ausserdem ist noch eine Einrichtung angeordnet, um das Anziehen von Feuchtigkeit des Karbids zu verhindern und die eingeschlossene Luft vor Beginn der Gasentwickelung zu entfernen.

Textabbildung Bd. 316, S. 432

Hierzu ist in dem Karbidraume ein Röhrchen a angeordnet, welches in einer kleinen Ventilkammer r endet. So lange die Flasche aufrecht steht, liegt eine Ventilkugel c neben der Oeffnung des Röhrchens a und können die im Karbidraume sich bildenden geringen Gase durch eine Oeffnung d im Deckel der Ventilkammer entweichen. Das Röhrchen a reicht bis zur tiefsten Stelle des Karbidraumes, wodurch die etwas schwerere Luft zuerst entweicht und der ganze Hohlraum unter der Karbidpatrone nur mit Acetylen angefüllt ist. Beim Umdrehen der Flasche fällt die Kugel c herab und verdeckt die Oeffnung d. In demselben Augenblicke fällt aber auch die Ventilkugel n von ihrem Sitze, das Wasser ergiesst sich über das Karbid und es findet eine sofortige rasche Gasentwickelung statt, welche durch den Hahn k abgeleitet wird.

Bei dem Acetylenentwickler der Chemischen Fabrik Falkenberg in Grünau (D. R. P. Nr. 110472) wird die Karbidzuführung zum Wasser durch den Druck des entwickelten Gases geregelt und eine gleichmässige, von den sich entwickelnden Wasserdämpfen nicht störend beeinflusste Acetylenentwickelung erzielt.

Die Gasentwickelung findet in dem Wasserbehälter a |433| (Fig. 24) statt, in welchen die Gasglocke b hineinhängt, und ein zweiter ringförmiger Behälter c mit kegelförmigem Boden d eingebaut ist. Die Spitze dieses Bodens wird von einem am unteren Ende mit einem Flansche versehenen Rohr e durchdrungen, welches den Kolbencylinder f aufnimmt, der oberhalb des Kolbens g mit Karbid angefüllt ist. Die Kolbenstange h trägt an ihrem unteren Ende eine Rolle i, die in einer Schleife einer Kette oder Schnur k ruht. Das eine Ende dieser Schnur ist an einem Querstege l des Untergestelles m und das andere auf dem Umfange der Windetrommel n befestigt, mit der das Sperrrad o fest verbunden ist. Die in dem Untergestell m gelagerte Welle p der Trommel n trägt eine zweite lose mit einem Sperrrad r versehene Windetrommel g, welches Sperrrad durch einen mit der Welle fest verbundenen Sperrzahn s gekuppelt werden kann. Um die Windetrommel q geht eine an dieser befestigte Schnur w, deren eines Ende mit dem Hebel v verbunden ist, und deren anderes freies Ende ein Gewicht x trägt. Der Hebel v hat seinen festen, nötigenfalls verstellbaren Drehpunkt in der Querstange y des Gestelles und ist durch eine Schnur oder Kette z mit der Gasglocke b verbunden, derart, dass beim Sinken der Glocke die Schnur Scheiben uq gedreht, die Schlaufe der Schnur i verkürzt, die Kolbenstange mit dem Kolben g gehoben und Karbid in das Wasser befördert wird.

Beim Sinken der Glocke infolge abnehmenden Gasdruckes wird der Hebel v gehoben, infolgedessen die Schnur u die Rolle q dreht, welche durch Einlegen der Sperrklinke s in das Sperrrad r mit der Welle p fest gekuppelt ist. Hierdurch wird die Kette oder Schnur k aufgewickelt und deren Schleife verkürzt, wodurch die in letzterer ruhende Rolle i der Kolbenstange h und mit dieser der Kolben g gehoben wird, welcher das im Cylinder f befindliche Karbid in das Wasser befördert. Es ist hierbei gleichgültig, ob das Karbid gekörnt oder gemahlen, durch Wasserdämpfe angegriffen ist oder nicht, da sich der Schüttkegel über dem Cylinder von selbst bildet, und die geringste Verschiebung des Kolbens g das überschüssige Karbid herunterstösst. Da nur die fallende, nicht aber die steigende Glocke Einfluss auf den Kolben ausübt, so behält letzterer seine veränderliche Lage jedesmal bei. Ist nun durch Verschieben des letzteren Karbid abgestossen worden und steigt die Glocke b, so sinkt der Hebel v. Da nun die Rolle q auf der Welle p lose sitzt und die Sperrklinke s bei Rückwärtsdrehung von q über die Zähne des Sperrrades r gleitet, so dreht bei Steigen der Glocke der sich senkende Hebel v zwar die Rolle q und hebt das Gewicht x an, kann jedoch die Welle p und die Trommel n nicht drehen., Es wird also die durch das Sperrrad o gesicherte Lage der Trommel n und die jeweilige Stellung des Kolbens g beim Steigen der Glocke nicht geändert.

(Fortsetzung folgt.)

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