Titel: Die Bedienung von Feuerungen und der Schutz der Arbeiter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1901, Band 316 (S. 549–556)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj316/ar316121

Die Bedienung von Feuerungen und der Schutz der Arbeiter.

Die Einführung mechanischer Bedienung der Rostfeuerungen entstammt in erster Linie dem Bestreben, den Kost gleichmässig zu beschicken und dadurch eine möglichst unveränderte Heizwirkung zu erzielen, die Bildung von Rauch, welche zu Wärme Verlusten führt und Belästigungen für die Nachbarschaft gewerblicher Anlagen mit sich bringt, zu vermeiden und den Feuerarbeitern die mühevolle Bedienung und Wartung der Feuerungen zu erleichtern. Es liegen also genügend Gründe vor, auf diesem Gebiete das Beste und Vollkommenste zu schaffen.

Wir werden sehen, dass die maschinell betriebenen Rostbeschickungsvorrichtungen den Brennstoff rhythmisch mit grosser Gleichmässigkeit den Feuerungen zuführen. Die Kohlenzufuhr ist einstellbar eingerichtet. Man kann also mit derselben Vorrichtung nach Bedarf mehr oder weniger Brennstoff zur Verbrennung bringen und zwar gleichmässig und ohne Pausen, wie das selbst ein tüchtiger Heizer nicht zu Stande bringt. Ausserdem ist man nicht mehr in so hohem Grade wie früher auf die Geschicklichkeit der Heizer angewiesen.

Die Beschickungsapparate arbeiten bei geschlossenen Arbeitsthüren. Einige von ihnen sind auch mit Einrichtungen zur Beseitigung von Aschen und Schlacken versehen, die gleichfalls das Arbeiten bei geschlossenen Thüren gestatten. Die Feuerungen werden dadurch gegen das Eindringen kalter Luft, welche die Rauchbildung veranlasst, geschützt. Ausserdem ist fast bei allen Vorrichtungen Sorge getragen, dass der Brennstoff allmählich von vorn nach hinten geschoben wird, und dass frische Kohlen nur vorn zu liegen kommen. Dadurch wird der Brennstoff allmählich vergast, die vorn entwickelten Gase streichen über die glühende Kohlenschicht und verbrennen intensiv, so dass der Rauchplage begegnet wird.

Sehr wesentlich ist aber auch die Einführung mechanischer Kohlenzufuhr für den Schutz der Arbeiter. Das Hantieren vor dem Feuer ist schwer und wegen der Hitze unangenehm. Ausserdem lassen manche Arbeitsräume zu wünschen übrig, nämlich dann z.B., wenn aus ökonomischen Gründen bereits vorhandene Gebäude, obgleich sie nur beschränkten Platz bieten, zur Aufstellung von Oefen, Dampfkesseln u.s.w. benutzt werden, wie das der Fall ist bei späteren Vergrösserungen des Betriebes. Andererseits kommt es selbst bei Neuanlagen vor, dass die Arbeitsräume wegen Platzmangels nicht gross genug zu schaffen sind.

Der schwere Dienst der Feuerarbeiter führt infolge übermässiger Anstrengung der Muskeln zu Schwächungen des Organismus, selbst bei solchen Arbeitern, die kräftig sind und der Arbeit auf viele Jahre gewachsen erscheinen. Es werden ja doch überhaupt zu solchen Dienstleistungen nur kräftige Personen angestellt, und doch fangen manche bei zu harter Anstrengung schon nach kurzer Zeit an zu erschlaffen.

Durch den schweren Beruf wird auch die Unfall- und Krankheitsgefahr gesteigert. Verbrennungen durch Aschen, durch heisses Gezähe sind nicht selten. Die Einatmung von Rauchgasen, die besonders wegen ihres Gehaltes an Schwefligsäure und Kohlenoxyd schädlich sind, und von Staub führt zu Erkrankungen der Atmungsorgane. Diestarke Wärmestrahlung, die von den Feuerungen, den Ofenthüren, dem Mauerwerk u.s.w. ausgeht und einseitig wirkt, weil die Arbeiter sich, um die Hitze zu ertragen, meist zugleich starkem Zug aussetzen, führt zu rheumatischen Erkrankungen. Das grelle, den Feuerungen entstrahlende Licht schädigt zusammen mit Rauch und Staub die Augen.

Die schwierigsten Dienstleistungen der Arbeiter sind das Beschicken der Feuerungen und das Schlacken, weil hier schwere Arbeit und intensive Wärme- und Lichtstrahlung zusammentreffen. Deswegen muss der Arbeiter die Einführung mechanischer Vorrichtungen, welche ihm diese Arbeit abnehmen oder erleichtern, mit Freuden begrüssen.

Wir werden sehen, in wie verschiedener Art die Aufgabe, solche Vorrichtungen zu schaffen, gelöst ist. Freilich haften den meisten dieser Apparate nicht unwesentliche Nachteile an. Zunächst ist ja zu ihrer Bedienung in den meisten Fällen die Schaffung einer mechanischen Kraft erforderlich. Dann tritt der hohe Preis der Vorrichtungen hinzu. Ein grosser Teil derselben ist der direkten Einwirkung hoher Temperaturgrade ausgesetzt und dadurch baldigem Abbrand und häufigen Reparaturen unterworfen. Indessen muss bemerkt werden, dass die Rostgiesserei jetzt weiter ist als früher, und dass sie heute ein länger haltbares Material zu schaffen versteht. Gegenüber hohen Arbeitslöhnen fällt der höhere Aufwand für Rostmaterial und mechanische Kraft nicht immer ins Gewicht. In England und Amerika sind die mechanisch betriebenen Rostbeschickungsvorrichtungen zahlreich in Anwendung. Allerdings sind dort Kohle und Eisen billiger als bei uns, während die Arbeitslöhne sehr teuer sind.

Indessen darf man nicht annehmen, dass nach Einführung mechanisch betriebener Apparate der tüchtige Heizer entbehrt werden kann. Denn ohne Ueberwachung kann kein mechanischer Betrieb bleiben. Ausserdem ist die Mehrzahl der Apparate so kompliziert gebaut, dass zu ihrer Beobachtung ein Fachmann gehört, der sich bei Störungen des Betriebes sofort zu helfen weiss.

Der Wert der mechanischen Rostbedienungsvorrichtungen ist sehr verschieden beurteilt worden. Die einander zum Teil sehr widersprechenden Urteile über eine und dieselbe Anlage sind wohl zumeist darauf zurückzuführen, dass die verschiedene Beschaffenheit der Brennstoffe und die verschiedene Art der zu beschickenden Feuerungen Anpassungen notwendig macht, denen nicht immer Rechnung getragen worden ist. Grossstückige, kleinkörnige und staubförmige, backende und nicht backende, aschenreiche und aschenarme Kohlen, Steinkohlen und Braunkohlen, Torf, Holz und Sägespäne verlangen, jeder Brennstoff für sich, besondere Einrichtungen. Auch darf über eine Vorrichtung nicht einseitig schon nach kurzem Gebrauch und nur von einer Partei ein Urteil gefällt werden.

In Haier, Dampfkesselfeuerungen zur Erzielung einer möglichst rauchfreien Verbrennung, Berlin 1899, sind in dem Kapitel: „Mechanische Rostbeschickung“, S. 107 und folgende, Nachrichten über einige bereits längere Zeit bekannte Vorrichtungen gesammelt. In drei Abschnitten:

  • 1. Vorrichtungen, welche den Brennstoff gleichmässig über den Rost zerstreuen sollen;
  • |550| 2. Vorrichtungen, bei welchen der Brennstoff vorn aufgegeben und allmählich nach hinten befördert wird;
  • 3. Vorrichtungen, durch welche der Brennstoff von unten zugeführt wird,

sind einige Hauptvertreter dieser Apparate und ihr Wert besprochen. Wer sich für die näheren Angaben interessiert, sei hiermit auf diese wertvolle Arbeit verwiesen. Inzwischen ist die Zahl der mechanischen Rostbeschickungsvorrichtungen nicht unwesentlich vermehrt worden und zwar zum Teil durch ganz neuartige Konstruktionen. Zuverlässige Nachrichten über ihren Wert liegen freilich noch nicht vor. Bei der Beurteilung ihrer Brauchbarkeit sind wir daher auf Vermutungen angewiesen. Die Lösung der gestellten und immer wiederkehrenden Frage hat man zunächst in der Weise versucht, dass man die vorhandenen Einrichtungen verbesserte. Wir werden daher bekannte Beschickungsapparate mit nützlichen Abänderungen wiederfinden, so z.B. solche, bei denen die Beschickung durch hin und her gehende Kolben und Schieber, durch bewegte Schnecken oder Ketten und durch vorschnellende Schaufeln, die den Brennstoff in die Feuerung schleudern, erfolgt. Ebenso haben Rostfeuerungen mit teilweise festangebrachten, teilweise bewegten Roststäben und rotierende kreis- oder ringförmige Roste bekannter Art weitere Ausbildung erfahren. Von neueren Beschickungsvorrichtungen werden uns dann diejenigen mittels Doppelthür oder Doppelschiebers nach Böttger, die Beschickungsvorrichtung für fahrbare Roste nach Brückner, die Beschickung von Rosten mittels fahrbarer Wagen, die Schlackenbrechvorrichtungen und zum Schluss einige Einrichtungen zum Schütze der Feuerarbeiter gegen Unfall und Wärmestrahlung interessieren. Dem Inhalt entsprechend ist der Stoff eingeteilt in folgende Abschnitte:

I. Beschickung der Rostfläche durch Doppelthür (Doppelschieber).

II. Beschickung fahrbarer Roste.

III. Beschickung der Rostfläche durch hin und her gehende Kolben.

IV. Beschickung der Rostfläche durch hin und her gehende Schieber.

V. Vorschnellen der Beschickung auf die Rostfläche.

VI. Beschickung der Rostfläche mittels Wagens.

VII. Beschickung der Rostfläche mittels Förderschnecke.

VIII. Beförderung des Brennstoffs in die Feuerung mittels Kette.

IX. Schrägrostfeuerung mit teilweise festangebrachten, teilweise bewegten Roststäben.

X. Kreis- oder ringförmige, sich drehende Roste.

XI. Schlackenbrechvorrichtungen.

XII. Verschiedenes (Feuerdämpfer für Dampfkesselheizungen, Schutz der Arbeiter gegen die von den Feuerungsthüren ausgestrahlte Wärme).

I.
Beschickung der Rostfläche durch Doppelthür (Doppelschieber).

Die Beschickungsvorrichtung für Generatoren von Hermann Böttger in Dresden besteht im wesentlichen aus einem Fülltrichter mit drehbarer, selbstthätig hochschwingender Bodenplatte und einer die letztere stützenden Thür oder eines Schiebers. Die Fig. 1 bis 3 zeigen Schnitte durch die Beschickungsvorrichtung mit den verschiedenen Stellungen der Abschlussthüren.

In dem Untertheile des den Brennstoff aufnehmenden Kastens a ist an einem Gegengewicht c schwingend die Platte b gelagert. Letztere legt sich auf die Thür d auf, die eine Handhabe e besitzt, so dass sie bei der Beschickung der Feuerung nach auswärts zu bewegen ist. Die Platte b folgt der Thür, indem sie sich stets an dieselbeanlehnt, bis der Brennstoff aus dem Beschickungskasten a der Feuerung zugeführt ist. Nach Entleerung des letzteren schwingt die Platte b sofort wieder hoch, verschliesst den Kasten a und gibt hierbei dem die Thür d haltenden Heizer das Zeichen zum Zumachen derselben. Platte b und Thür d verschliessen sonach während der Beschickung fast stets den Feuerraum und verhindern den Austritt von Gasen und den Zutritt von Aussenluft.

Wird die Thür d ganz geöffnet (Fig. 3), dann legt sie sich auf einen Stab f und bildet eine bequeme Auflage für die Schürgeräte.

Die Thür d kann auch durch einen Schieber ersetzt werden, der im gleichen Masse wie die Thür d der belasteten Platte b als Auflage dient und beim Herausziehen ein Schwingen der Platte nach unten zulässt.

Textabbildung Bd. 316, S. 550
Textabbildung Bd. 316, S. 550
Textabbildung Bd. 316, S. 550

Will man die Platte oder den Schieber öffnen, ohne Brennstoff in die Feuerung gelangen zu lassen, dann wird Platte b auf irgend eine Weise festgestellt.

Die Beschickungsvorrichtung zeichnet sich in günstiger Weise dadurch aus, dass die Eisenteile, mit Ausnahme der Thür d, der strahlenden Wärme der Feuerung entrückt sind. Sie lässt sich leicht auch bei schon bestehenden Anlagen anbringen.

II.
Beschickung fahrbarer Roste.

Eine wesentliche Erleichterung der Arbeit wird durch die Anordnung fahrbarer Roste geschaffen, wie sie sich für die Beheizung von Dampfkesseln, Lauge- und Abdampfpfannen u.s.w. eignet. Fig. 4 zeigt eine solche von Gustav Büchner in Hildburghausen herrührende Feuerung im Schnitt.

Textabbildung Bd. 316, S. 550

Unter dem Füllschacht c ist ein gegen den Feuerraum d geneigtes Gewölbe angeordnet, dessen Neigungswinkel z so bemessen ist, wie es die Umstände verlangen. Der mittels Rollen g auf Schienen h wagerecht verschiebbare Planrost f ist so lang bemessen, dass er vollständig unter den Feuerraum d geschoben werden kann und sich |551| dann gegen den Pendelrost k anlegt, welcher nunmehr eine mehr oder weniger schräge Lage einnimmt. Durch das Aneinanderstossen der beiden Roste f und h wird das Herabfallen von Brennstoff in den Aschenraum verhindert. Unmittelbar hinter dem Pendelrost k sind in der Feuerbrücke in bekannter Weise Luftkanäle l angeordnet zur Zuführung der durch Kanal o eingeleiteten Verbrennungsluft. Das Gewölbe a wird so hoch beschickt, dass beim Oeffnen der Heizthür p keine kalte Luft in die Feuerung einzutreten vermag. Der Brennstoff wird hier zugleich vorgewärmt und zum Teil entgast. Da die entwickelten Gase Gelegenheit haben, sich über der Feuerung zu entzünden, findet eine wirksame Rauchverzehrung statt.

Der fahrbare Rost gestattet neben seiner leichten Bedienung und Reinigung die beliebige Regelung der Heizwirkung, indem man ihn mehr oder weniger unter das Gewölbe a führt oder von ihm entfernt.

An Stelle des Pendelrostes k können, wie die Fig. 5, 6 und 7 zeigen, andere Einrichtungen gesetzt werden.

Nach Fig. 5 ist der Rost q durch eine Abkröpfung x unmittelbar mit dem Planrost verbunden. Der Rost q gleitet hier auf der Feuerbrücke.

Nach Fig. 6 ist am Hinterrande des Planrostes ein beweglicher Rost r vorgesehen, welcher mit seinem freien, nach oben ragenden Ende an der schrägen Wand s der Feuerbrücke m gleitet und eine mehr oder weniger wagerechte Lage einnimmt, je nachdem der Planrost nach vorn oder hinten gefahren wird.

Nach Fig. 7 legt sich der in seinem unteren Ende v an der Feuerbrücke drehbar gelagerte Rost t infolge seines Eigengewichts gegen den Planrost f.

Bei derartigen Einrichtungen muss freilich befürchtet werden, dass die Rostteile, besonders der unweit der Feuerbrücke gelagerte Rostteil x und die Roste rt, sowie die Fahreinrichtung für den Rost f Schaden nehmen, wenn sie der hohen Temperatur der Feuerung zu lange ausgesetzt sind.

III.
Beschickung der Rostfläche durch hin und her gehende Kolben.

Eine andere sehr einfache Art von Beschickungsvorrichtungen ist in den Fig. 8 bis 10 dargestellt. Der Brennstoff fällt hier vor einen hin und her gehenden Kolben und wird von ihm der Feuerung zugeführt.

Fig. 8 zeigt eine Ausführungsform einer solchen Beschickungsvorrichtung für eine Schrägrostfeuerung. Ueber dem Schüttkasten a ist der Fülltrichter b und an diesem eine Führung c für den Kolben d angeordnet. Der Kolben d wird durch Schwingen e1 Doppelhebel f und Schubstangen g in eine hin und her gehende Bewegung versetzt und führt den aus dem Trichter b niederfallenden Brennstoff dem Roste zu.

Textabbildung Bd. 316, S. 551

Damit sich der Brennstoff in den Zuführungskanälen des Schüttkastens a nicht festsetzen kann, sind am Kolben nach den Angaben der Oberschlesischen Kesselwerke B. Meyer in Gleiwitz, Oberschlesien, Schüreisen h angebracht, die den Brennstoff regelmässig auflockern und die Kanäle frei halten. Die Fig. 9 und 10 zeigen einen derartigen Kolben in Ansicht.

IV.
Beschickung der Rostfläche durch hin und her gehende Schieber.

Bei den Beschickungsvorrichtungen durch hin und her gehende Schieber wird der Brennstoff durch die letzteren allmählich gegen den Rost vorgeschoben, durch Wärmestrahlung zum Teil entgast, dann verbrannt und durch den nachrückenden frischen Brennstoff vom Roste entfernt. Als Beispiel ist die Beschickungsvorrichtung von Emil Efran in Brunn, hier an einem Kessel mit zwei Flammrohren angebracht, in folgendem beschrieben.

Textabbildung Bd. 316, S. 551

Fig. 11 ist eine Vorderansicht des Flammrohrkessels (der Deutlichkeit halber sind die Beschickungstrichter, sowie einzelne aus anderen Figuren ersichtliche Teile fortgelassen), Fig. 12 eine Vorderansicht des Feuergeschränks, Fig. 13 ein senkrechter Schnitt durch das Feuergeschränk, Fig. 14 eine Vorderansicht des Rahmens, der im unteren Teile des Feuergeschränks befestigt ist, Fig. 15 eine Oberansicht dieses Rahmens, Fig. 16 ein senkrechter Querschnitt durch den Rahmen, Fig. 17 ein senkrechter Längsschnitt der Schiebereinrichtung, Fig. 18 ein wagerechter Querschnitt derselben, Fig. 19 ein senkrechter Querschnitt durch eine nachstehend beschriebene Reguliervorrichtung, Fig. 20 ein senkrechter Längsschnitt durch den Hauptteil der Reguliervorrichtung, Fig. 20a eine Seitenansicht eines Teiles der Beschickungsvorrichtung und Fig. 20b ein wagerechter Schnitt derselben.

Jedes der beiden Flammrohre B ist mit einem Feuergeschränk A versehen. In die unteren Teile der letzteren ist je ein über die ganze Breite derselben reichender Rahmen a eingesetzt, welcher mit seinem vorderen Flansch a1 an der Vorderwand des Ofengeschränks befestigt ist. Der Rahmen a besitzt an seinen Seitenenden vorstehende Ansätze a2, in welchen die die Fördervorrichtungen beider Flammrohrfeuerungen betreibende, gemeinschaftliche Welle b gelagert ist.

Die Welle b, welche von einer Treibwelle c aus mittels Riemens c1 angetrieben wird, trägt für jede Feuerung eine Anzahl versetzt zu einander angeordneter Exzenter d. In deren Kreisnut d1 (Fig. 17) greift der Zapfen e1 einer Spindel e ein, welche mit einem zugehörigen, in der Höhlung des Rahmens a befindlichen Schieber f verschraubt ist. Diese Schieber f schieben bei der Drehung der Welle b den längs der schrägen, abgerundeten Bodenplatte g des Feuergeschränkvorbaues A1 herabrollenden Brennstoff vor, und zwar nicht gleichmässig, sondern in schmalen Streifen. Das Mass des Vorschubes kann dadurch verändert werden, dass die Spindel e mehr oder weniger tief in den Schieber f eingeschraubt wird.

Das Brennmaterial wird der Feuerung durch eine selbstthätig wirkende Beschickungsvorrichtung zugeführt. Der |552| kastenförmige Vorbau A1 besitzt, wie Fig. 13 zeigt, einen Aufsatz, dessen Boden k mit einem über die ganze Breite des Ofengeschränks reichenden Schlitz k1 versehen ist. In den Seitenwänden k2 des Aufsatzes sind offene, wagerechte Schlitze k3 angebracht, welche zur Lagerung der Zapfen l1 einer geriffelten Walze l dienen. Diese Walze lässt zwischen sich und der Rückwand k4 des Aufsatzes einen Spalt k5 (Fig. 20b) frei, welchem der Brennstoff durch einen oberhalb des Spaltes angeordneten Fülltrichter zugeführt wird. Durch Drehung der Walze l wird der Brennstoff zerkleinert und fällt durch den Schlitz k1 auf die schräge Bodenplatte g des Vorbaues A1, um sich vor den Schiebern f anzuhäufen. Die Bewegung der Walze l wird von der Exzenterwelle b mittels über Schnurscheiben b1 laufender Schnüre b2 bewirkt (Fig. 11). Die Zapfen l1 der Walzen l dringen durch Längsschlitze m1 der an den Seitenwandungen k2 befestigten Winkel m und werden durch Augenlager n1 eines Schraubenbolzens n gehalten, welcher mittels der Muttern n2 verstellt werden kann, so dass es möglich wird, die Walze l der Rückwand k4 zu nähern oder von ihr zu entfernen, und demgemäss die Weite des Zufuhrspaltes k5 zu ändern.

Textabbildung Bd. 316, S. 552

Die Schieber f stossen den Brennstoff auf der Schürplatte h langsam in den Feuerraum vor. Die sich bildenden Gase streichen über den dahinter liegenden glühenden Brennstoff und verbrennen. Durch das frische Brennmaterial wird die glühende Kohle immer weiter vorgeschoben, während die Aschen in den am Ende des Rostes zwischen diesem und der Feuerbrücke befindlichen Aschenraum fallen.

Die beschriebene Vorrichtung wirkt in regelmässiger Weise, so lange der Druck im Kessel eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Wird er überschritten, danngelangt folgende Regulierungsvorrichtung zur Thätigkeit. – Der Kolben o ist in dem oben offenen, an der Kesselvorderwand oder an einem anderen festen Kesselteil befestigten Cylinder o1 (Fig. 19 und 20) verschiebbar eingesetzt. Er besitzt zwei Bohrungen I und II, von denen erstere geradlinig und diametral durch den Kolben führt, während die Bohrung II im rechten Winkel abgebogen ist. Der Cylinder o1 steht durch den Kanal III mit dem Wasserraum des Kessels derart in Verbindung, dass das unter Dampfdruck stehende Kesselwasser unter den Kolben treten kann. Letzterer ist entgegen dem Druck des Kesselwassers durch einen Gewichtshebel o2 belastet, und zwar ist das beschwerende Gewicht ox so gewählt, dass sich der Kolben bei normalem Druck im Kessel in der Gleichgewichtsstellung befindet, bei welcher die Bohrung I den beiden Rohrstutzen o3 und o4 des Cylinders o gegenübersteht und diese Stutzen miteinander verbindet.

Der Rohrstutzen o3 ist durch ein Kupferrohr p1 mit dem an tiefster Stelle des Cylinders p angeordneten Rohrstutzen p2 verbunden. Im letztgenannten Cylinder ist ein Kolben q verschiebbar eingesetzt, dessen Kolbenstange q1 an ihrem Aussenende mit einem Hebel r gelenkig verbunden ist. Das Oberende des Hebels r ist durch das Scharnier s2 mit der in den festen Führungen s gleitenden Stange s1 gelenkig verbunden, welche die zum Verschieben des Riemens c1 dienende Riemengabel s3 trägt. Mit dem Hebel r ist ferner der bei t1 schwenkbar befestigte Lenker t verbunden, welcher die Geradführung des Scharniers s2 in der Richtung der Stange s1 bewirkt.

Textabbildung Bd. 316, S. 552

Steigt nun der Druck im Kessel über die vorgeschriebene Grenze, so bewirkt er das Heben des Hebels o. Hierbei tritt der wagerechte Teil der Bohrung II dem Rohrstutzen o3 gegenüber, so dass das Kesselwasser unter den Kolben q gelangt und ihn hebt. Hierdurch wird Riemengabel s3 verstellt, und der Riemen c1 von der Vollscheibe v auf die Leerscheibe v1 (Fig. 11) gebracht, so dass die Exzenterwelle b und somit die Beschickungs- und Fördervorrichtung zum Stillstand gebracht werden. Zugleich bewirkt der am unteren Ende des Hebels r sitzende Zapfen w das Heben des um x1 schwenkbaren Hebels x, welcher mittels Schnur oder Kette x2 |553| entgegen der Wirkung des Zuggewichts x3 das Schliessen des Rauchschiebers veranlasst.

Textabbildung Bd. 316, S. 553
Textabbildung Bd. 316, S. 553

Nun fällt der Dampfdruck im Kessel, und wenn er die normale Höhe erlangt hat, sinkt der Kolben o durch die Wirkung des Belastungsgewichts nach abwärts, wodurch die Bohrung II wieder abgesperrt und die Bohrung I in die Linie der beiden Rohrstutzen o3o4 gebracht wird. Das unter dem Kolben q befindliche Druckwasser wird durch das Eigengewicht des Kolbens q und des mit ihm verbundenen Gestänges q1rt durch das Rohr p1, Stutzen o3, Bohrung I, Stutzen o4 und Abströmrohr IV hinausgedrückt. Zugleich bewirkt das sich senkende Gestänge die Verschiebung der Riemengabel s3 derart, dass der Riemen c1 von der Leerscheibe v1 auf die Vollscheibe v gebracht, und die Beschickungs- und Fördervorrichtung wieder in Thätigkeit gesetzt wird. Ferner sinkt der Hebel x nieder, und das Zuggewicht x3 öffnet den Rauchschieber.

Natürlich bedarf auch eine derartige Feuerungsanlage der Wartung durch kundige Personen. Die Vorrichtung soll nur die Arbeit vereinfachen und Unglücksfälle bei etwaiger Unachtsamkeit des Wärters ausschliessen.

Die Beschickungsvorrichtung von Wilhelm Holdinghausen in Siegen ermöglicht es, frisch aufgeworfenen Brennstoff so unter die bereits in Glut befindliche Kohle zu bringen, dass die sich entwickelnden brennbaren Gase der frischen Kohle durch die glühende Schicht streichen müssen, sich hier erhitzen und dadurch möglichst rauchlos verbrennen.

Fig. 21 zeigt die Vorderansicht eines mit der neuenVorrichtung ausgerüsteten Cornwallkessels mit einem seitlichen Flammrohr.

Fig. 22, 24, 26 und 27 sind Längsschnitte, aus denen die einzelnen Teile der Vorrichtung in verschiedenen Stellungen ihrer Thätigkeit ersichtlich sind.

Fig. 23 zeigt einen Schnitt nach der Linie CD der Fig. 24, Fig. 25 einen Schnitt nach der Linie EF der Fig. 26, Fig. 28 einen wagerechten Schnitt nach der Linie AB der Fig. 24, und Fig. 31 einen Schnitt nach der Linie GH der Fig. 32.

Die beiden gusseisernen Platten 1 und 2 sind bei 3 scharnierartig verbunden. Die Platte 2 gabelt sich an ihrem Ende, so dass dieser Teil der Platte einem geöffneten Maule gleicht. Die Platte 1 ist mit der in den Seitenwänden des Feuerthürrahmens drehbar gelagerten Achse 4, fest verbunden. Ausserhalb des Feuerthürrahmens sitzt auf der Achse 3 ein Handhebel 5 mit Gegengewicht. Durch die Hin- und Herbewegung dieses Handhebels können die Platten 1 und 2 in die verschiedenen Stellungen nach den Fig. 22, 24, 26 und 27 gebracht werden.

Textabbildung Bd. 316, S. 553

Durch die in dem Fülltrichter 6 befindliche Walze 7, deren Körper an der einen Seite abgeschnitten ist, wird dem darunter liegenden Raum 8 Brennstoff zugeführt. Im |554| Raum 8 bewegt sich ein um seine Achse drehbarer Flügel 9. Derselbe schleudert die Kohlen in dem Augenblick, wo die beiden Platten 1 und 2 in der Stellung nach Fig. 24 sind, auf den vorderen Teil des Rostes.

Textabbildung Bd. 316, S. 554

Die Fig. 33 und 35 zeigen die Einrichtung zur Bewegung der Walze 7 und des Flügels 9. Beide werden durch die Federn 11 und 12 (Fig. 34) gespannt. Auf der Achse 13 der Walze 7, sowie auf der Achse 14 des Flügels 9 sitzt je ein Schaltrad 15 und 16 mit Hebeln 17 und 18 und Schalthaken. Auf der Achse 4 befinden sich die Hebel 19 und 20, die mit den Hebeln 17 und 18 durch die Stangen 21 und 22 verbunden sind. Wird der Hebel 5 nach links bewegt, dann wird das Schaltrad 15 und mit ihm die Zuführungswalze 7 mit herumgedreht und zwar so weit, dass der Ausschnitt den Durchgang für die Kohlen frei macht. In dieser Stellung hält der Sperrhaken 23 das Schaltrad 15 fest, bis der Hebel 5 zurückgelegt wird. Hierauf drückt eine an der Achse 4 sitzende Nase 24 auf den Sperrhaken 23 und löst das Schaltrad aus. Dann wird die Walze 7 durch die Federn wieder zurückgedreht, und der Durchgang für die Kohlen geschlossen. Aehnlich ist die Einrichtung zur Bewegung des Flügels 9. Derselbe wird bei der Bewegung des Hebels 5 nach links durch das Schaltrad 16 so weit herumgedreht, dass er in die Stellung gemäss Fig. 22 kommt. In dieser Stellung wird er durch den Sperrhaken 25 so lange festgehalten, bis die Nase 24 auf das eine Ende des Sperrhakens 25 drückt und das Schaltrad auslöst. In demselben Augenblicke kommt die Feder zur Wirkung, wodurch der Flügel 9 die vor ihm liegenden Kohlen fortschleudert.

Soll frisch beschickt werden, dann wird Hebel 5 aus der Lage von Fig. 22 in diejenige von Fig. 24 gebracht. Dabei schiebt sich die Platte 2 mit der maulartigen Erweiterung unter die in Glut befindlichen Kohlen, hebt dieselben und legt somit den vorderen Teil des Rostes bis auf eine Schicht glühender Kohlen von der Höhe der eisernen Schiene 26 frei (Fig. 24). Auf den freigelegten Teil schleudert nun Flügel 9 frische Kohle (bei 10, Fig. 24). Man kann aber auch, falls notwendig, z.B. bei Störungen der Maschine, von Hand beschicken und zwar durch die Feuerthür 27 (Fig. 29 bis 32).

Die bei 10 zurückbleibende Schicht glühender Kohlen bleibt auf dem Rost liegen, damit die frisch aufgeworfenen Kohlen schnell anbrennen. Dadurch, dass der Feuerthürrahmen nach vorn vorgebaut ist, ragen die Platten 1 und 2 fast ganz aus dem Feuerraum heraus und sind daher so weit als möglich vor Verbrennung geschützt.

Wird Platte 2 aus der Lage nach Fig. 24 in ihre ursprüngliche Lage wieder zurückgezogen, dann gleitet sie infolge eines an der Seite angebrachten Stiftes 28 über die bewegliche, etwas gebogene Schiene 29 und hebt sich. Es können daher die frisch aufgeworfenen Kohlen nicht wieder zurückgeschoben werden. Ist der Stift 28 an dem höchsten Punkte der Schiene 29 angekommen, so fällt die Platte 2 herunter auf die Schiene 26 und schiebt beim Zurückstossen durch den Hebel 5 die frisch aufgeworfenen Kohlen vomPlatze 10 unter die glühenden Kohlen, wodurch eine lebhafte Verbrennung der sich entwickelnden Gase erzielt wird.

An der Platte 1 ist ein Schaber 31 drehbar so angebracht, dass er die auf der Platte 2 etwa liegen gebliebenen Kohlen herunterschiebt.

Die Beschickung des Rostes aus dem Trichter 6 durch den Hebel 5 kann, wie beschrieben, von Hand erfolgen oder durch Maschinenkraft (Fig. 33 bis 35). Im letzteren Falle wird eine Welle 32 mit Riemenscheiben 33 34 und Kurbelscheibe 35 verwendet. Die Kurbelscheibe ist mit dem auf der Achse 4 sitzenden Hebel 36 durch eine Zugstange 37 verbunden.

Bei Kesseln mit zwei Flammrohren, bei denen jedes Flammrohr abwechselnd beschickt werden soll, kommt die Einrichtung nach Fig. 36 zur Anwendung. Auf der Welle 38 ist für jeden Antrieb eine Stufenscheibe 39 40 und zwischen diesen eine Schnecke 41 mit Schneckenrad 42 angebracht. Mit letzterem ist eine Kurbel verbunden, die mit den beiden Zugstangen 43 44 und den Ausrückhebeln 45 46 das Ein- und Ausrücken der Klauen- und Reibungskuppelungen 47 48 besorgt. Die Kuppelungen sitzen auf den Wellen 49 50, die durch Kurbelscheiben 51 52 und Zugstangen 53 54 mit den Hebeln 55 56 verbunden sind.

Textabbildung Bd. 316, S. 554

Soll der Rost von Schlacken befreit werden, dann bringt man die Platten 1 und 2 in die Lage nach Fig. 27. An der Platte 2 ist ein Bügel 57 (Fig. 25 bis 27) Fig. 36. befestigt. Dieser Bügel bildet eine Oeffnung, in die ein Hebel 58 gesteckt werden kann. Letzterer dient zum Hochheben der Platten 12.

Der Rostträger 60 ist so gestaltet, dass er selbst wieder einen Rost bildet, damit eine möglichst vollständige Verbrennung erzielt wird.

V.
Vorschnellen der Beschickung auf die Rostfläche.

Als wesentliche Fortschritte in dem Bestreben, die mechanisch betriebenen Rostbeschickungsvorrichtungen dem Bereiche der Flamme zu entziehen, können die Apparate von Gehre und von der Firma Geipel und Lange gelten.

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Beide Vorrichtungen haben das Gemeinsame, dass vor der Rostfläche Beschickungstrichter angeordnet sind, aus welchen der Brennstoff durch rhythmisch vorschnellende Maschinenteile in die Feuerung geschleudert wird.

Textabbildung Bd. 316, S. 555
Textabbildung Bd. 316, S. 555
Textabbildung Bd. 316, S. 555
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Die Beschickungsvorrichtung von M. Gehre in Rath bei Düsseldorf ist in den Fig. 37 bis 40a dargestellt. Die Fig. 37 und 38 zeigen einen senkrechten Schnitt durch den Fülltrichter bei verschiedenen Stellungen des Schleuderbügels d, Fig. 39 eine Vorderansicht der Beschickungsvorrichtung, teilweise im Schnitt, Fig. 40 und 40a Einzelheiten.

An der den Bügel d tragenden Welle f sind die Hebel g und k befestigt. Der Hebel k steht derart unter der Wirkung der Feder l, dass letztere gespannt wird, wenn die Welle f vermittelst des Hebels g in der Richtung des Pfeiles (Fig. 40) gedreht wird. Der Hebel g wird durch die Knaggen i (Fig. 37 und 40) des Treibrades h in der Richtung des Pfeiles mitgenommen und schnellt, wenn sein Kopf an den Knaggen i vorbei ist, infolge des Federdrucks auf k zurück. Dabei wird der Bügel d zwischen der Platte b des Beschickungstrichters a und der Lagerplatte c durch die Kohlenschicht getrieben und schleudert Brennstoff in den Feuerraum v, um gleich darauf nachweiterer Drehung des Rades h wieder in seine ursprüngliche, in Fig. 38 gezeichnete Lage zurückzuschnellen. Die Kohle hat jetzt Zeit nach der Platte c nachzurutschen. Dasselbe Spiel wiederholt sich dann.

Es ist zugleich Vorkehrung getroffen, dass dem Feuer nach jeder Beschickung mehr Luft zugeführt wird. Zu diesem Zwecke wird die Bewegung der Welle f durch den Hebel k und das Hebelsystem r auf eine Drosselklappe g (Fig. 40a) übertragen in der Weise, dass sich nach erfolgter Beschickung Klappe q öffnet und reichlich Luft zuströmen lässt, während sie sich beim Zurückdrehen von k langsam wieder in die punktierte Lage zurückbegibt.

Die Beschickungsvorrichtung von Geipel und Lange in London ist dadurch gekennzeichnet, dass sie den Brennstoff aus dem Fülltrichter auf eine hin und her bewegte Platte fallen lässt, die ihn weiterschiebt und vor eine Daumenscheibe bringt, von welcher er in die Feuerung geschleudert wird.

Fig. 41 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung an einem Dampfkessel in senkrechtem Längenschnitt, Fig. 42 einen Grundriss der Vorrichtung nebst wagerechtem Schnitt durch den Beschickungskasten, Fig. 43 und 44 senkrechte Längenschnitte nach Linie AB der Fig. 42, Fig. 45 einen Querschnitt nach Linie CD der Fig. 44. Fig. 46 bis 48 sind Einzelheiten der Bewegungseinrichtung.

Textabbildung Bd. 316, S. 555

Durch den Fülltrichter a gelangen die Kohlen auf die Platte c, die in einem Kasten b auf der zur Platte o verlängerten Wand beweglich angeordnet ist. Die Bewegung erfolgt durch Hebel d (Fig. 42) mittels Rollführung, welche eine beliebige Anzahl von wellenförmigen Kenlungen e (Fig. 47 und 48) besitzt. Da die Kehlungen verschieden tief sind, wird die Platte c verschieden weit vor und zurück bewegt.

Textabbildung Bd. 316, S. 555

Die Rollführung befindet sich auf einer durch den Kasten b gehenden Welle y und ist derart eingerichtet, dass der Zwischenraum zwischen den einzelnen Nuten und gleichzeitig der Hub des Hebels d durch den Hebel f und die Stellschraube g beeinflusst werden, wodurch die Zufuhr |556| des Brennstoffs geregelt wird. Um die Verwendung feinkörnigen Brennstoffs, der zu schnell durchgleiten und das Feuer ersticken würde, zu ermöglichen, wird die Ausflussöffnung des Trichters a durch eine im Kasten b an einem Bolzen u aufgehängte Platte h (Fig. 43 und 44) verengt. Letztere wird durch eine Feder t und Anschlagstifte r in ihrer Stellung begrenzt.

Der Brennstoff, welcher über die Platte o geschoben ist, fällt auf den Boden des Kastens b und zwar vor die Platte i. Durch die keilförmige Gestalt dieser Platte soll das Brennmaterial gleichmässig auch über die Seiten der Feuerung verteilt werden. Die Platte i ist am Bügel n befestigt, welcher an der Aussenseite des Kastens b um einen Bolzen p drehbar angebracht ist (Fig. 45). Der Bügel n gibt der Platte i genügende Biegsamkeit und hat an seinem oberen Teile einen Ansatz w, der einer mit Hebedaumen besetzten, auch auf Welle y sitzenden Scheibe k als Anschlag dient. Bügel n ist ferner mit der Kolbenstange s eines Cylinders l verbunden und erhält durch sieseine Bewegung. Die Kolbenstange s mit dem Kolben v wird durch eine in dem Cylinder l befindliche starke Feder q gegen den Bügel n gedrückt, so dass die Platte i gegen die Feuerung bewegt wird.

Die Zwischenräume zwischen den Hebedaumen k haben verschiedene Halbmesser und die Hebedaumen verschiedene Länge. Daher wird die Feder q ungleichmässig gespannt und dadurch bewirkt, dass die Platte i ungleichmässig vorschnellt, und der Brennstoff, zugleich unter Mitwirkung der keilförmigen Gestaltung der Platte i, in ungleichen Abständen auf das Feuer geschleudert, und die Rostfläche gleichmässig bedeckt wird.

Frühere Vorrichtungen, welche den Brennstoff gleichmässig über den Rost schleudern, so z.B. die von Leach (1891 280 * 153), Ruppert, Whittacker u.a., finden in Haier, Dampfkesselfeuerungen zur Erzielung einer möglichst rauchfreien Verbrennung, Berlin 1899, S. 107 bis 115 nähere Besprechung. Doch sind die auf Grund von Betriebsergebnissen gemachten Erfahrungen auch nur beschränkte.

(Fortsetzung folgt.)

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