Titel: Moderne Lade- und Transporteinrichtungen für Kohle, Erze und Koks.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318 (S. 306–312)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/ar318081

Moderne Lade- und Transporteinrichtungen für Kohle, Erze und Koks.

Von Georg v. Hanffstengel, Ingenieur in Stuttgart.

(Fortsetzung von S. 296 d. Bd.)

In Fig. 217 und 218 ist eine Konstruktion von Wilh. Fredenhagen, Offenbach a. M., dargestellt. Der Greifer fasst 1,15 cbm und gehört zu dem Erzverladekran, der auf S. 100 d. Bd. beschrieben wurde. Das in zwei Strängen von der Katze kommende Hubseil ist über eine einzige lose Rolle geführt, an deren, über die Breite des Gestelles durchgeführten, in zwei schweren Gussböcken gelagerten Achse die Zugstangen angreifen. Die Rollenböcke sind an zwei gebogene ⊏ Eisen geschraubt, die auf jeder Seite ein senkrechtes, am Gestell befestigtes ⊏ Eisen umfassen und so die ganze Traverse führen. Die auf den Kniehebel wirkende Vertikalkraft ist gleich dem Seilzug, vermindert um das Gewicht der Traverse und der Schaufeln, soweit es nicht von den festen Drehzapfen aufgenommen wird. Bei geöffnetem Greifer haben diese das ganze Schaufelge wicht und, da die Schaufeln über ihre Schwerpunktslage gespreizt sind, auchnoch den grössten Teil des Gewichts der Traverse zu tragen, sodass nahezu der ganze Seilzug zum Schliessen der Schaufeln verfügbar ist. Das Drehmoment ist also hier verhältnismässig gross, zumal der Kniehebel in dieser Stellung starke Uebersetzung hat. Je mehr die Schaufeln zusammengehen, um so geringer wird das Drehmoment, da sowohl die Uebersetzung des Kniehebels als auch die Vertikalkraft abnimmt, und nur die allmähliche Zunahme des Schaufelinhalts eine Steigerung des Seilzuges zulässt. In der Schlusstellung hat man von dem Seilzug das Gewicht der Traverse, sowie den grösseren Teil des Gewichtes der Schaufeln und ihres Inhaltes abzuziehen, um die am Kniehebel wirksame Kraft zu erhalten. Der ungünstige Einfluss dieser Gewichte ist hier viel grösser als bei dem Greifer von Jaeger, da sie hier von der einfachen, dort von der vierfach übersetzten Kettenkraft abzuziehen sind. Während dort angenommen

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Textabbildung Bd. 318, S. 307
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werden durfte, dass sich unter ihrem Einfluss das Verhältnis der Traversenkraft zum Kettenzug von 4 auf 3,5, also um höchstens 15 v. EL änderte, wäre hier unter gleichen Verhältnissen auf einen Unterschied von 50 v. H. zu rechnen. Um dem entgegenzuwirken, erscheint es günstig, das Gewicht des Gestelles im Verhältnis zu dem der beweglichen Teile möglichst gross zu machen, wie es hier geschehen ist durch Einlegen von Gusseisenbarren in die oberen, 220 mm hohen ⊏ Eisen.

Das Oeffnungsseil greift an einer oben im Gestell gelagerten Rolle an, wodurch die Bauhöhe verhältnismässig gross wird.

Textabbildung Bd. 318, S. 308

Hat man es mit geeignetem Material zu tun, so arbeiten derartige Greifer trotz der geringen Uebersetzung durchaus befriedigend, wie ich z.B. bei Verladung von Kohlengrus beobachten konnte. Ist das Material schwierig zu fassen, so muss der Greifer entsprechend schwer gemacht werden. Jedenfalls dürfte dies die einzige Konstruktion sein, die für Verladebrücken in Frage kommt, wenn sie, wie die oben erwähnte Ausführung von Fredenhagen, nach dem Schema Fig. 125, S. 73 d. Bd. mit am Trägerende festgemachtem Hubseil versehen sind. Denn wollte man in diesem Falle einen mehrrolligen Flaschenzug einbauen, so würde das Seil bei längeren Wegstrecken viel zu sehr leiden, zumal es, um die Schaufeln geschlossen zu halten, stets gespannt bleiben muss, der Greifer also nicht in die Katze eingehängt werden kann. Bei der Seilführung nach Fig. 126 oder 127 S. 73 u. 74 d. Bd. mit einseitig angreifendem Hubseil lässt sich, wie die Konstruktion der Düsseldorfer Kranbaugesellschaft und das folgende Beispiel zeigen, sehr viel leichter eine gute Lösung finden, da das Seilstück, an dem die Last hängt, beim Verfahren in Ruhe bleibt.

Der Greifer von G. I. Hone1) (Fig. 219–221) ist für Hochbahnkrane deshalb besonders geeignet, weil er ohne Entleerungsseil arbeitet, dabei ziemlich einfach gebaut istund grosse Rollendurchmesser zulässt. Die Bauhöhe ist allerdings beträchtlich.

Die oberen Rollen des Seilflaschenzuges sind fest im Gerüst, die unteren in einem Gleitstück a gelagert, das mit dem gleichfalls im Gestell geführten Zapfen b durch eine besondere Vorrichtung nach Fig. 221 gekuppelt wird. An b greifen die Zugstangen an, welche die Schaufeln schliessen. Der Arbeitsvorgang ist folgender:

Wird der Greifer in geschlossenem Zustande (Fig. 219) gehoben, so sind die Teile a und b durch den in a gelagerten Bolzen c fest miteinander verbunden, Bolzen c ist mit einer Aussparung versehen, die es möglich macht, ihn bei richtiger Stellung an dem Zapfen b vorbeizuführen, augenblicklich ist er jedoch in die Aussparung von b hineingedreht, und wird in dieser Lage (Stellung 3) durch den Gewichtshebel d gehalten, dessen Ausschlag durch den Stift e begrenzt ist. Dreht man jetzt den Hebel aufwärts, wie in Fig. 220 gezeichnet (Stellung 2 Fig. 221), so wird die Kupplung gelöst, sodass b frei wird und die Schaufeln sich öffnen können. Das mit b verbundene Gleitstück muss so schwer sein, dass es die Schaufeln genügend spreizen kann und bis in seine tiefste, durch einen Anschlag begrenzte Stellung sinkt. Der Hebel d fällt, sobald er losgelassen wird, wieder in seine Anfangsstellung zurück. Der Greifer kann erst wieder geschlossen werden, wenn er auf die Kohle niedergelassen ist, die Schaufeln also eine feste Unterstützung gefunden haben. Lässt man nämlich in dieser Lage das Seil weiter nach, so senkt sich der untere Rollenblock durch sein Eigengewicht, bis der Kuppelbolzen c auf den Kopf des Zapfens b stösst (Stellung 1 Fig. 221). Da der Rollenblock sich weiter senkt, muss der Gewichtshebel sich aufwärts drehen, bis die Aussparung von b erreicht ist. Jetzt fällt er zurück und stellt die Kupplung her (Stellung 3 Fig. 221). Durch Anziehen des Seiles wird nun der Greifer geschlossen.

Einen wichtigen Bestandteil bildet noch eine hier nicht gezeichnete Dämpferpumpe, die mit Oel oder dergl. gefüllt ist und verhindert, dass bei Lösung der Kupplung das untere Gleitstück plötzlich herunterfällt. Eine allmähliche Entleerung |309| ist sowohl für die Schonung der Kohle, wie auch der Behälter, in welche die Kohle geschüttet wird, von Wichtigkeit, besonders wenn Eisenbahnwagen oder Fuhrwerke beladen werden.

Gegenüber anderen Einseilgreifern hat diese Konstruktion den Vorzug, dass die Schaufeln, wenn auch nicht vom Maschinisten, so doch vom Bedienungspersonal jederzeit durch Lüften des Hebels geöffnet werden können. Das ist z.B. dann erwünscht, wenn der Greifer, wie es beim Herausholen der Reste vorkommt, sich im Schiff nicht vollständig gefüllt hat und noch einmal fassen soll. Findet die Entleerung immer an bestimmter Stelle statt, wie beim Huntschen Elevator, so wird der Hebel hier durch einen festen Anschlag ausgelöst.

J. Pohlig verwendet den Hone greifer für seine unter 30° geneigten Elevatoren (Fig. 130, S. 75 d. Bd.) und Verladebrücken (Fig. 127 S. 74). Die Seilführung im ersten Falle gibt Fig. 222 wieder. Trotz der verhältnismässig grossen Rollendurchmesser findet ein sehr starker Seilverschleiss statt, da beim Heben des geschlossenen Greifers das Seil beständig durch den Flaschenzug läuft und ein grosses Stück des Seiles über sämtliche Greiferrollen um je 180°, ausserdem noch über die Laufkatzenrolle sich biegen muss. Günstiger liegen die Verhältnisse bei der horizontalen Verladebrücke, die mit zwei gleichzeitig zum Heben und Senken benützten Seilen arbeitet (Fig. 223). Das Ende eines jeden Seiles ist, wie in Fig. 220 bei f punktiert angedeutet, am Greifergestell selbst befestigt, so dass zwei getrennte Flaschenzüge entstehen, in denen das Seil sich nur während der Greifarbeit bewegt, während es beim Heben und Fahren in Ruhe bleibt.

Textabbildung Bd. 318, S. 309
Textabbildung Bd. 318, S. 309
Textabbildung Bd. 318, S. 309

Abbildungen der Ausführung von Pohlig geben Fig. 224 und 225. Wenn bei einem Elevator Greiferbetrieb vorwiegt und die Verhältnisse es gestatten, so wählt Pohlig statt des schrägen den parabolischen Ausleger und verwendet dann, da die lose Rolle fortfällt, einen Greifer mit Gliederkette, ungefähr wie in Fig. 226 skizziert, mit besonderer Kette für die Entleerung. Ausser für Hochbahnkrane kommen Greifer ohne Entleerungskette für Massengüterverladung nur dann in Betracht, wenn es sich um Drehkrane handelt, die von vornherein nicht für Greiferbetrieb eingerichtet waren. Alle mir bekannten Einkettengreifer, ausser dem von Hone, leiden an dem Uebelstande, dass sie nicht an beliebiger Stelle geöffnet werden und ausschliesslich mit Kette arbeiten können.2)

Statt durch einen Flaschenzug kann die Uebersetzung auch durch zwei auf derselben Welle sitzende Trommeln verschiedenen Durchmessers hervorgebracht werden, ähnlich wie bei dem Priestman greifer. Die Trommel welle ist entweder fest im Gestell gelagert oder bewegt sich mit den Schaufeln auf und ab. Ein Beispiel der ersten Bauart bietet der auf S. 557 des vorigen Jahrganges beschriebene Selbstgreifer von Losenhausen. Da hier kein Kniehebel angebracht werden kann, um die Schaufeln genügend zu spreizen, so darf die Oeffnungskette nicht am Gestell befestigt werden, sondern sie muss sich teilen und ausserhalb der Drehpunkte an beiden Schaufeln anfassen, so dass das Gewicht des Gestelles auf Drehung der Schaufeln nach auswärts wirkt.

Ordnet man nach Fig. 226 u. 227 die Trommeln beweglich an, so reicht ihr Gewicht aus, um die Schaufeln auseinander zu drücken und die Entleerungskette kann am Gestell angreifen. Die von der kleinen Trommel ablaufende Kette a schliesst den Greifer, indem sie sich aufwickelt, und muss am Gestell befestigt werden. Unterstützt wird sie durch den Zug der Lastkette b, soweit derselbe nicht durch das Gewicht der Traverse u.s.w. aufgehoben wird. Die Anordnung ist in der Skizze so getroffen, dass die Trommelwelle an einer Schaufel gelagert ist, genau wie in Fig. 214 bis 216, natürlich könnte man auch unter Anwendung eines Kniehebels die Trommeln in der Mittel ebene senkrecht führen.

Wenn es darauf ankommt, sehr grosse Uebersetzung zu erhalten, so kann man, statt die Trommeln auf dieselbe Welle zu setzen, sie durch ein oder zwei Zahnradvorgelege verbinden, wie in Fig. 228 skizziert, Der Wirkungsgrad des Getriebes wird dabei allerdings nicht sehr hoch sein, da die Zapfenreibung bei dem geringen Durchmesser, den die Räder mit Rücksicht auf den verfügbaren Platz einhalten müssen, sehr zur Geltung kommt. Das ganze Triebwerk muss natürlich in diesem Falle fest im Gestell gelagert werden. Mit a sind wieder die von der kleinen Trommel ablaufenden Schliessketten bezeichnet, die an den Schaufeln anfassen, mit b die Lastkette, die auf die grosse Trommel wirkt. Die Entleerungskette muss geteilt werden und ausserhalb der Drehpunkte an den Schaufeln angreifen, wenn diese sich genügend öffnen sollen3).

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Die Firma J. Jaeger, Duisburg, baut für schwere Beanspruchung den in Fig. 229 u. 230 S. 311 dargestellten Greifer, der gleichfalls Zahnräderübersetzung hat. Jedoch sind hier die Schaufeln fest auf einer Welle aufgekeilt, die durch das Stirnrädergetriebe gedreht wird. Die Lastkette wirkt auf zwei Trommeln, die neben einander auf derselben Achse laufen, sich aber, ebenso wie die Schaufeln, entgegengesetzt drehen müssen. Damit ergiebt sich von selbst nach Fig. 229 symmetrischer Angriff der in zwei Stränge geteilten Lastkette. Mit jeder Trommel ist ein Stahlgussritzel (z = 15, t = 10π) fest verkeilt, das in das Zahnrad einer Zwischenwelle (z = 42, t = 10π) eingreift, deren Ritzel (z = 10, t = 15π) auf das nur teilweise ausgeführte Rad der Hauptwelle arbeitet. Diese ist mit den Schaufeln verbunden durch eine Stahlgussrosette, die mit den Schaufelblechen vernietet und auf der Welle festgekeilt ist. Ein geschlossener Blechmantel schützt das Triebwerk gegenüber der Kohle. Die in 4 Stränge geteilte Entleerungskette wird in Oesen eingehängt, die aussen an den Schaufeln befestigt sind.

Textabbildung Bd. 318, S. 310
Textabbildung Bd. 318, S. 310

Der gezeichnete Greifer fasst 2000 kg Kohle. DieKonstruktion wird sich nicht für alle Fälle eignen, weil das geteilte Stück der Lastkette nicht über die Auslegerrolle aufgezogen werden kann und daher bei geschlossenem Greifer ziemlich viel Höhe wegnimmt. Dagegen scheint es nicht unmöglich, die Konstruktion bei Verladebrücken für Betrieb mit Drahtseil zu verwerten, wenn von vornherein zwei Seilstränge vorhanden sind. Man hätte dann eine ähnliche Anordnung, wie bei dem Hone greifer, nur würde die Anbringung des Oeffnungsseiles die Ausführung erschweren.

Fig. 231 und 2324) geben ein anschauliches Bild von der Arbeitsweise des Greifers.

Textabbildung Bd. 318, S. 310

Bei allen bisher beschriebenen Ausführungen wurde die Lastkette als Schliessorgan benutzt. Es können indessen auch Fälle vorkommen, wo entweder keine Kette vorhanden |311| ist, oder unabhänig vom Kettenzuge sehr grosse Schliesskraft ausgeübt werden muss, namentlich dann, wenn sehr bedeutende Mengen mit einem Hube gefördert werden sollen. Man kann dann irgend ein Kraftübertragungsmittel, Wasser, Pressluft, Dampf oder Elektrizität benutzen und den Greifer unmittelbar mit dem Motor zusammenbauen. Um auch hierfür ein Beispiel anzuführen, ist in Fig. 233 ein hydraulisch betriebener Greifer aus dem mehrfach erwähnten Aufsatz von Salomon wiedergegeben, der für Erdarbeiten gebaut ist.5) Die Anordnung der Schaufeln und der Lenkstangen ist dieselbe, wie heim Priestmangreifer. Der Zylinder ist mit dem Gusstück, das die Drehzapfen der Schaufeln aufnimmt, durch kräftige vertikale Anker verbunden, und ist während des Greifens feststehend zu denken. Der untere grosse Kolben schliesst die Schaufeln, während der obere den ersten Kolben zurückzuziehen und die Schaufeln zu Öffnen hat. Beide sind durch Zugstangen miteinander verbunden. Die Stopfbüchsen liegen aussen und sind daher bequem zugänglich. Der Greifer soll sich in jeder Beziehung gut bewährt haben.

Wenn es sich darum handelt, Kähne zu entleeren, die oben vollständig offen sind, so kann ein mit Greifer ausgerüsteter Kran den grössten Teil der Kohle aufnehmen, ohne dass Schaufelarbeit erforderlich ist, und es sind nur gegen Schluss der Arbeit 2 oder 3 Leute nötig, um die Reste zusammenzuschaufeln. Bei der Entladung von grösseren Schiffen jedoch, die enge Luken haben, kann der Greifer nur das unter der Luke liegende Material fassen, und das Uebrige muss zugeschaufelt werden, daher sind amerikanische Konstrukteure auf den Gedanken gekommen, Vorrichtungen zu bauen, die das seitwärts liegende Material selbst nach der Mitte hin zusammenholen, also einem ähnlichen Zwecke dienen, wie die schon mehrfach ausgeführten Beiholapparate für Getreide, die einem im Schiffsraum arbeitenden Elevator das Getreide zuführen. Eine dieser Konstruktionen, unter dem Namen Hulett-Auslader von der Webster Camp and Lane Machine Co. in Akron, Ohio, gebaut, ist in Fig. 234 skizziert6).

Der Greifer, der 10 t Erz fasst, ist nicht, wie sonst üblich, an Ketten aufgehängt, sondern an einem senkrechten Mast aus Schmiedeeisen exzentrisch befestigt, drehbar um dessen Achse, so dass in geöffnetem Zustande die äussere Schaufel einen Kreis von etwa 3 m beschreibt. Dadurch soll es möglich werden, nachdem der Greifer in günstigster Stellung durch die schmale Luke in den Schiffsraum gesenkt ist, auch das seitlich liegende Erz fast vollständig zu fassen und die Schau fei arbeit auf das äusserste zu beschränken. Unten in dem Mast ist der Platz des Mannes, der den Greifer bedient, so dass derselbe alle Vorgänge genau vor Augen hat. Die Schaufelnwerden durch einen Dampfzylinder geöffnet und geschlossen. Der Mast hängt an einem doppelarmigen Hebel und wird durch ein Parallelogramm senkrecht geführt.

Textabbildung Bd. 318, S. 311

Der Hebel ist auf einem Wagen gelagert, der senkrecht zum Ufer auf einem Portalgerüst verfahren werden kann. Dieses selbst läuft auf Schienen parallel zur Uferkante und trägt an seiner landseitigen |312| Stütze ein Maschinenhaus mit Dampfkessel. Alle Bewegungen werden mit Dampf- oder Wasserdruck ausgeführt, die Drehung des Hebels durch den in der Skizze angedeuteten umgekehrten Flaschenzug, dessen lose Seilenden am Wagen befestigt sind.

Textabbildung Bd. 318, S. 312

Ist der Greifer gefüllt, so wird er gehoben, rückwärts gefahren und in den Eisenbahnwagen entleert. Zur Bedienung sind nötig ein Mann am Greifer, einer auf dem Wagen für Heben und Fahren sowie ein Heizer. Dazu kommen Aufseher und Erzschaufler. In 10 Stunden sollen 2500 t Erz übergeladen werden.

Nach einer Mitteilung in Iron Age vom 23. Jan. 1902 scheint die Maschine den gehegten Erwartungen nicht voll entsprochen zu haben, da meistens 12 bis 15 Schaufler angestellt werden mussten. Daher hat dieselbe Firma eine Vorrichtung entworfen, bei welcher der Beiholapparat und der Greifer mit Zubehör zwar auf demselben Gerüst aufgebaut, aber sonst vollständig getrennt sind. Der erstere hat Aehnlichkeit mit dem Hulett-Auslader, konnte aber viel leichter gebaut werden, weil er keine Hubarbeit zu leisten hat. Er ist gleichfalls an einem senkrechten Mast angebracht, in dem der Maschinist seinen Platz hat. Die Kratzerschaufel hat ein Arbeitsfeld von etwa 4,5 m Radius. Der Greifer selbst hängt an einer Kette und fasst je nach der Erzsorte 2 bis 4 t. Er nimmt zunächst das Erz unter der Luke, etwa 50 v. H. der Gesamtladung auf, worauf ihm der Rest durch den Kratzer zugeführt wird. Man hofft, dass nur 1 oder 2 Schaufler nötig sein werden. Fig. 235 gibt ein Bild des Greifers, der durch die eigentümliche Form seiner Schaufeln auffällt.

Textabbildung Bd. 318, S. 312
Textabbildung Bd. 318, S. 312

Als besonderer Vorteil gegenüber dem Hulett-Auslader wird in der genannten Quelle angeführt, dass die Maschine auch benutzt werden kann, um das Erz auf einen Lagerplatz zu schaffen, während jener infolge seines grossen Gewichtes sich nicht gut für lange Wege und grössere Geschwindigkeiten bauen lässt.

(Fortsetzung folgt.)

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D. R.-P. No. 89881. Die Figuren sind nur schematische Skizzen, die Ausführung weicht etwas davon ab.

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Einkettengreifer von Jaeger s. Ernst, Hebezeuge,3. Aufl., S. 606.

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Ein Greifer ähnlicher Ausführung von Hunt ist abgebildet in Buhle, Technische Hilfsmittel zur Beförderung und Lagerung von Sammelkörpern, S. 40. Der Greifer arbeitet mit Gelenkkette.

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Der „Deutschen Fabrikantenzeitung“, München, entnommen

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Z. d. V. J. 1886, No. 46, Tafel 33.

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Nach „Stahl und Eisen“ 1902, S. 18 und 962.

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