Titel: Die Schreibmaschine vom Standpunkt der Zweckmässigkeit ihrer Konstruktion.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1901, Band 316 (S. 809–816)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj316/ar316182

Die Schreibmaschine vom Standpunkt der Zweckmässigkeit ihrer Konstruktion.

(Schluss von S. 799 d. Bd.)

Von A. Beyerlen, Ingenieur.

Die bekanntesten Schreibmaschinen.

(In alphabetischer Reihenfolge.)

Wie eingangs schon bemerkt, sind etwa 38 Schreibmaschinen zur Zeit (d.h. im Jahre 1901) im Verkehr und in Verwendung, von welchen gesagt werden kann, dass sie mit Vorteil beruflich gebraucht werden können.

Alle diese Maschinen befriedigen, solange sie in guter Beschaffenheit sind, für alle Arten von Schreibarbeiten, mit wenig Ausnahmen.

Die Unterschiede in der Brauchbarkeit beziehen sich auf Aeusserlichkeiten, Form und Reinheit der Schrift, grössere oder kleinere Schreibschnelligkeit, grössere oder geringere Handlichkeit, und hängen von den im vorstehenden besprochenen Unterschieden in der Konstruktion, Anordnung des Farbstoffes, der Tasten und der Anbringung des ganzen Aufbaues der Maschine ab.

Die wesentlichsten und wichtigsten Unterschiede, von denen die Dauerhaftigkeit abhängt, beruhen in der technischen Gediegenheit der Konstruktion. Um eine Maschine nach dieser Richtung zu beurteilen, genügt es, sie nach diesen wichtigsten Eigenschaften zu prüfen. Eine Aufzählung der 38 Maschinen mit Angabe dieser wichtigsten Eigenschaften wird demgemäss den besten Ueberblick über das vorliegende Material geben, wobei auf dasjenige, was über die einzelnen Konstruktionsarten im allgemeinen Teil gesagt wurde, zu verweisen ist.

Besondere Eigentümlichkeiten einzelner Maschinen lassen sich jeweils im Zusammenhang kurz mit anfügen.

Es werden sonach im folgenden die Maschinen nacheinander aufgeführt und zwar der Leichtigkeit des Nachschlagens wegen nicht nach technischen Eigenschaften, sondern nach dem Alphabet geordnet.

Die Gesichtspunkte, welche als die wesentlichsten dabei berücksichtigt werden müssen, sind:

1. Konstruktionsart, ob Typenhebelmaschine oder Typenrad- bezw. Rotationsmaschine.

2. Vollkreistypenhebelmaschine oder Segmentmaschine.

3. Griffbrett nach der Universalanordnung oder nach einer anderen Anordnung.

4. Gerade oder gekrümmte Anordnung der Tasten.

5. Volltastatur oder Umschaltung, eine Umschaltung oder zwei oder mehrere.

6. Färbung, ob Farbkissen oder Farbband, Dauerfarbkissen oder Kissen zum Auftragen oder Aufstreichen der Farbe. Wenn Band, ob automatisch umsetzbar oder nicht.

7. Typenhebel, ob geführt oder frei schwingend.

8. Typenhebel, ob gerade bezw. in der Schwingungs- und Schwerebene angegriffen, oder seitlich gekröpft und mit seitlichem Kraftmoment angegriffen, schiefe Antriebe.

9. Type, im Anschlag geschlossen oder frei anschlagend.

10. Tasten, geführt oder nach der Seite beweglich.

11. Tasthebel, gerade oder seitlich gekröpft.

12. Typen verdeckt oder sichtbar anschlagend.

13. Stellzeiger oder Skalaablesung.

14. Typen und Tasten einzeln und leicht auswechselbar, ohne Justierung, oder nur in Gruppen auswechselbar und mit Umständlichkeiten und Justieren.

15. Tabulator oder Kolonnensteller.

Von den vorstehend genannten wichtigen Eigenschaften sind immer die voranstehenden die empfehlenswerteren.

1. Barloch-Schreibmaschine (Fig. 25).

Die Barlock-Schreibmaschine gehört zu den Segmenttypenhebelmaschinen, hat Volltastatur und im Anschlag geführte Typenhebel. Das Griffbrett ist nach der Universaltastatur geordnet, gerade Anordnung; sie hat Farbbandfärbung mit automatischer Umstellung. Typenhebel gerade. Type in der Schwerebene angreifend, jedoch meist schief angreifende Verbindungen. Type nicht geschlossen. Tasten nicht geführt, lassen seitliche Bewegung zu. Tasthebel gerade. Typen schlagen offen an, sichtbar schreibend. Einzelne Typen auswechselbar, erfordern jedoch Justieren. Ohne Tabulator.

2. Blickensderffer-Schreibmaschine (Fig. 26).

Rotationsmaschine mit anschlagendem Typenrade, Griffbrett gerade, aber nicht nach Universaltastatur angeordnet. Zweimalige Umschaltung. Färbung durch Farbkissen, leichtes bewegliches Farbröllchen. Type nicht geschlossen. Tasten nicht geführt, seitlich ausweichend, Tasthebel seitlich gekröpft. Sichtbar schreibend. Einzelne Typen nicht auswechselbar, dagegen ganze Schrift auswechselbar. Ohne Tabulator.

Typenkörper aus Hartgummi, leichte und billige Maschine.

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3. Brooks-Schreibmaschine (Fig. 27).

Segmenttypenhebelmaschine. Universaltastenanordnung mit zwei Umschaltungen, geradlinig. Farbband. Gerade Typenhebel, nicht geführt, schiefe Angriffe. Type im Anschlag nicht geschlossen, Tasten geführt. Tasthebel teilweise gekröpft. Typen sichtbar anschlagend. Typen nicht einzeln, sondern je zu dreien auswechselbar. Justierung erforderlich. Kein Tabulator.

Textabbildung Bd. 316, S. 811
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4. Caligraph-Schreibmaschine (Fig. 28).

Wird seit 1900 nicht mehr fabriziert, die deutsche Nachbildung des ehemaligen Caligraph geschieht durch Frister und Rossmann in Berlin. Diese Maschine ist fast in allen Teilen dieselbe wie die frühere Caligraph, daher genügt es, auf letztere (s. Frister und Rossmann Nr. 16) zu verweisen.

5. Century oder New Century Caligraph (Fig. 29).

Vollkreistypenhebelmaschine. Volltastatur mit gerader Universalgriffbrettanordnung. Farbband. Selbstthätige Farbbandumstellung. Gerade Typenhebel, nicht geführt,frei schwingend. Type schlägt in der Schwingungsebene an, jedoch teilweise schief angegriffen. Tasten geführt. Tasthebel gerade. Typen verdeckt anschlagend. Skalaablesung. Typen einzeln auswechselbar. Justierung erforderlich. Tabulator.

6. Chicago-Schreibmaschine (Fig. 30).

Dieselbe Maschine wie Munson (s. diese Nr. 26). Die neuere Ausführung der Munson führt den Namen Chicago.

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7. Cleveland-Schreibmaschine (Fig. 31).

Die Cleveland-Schreibmaschine ist dieselbe Konstruktion wie die Hartford (s. diese Nr. 20), die in ihrer neueren Ausführung den Namen Cleveland führt.

8. Crandall-Schreibmaschine (Fig. 32).

Die Crandall-Maschine ist eine Rotationsmaschine mit anschlagendem Typencylinder. Typen aus dünner Kupferplatte mit Hinterfüllung. Griffbrett gebogen mit besonderer Tastenanordnung und zwei Umschaltungen. Bandfärbung. Tasten geführt. Sichtbar schreibend. Typen einzeln nicht |812| auswechselbar, dagegen ganzer Typencylinder auswechselbar, ohne Tabulator.

9. Densmore-Schreibmaschine (Fig. 33).

Vollkreistypenhebelmaschine. Griffbrett nach der Universalanordnung, gerade mit einer Umschaltung. Farbband, automatisch beweglich.

Textabbildung Bd. 316, S. 812
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Typenhebel nicht geführt, frei schwingend, Kugellager. Typenhebel gerade, jedoch meist seitlich angegriffen und schiefe Zugstangenangriffe.

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Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten nicht geführt.

Textabbildung Bd. 316, S. 812
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Tasthebel gerade. Typen verdeckt anschlagend. Skalaablesung. Typen einzeln nicht auswechselbar, sondern nur in Paaren. Justierung erforderlich. Tabulator.

10. Duplex-Schreibmaschine (Fig. 34).

Diese Maschine wird nicht mehr gebaut. Sie ist eine Vollkreistypenhebelmaschine mit besonderer gerader Griffbrettanordnung (zwei kleinen und einem grossen Alphabet), bei welcher je zwei Typen zugleich an zwei nebeneinanderliegenden Treffpunkten angeschlagen werden. Farbband.

Typenhebel nicht geführt, gerade, in der Schwingungsebene angegriffen, schwach seitliche Angriffe. Type nicht geschlossen. Tasten geführt. Tasthebel gerade. Typen verdeckt anschlagend. Stellzeiger. Typen einzeln, aber mit Justierung auswechselbar. Kein Tabulator.

11. Elliot und Hatch-Buchschreibmaschine (Fig. 35).

Diese Maschine unterscheidet sich von allen anderen Schreibmaschinen dadurch, dass hier nicht das Papier transportiert wird, sondern unter der Maschine in ebener Fläche festliegt, während die Maschine über dem Papier weggleitet.

Sie ist eine Vollkreistypenhebelmaschine mit gerader Universaltastatur und einer Umschaltung. Bandfärbung. Gerade Typenhebel, schiefe Antriebe. Typen und Typenhebel nicht geführt. Tastenhebel nicht geführt. Typen paarweise mit Justierung auswechselbar. Ohne Tabulator.

12. Empire-Schreibmaschine

(auch Adler-Schreibmaschine genannt) (Fig. 36).

Stosshebelmaschine. Stosshebel strahlenförmig in einer Ebene nach gemeinsamem Druckpunkt, mit Ausnahme des mittelsten schief anschlagend. Segmentmaschine mit gerader |813| Universaltastatur und zwei Umschaltungen. Bandfärbung. Typenhebel und Type geführt, schiefe Antriebe. Tasten gekröpft und nicht geführt. Sichtbar schreibend. Typen einzeln nicht auswechselbar. Ohne Tabulator.

13. English-Schreibmaschine.

Konstruktion ähnlich wie Barlock (s. Nr. 1), nur mit zwei Umschaltungen. Wird nicht mehr fabriziert.

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14. Fitch-Schreibmaschine (Fig. 37).

Segmenttypenhebelschreibmaschine mit gerader besonderer Tastenanordnung und zwei Umschaltungen. Farbkissen, bestehend aus einem kleinen beweglichen Farbröllchen. Typenhebel biegsam, gekröpft und geführt.

Textabbildung Bd. 316, S. 813
Textabbildung Bd. 316, S. 813

Schiefe Antriebe. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten nicht geführt, Tasthebel gerade. Sichtbar schreibend.Typen einzeln nicht auswechselbar, Justierung erforderlich. Ohne Tabulator.

15. Franklin-Schreibmaschine (Fig. 38).

Die Maschine ist ähnlich wie die Barlock (s. Nr. 1) gebaut, jedoch mit einer Umschaltung und gekrümmtem nach der Universaltastatur angeordnetem Griffbrett. Segmentmaschine. Farbband. Typenhebel geführt. Angriffe in der Schwingungsebene liegend. Tasten nicht geführt, sichtbar schreibend. Typen einzeln mit Justierung auswechselbar. Ohne Tabulator.

Textabbildung Bd. 316, S. 813
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16. Frister und Rossmann-Schreibmaschine (Fig. 39).

(Deutsche Nachbildung des Caligraph.)

Vollkreistypenhebelschreibmaschine. Griffbrett teils nach der Universalanordnung, teils nach besonderer Anordnung angeordnet. Volltastatur. Farbband. Typenhebel |814| ohne Führung. Typen in der Schwingungsebene anschlagend. Schiefe Antriebe. Type nicht geschlossen, Tasten geführt. Tastenhebel gerade. Typen verdeckt anschlagend. Skalaablesung. Typen einzeln, aber mit Justierung auswechselbar. Ohne Tabulator.

17. Germania-Schreibmaschine (Fig. 40).

(Deutsche Nachbildung der Jewett-Schreibmaschine, s. Nr. 22).

Vollkreistypenhebelmaschine. Universaltastatur in gerader Anordnung. Volltastatur. Farbbandfärbung. Typenhebel nicht geführt. Typen schlagen in der Schwingungsebene an, sind aber zum Teil schief angetrieben. Typen nicht geschlossen. Tasten geführt. Tasthebel gerade, Typenanschlag verdeckt. Stellzeiger. Typen einzeln mit Justierung auswechselbar. Ohne Tabulator.

Textabbildung Bd. 316, S. 814

18. Granville-Schreibmaschine (Fig. 41).

Stosshebelsegmentmaschine, ähnlich der Empire. Universaltastatur mit einer Umschaltung. Farbband. Tasten geführt. Sichtbar schreibend. Ohne Tabulator.

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19. Hammond-Schreibmaschine (Fig. 42).

Typenradmaschine mit Schlaghammer. Teils mit gerader Universaltastatur, meist mit gebogener besonderer Tastatur ausgeführt mit drei Umschaltungen. Farbband. Typen aus Hartgummi. Typen nicht geschlossen. Tasten nicht oder nur teilweise geführt. Typen drucken verdeckt. Ablesung nach Abwärtsschiebung des Bandes sichtbar. Typen einzeln nicht auswechselbar, jedoch ganzer Typensatz auswechselbar. Ohne Tabulator.

20. Hartford-Schreibmaschine, jetzt Cleveland genannt (Fig. 43).

Vollkreistypenhebelmaschine. Griffbrett gerade nach der Universaltastatur. Volltastatur. Farbband. Typenhebelnicht geführt, gerade. Typen in der Schwingungsebene anschlagend, aber zum Teil schief angegriffen. Typen nicht geschlossen. Tasten nicht geführt, Tasthebel gerade. Typen schlagen verdeckt an. Stellzeiger. Typen einzeln, aber mit Justierung auswechselbar. Ohne Tabulator.

21. Ideal-Schreibmaschine (Fig. 44).

Segmenttypenhebelmaschine. Universalgriffbrett, gerade, mit einer Umschaltung. Bandfärbung. Typenhebel nicht geführt, Typenhebel mit Ausnahme des mittelsten seitlich gekröpft. Schiefe Antriebe. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten seitlich beweglich, nicht geführt. Sichtbar schreibend. Typen einzeln nicht auswechselbar. Kolonnensteiler, durch Verschiebung der Kolonnentaste als Tabulator verwendbar.

Textabbildung Bd. 316, S. 814

22. Jewett-Schreibmaschine (Fig. 45).

Amerikanisches Original der Germania (s. Nr. 17). Wie die Germania gebaut.

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23. Keystone-Schreibmaschine (Fig. 46).

Typenradmaschine ähnlich der Hammond (s. Nr. 19). Gerade Universaltastatur mit zwei Umschaltungen. Farbband. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten nicht geführt. Typen drucken verdeckt ab. Typensatz, nicht einzelne Type, auswechselbar. Kein Tabulator.

24. Manhattan-Schreibmaschine.

Gebaut wie Remington Nr. 2 (s. Nr. 32). Vollkreistypenhebelmaschine mit gerader Universaltastatur und einer |815| Umschaltung. Farbband. Typenhebel nicht geführt. Typenhebel gerade, schiefe Antriebe. Type nicht geschlossen. Tasten nicht geführt. Tasthebel gerade. Typen drucken verdeckt. Skalaablesung. Typen in Paaren mit Justierung auswechselbar. Kein Tabulator.

25. Maskelyne-Schreibmaschine (Fig. 47).

Segmentmaschine mit gegliederten Hebeln. Universaltastatur, gerade mit zwei Umschaltungen. Kissenfärbung. Kissen durch Farbaufstrich zu erneuern. Typenhebel geführt und seitlich gekröpft. Type im Anschlag nicht geschlossen.

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Tasten nicht geführt, gerade Tasthebel. Typen sichtbar abdruckend. Typen einzeln, nicht auswechselbar. Kein Tabulator.

26. Munson-Schreibmaschine,

jetzt Chicago-Schreibmaschine genannt (s. Nr. 6) (Fig. 48).

Rotationsmaschine (Typencylinder aus Metallblech mit Anschlaghammer). Gerade Universaltastatur mit zwei Umschaltungen. Farbband. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten nicht geführt. Tasthebel gerade. Sichtbare Schrift. Typencylinder, nicht einzelne Typen, auswechselbar. Kein Tabulator.

Textabbildung Bd. 316, S. 815

27. National-Schreibmaschine (Fig. 49).

Segmenttypenhebelmaschine (zwei Segmente). Griffbrett im Bogen. Universaltastatur mit zwei Umschaltungen. Farbband. Typenhebel nicht geführt. Schiefe Antriebe. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten geführt. Tasthebel fehlen. Gekröpfte Tastenstäbe bewirken Kraftübertragung auf Zugstangen. Typen drucken verdeckt. Stellzeiger. Typen einzeln nicht auswechselbar, sondern nur zu dreien, Justierung erforderlich. Kein Tabulator.

28. North-Schreibmaschine (Fig. 50).

Segmenttypenhebelschreibmaschine. Gerades Griffbrett mit Universaltastatur und einer Umschaltung. Farbband.Typenhebel nicht geführt, gerade, schiefe Antriebe. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten geführt. Gerade Tasthebel. Sichtbare Schrift. Typen paarweise mit Justierung auswechselbar. Tabulator fehlt.

29. Oliver-Schreibmaschine (Fig. 51).

Typenhebelbogenmaschine mit parallelen Typenhebelachsen von verschiedener Länge. Griffbrett gerade, nach Universalanordnung mit zwei Umschaltungen. Farbband. Typenhebel nicht geführt. Schiefe Antriebe. Typen im Anschlag nicht geschlossen. Tasten teilweise geführt. Tasthebel seitlich gekröpft. Typen sichtbar anschlagend. Typen einzeln nicht auswechselbar. Tabulator nicht vorhanden.

Textabbildung Bd. 316, S. 815

30. Pittsburg Visible-Schreibmaschine,

früher Daugherty genannt (Fig. 52).

Segmenttypenhebelmaschine. Schwachgekrümmtes Griffbrett mit Universalanordnung. Einfache Umschaltung. Farbband. Gekröpfte Typenhebel seitlich geführt. Schiefliegende Lager, schiefe Antriebe. Seitlich ausweichende Tasten ohne Führung. Gerade Tastenhebel. Sichtbar anschlagende Typen. Typen einzeln nicht auswechselbar, nur in Paaren mit Justierung. Ohne Tabulator.

Textabbildung Bd. 316, S. 815

31. Remington Sholes-Schreibmaschine,

Nachahmung der Original Huntington Standard.

Vollkreistypenhebelmaschine mit gerader Universaltastatur und einfacher Umschaltung. Farbband. Typenhebel nicht geführt. Schiefe Antriebe. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten nicht geführt. Tastenhebel gerade. Typen schlagen verdeckt an. Skalaablesung. Ohne Tabulator.

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32. Remington Standard-Schreibmaschine (Fig. 53).

Gebaut wie Remington Sholes (s. Nr. 31). Unterscheidet sich von letzterer dadurch, dass bei der Umschaltung die Schreibwalze, d.h. der Druckpunkt, verschoben wird, während bei Remington Sholes der Typenkorb sich vor- und rückwärts bewegt und der Druckpunkt in Ruhe bleibt, und dass die Remington Sholes Metalltasthebel hat, während diese bei Remington Standard von Holz sind. Remington Standard hat ausserdem noch Tabulator.

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33. Salter-Schreibmaschine (Fig. 54).

Segmenttypenhebelschreibmaschine mit gekrümmtem Universalgriffbrett mit zweifacher Umschaltung. Bandfärbung. Typenhebel nicht geführt. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten geführt, ähnlich wie bei National (s. Nr. 27). Typen sichtbar anschlagend. Typen einzeln nicht auswechselbar. Justierung notwendig. Ohne Tabulator.

34. Smith Premier-Schreibmaschine (Fig. 55).

Vollkreistypenhebelmaschine mit eigentümlicher, früher besprochener Lagerung. Griffbrett gerade nach Universalanordnung. Keine Umschaltung. Volltastatur. Bandfärbung. Typenhebel nicht geführt, gebogen und gekröpft. Schiefe Antriebe. Type im Anschlag nicht geschlossen, Tasten geführt. Tastenhebel fehlen. Kraftübertragung früher beschrieben. Typen verdeckt anschlagend. Skalaablesung. Tabulator.

35. Underwood-Schreibmaschine (Fig. 56).

Segmenttypenhebelmaschine. Gerades Universalgriffbrett mit einer Umschaltung. Farbband. Typenhebel im Anschlag seitlich geführt, seitlich gekröpft. Schiefe Antriebe. Type im Anschlag nicht geschlossen. Tasten nicht geführt. Tastenhebel von geradem Grundriss, gekröpfte Zwischenhebel. Sichtbar schreibend. Kolonnensteller.

36. Victoria-Schreibmaschine (Fig. 57).

Typencylinderrotationsmaschine. Gummitypen. Mit besonderer Griffbrettanordnung in geraden Reihen. 5fache Umschaltung. 84 Zeichen mit 14 Tasten. Weicht in der Konstruktion von allen gebräuchlichen Schreibmaschinen ab. Farbkissen. Sichtbarer Druck. Ohne Tabulator.

37. Williams Schreibmaschine (Fig. 58).

Segmenttypenhebelschreibmaschine. Zwei Segmente. Typenhebel gegliedert, ähnlich der Maskelyne (s. Nr. 25). Gerades Universalgriffbrett mit einfacher (früher doppelter) Umschaltung. Kissenfärbung.Farbe durch Aufstrich zu erneuern. Typenhebel im Anschlag seitlich geführt. Schiefe Antriebe. Typen im Anschlag nicht geschlossen. Tasthebel gerade. Tasten nicht geführt. Typen drucken sichtbar. Kein Tabulator.

38. Yost-Schreibmaschine (Fig. 59).

Vollkreistypenhebelschreibmaschine. Gerades Universalgriffbrett. Volltastatur. Keine Umschaltung. Farbkissenfärbung. Dauerkissen. Typenhebel im Anschlag durch Type geführt. Typenhebel gegliedert, in der Schwingungsebene angegriffen. Keine schiefen Antriebe. Type im Anschlage geschlossen. Konischer Typenschluss. Tasten geführt. Tasthebel gerade. Kräfte der seitlichen Tasthebel durch gerade Zwischenhebel normal übertragen.

Typen schlagen verdeckt an. Jede einzelne Type ohne Justierung auswechselbar. Stellzeiger. Ausser der Dauerkissenfärbung Farbbandvorrichtung. Spiegelorientierung und Tabulator.

Nähere Beschreibungen der einzelnen Maschinen finden sich in den eingangs angeführten Sammelwerken, so namentlich in dem im Jahre 1900 erschienenen Werk über Schreibmaschinen von Friedrich Müller, Berlin, Verlag der Papierzeitung, sowie in den Spezialprospekten der Verkäufer und Vertreter der verschiedenen Maschinen.

Ein näheres Eingehen auf die unwesentlichen Verschiedenheiten in der Ausführung von nebensächlichen Einrichtungen erscheint bei dem Zweck der vorliegenden Arbeit nicht notwendig, da dieselbe einen Ueberblick über die wesentlichen technischen Momente bei der Konstruktion dieser Maschinen und das Urteil über den mechanischen Wert derselben geben wollte.

Von den Zeigermaschinen, welche zum Schnellschreiben ungeeignet sind, dürften, wenn es nur auf saubere Arbeit ankommt, zu empfehlen sein: Kosmopolit, Boston, Kneist, Edelmann,

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