Titel: Die Kühlmaschinen auf der Düsseldorfer Ausstellung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318 (S. 358–363)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/ar318094

Die Kühlmaschinen auf der Düsseldorfer Ausstellung.

Von Prof. Alois Schwarz in Mähr.-Ostrau.

Unter den viel bewunderten Darbietungen der im Laufe des vorigen Jahres in Düsseldorf veranstalteten Gewerbeausstellung nimmt bekannterweise, nächst dem Berg- und Hüttenwesen, die Maschinenindustrie die hervorragendste Stelle ein. Bei dem besonderen Aufschwung, welchen die Kälteindustrie und besonders die maschinelle Kühlung im Laufe der letzten Jahre genommen hat, darf es nicht überraschen, dass auch diese Art von Maschinen auf der Düsseldorfer Ausstellung in ansehnlicher Weise vertreten erschien. Wenn auch der mehr lokale Charakter der Ausstellung, welcher sie auf die in Westfalen und in den Rheinlanden domizilierenden Aussteller beschränkte, die Beteiligung der auf dem Gebiete der Kälteindustrie hervorragendsten Firmen von der Ausstellung abgehalten hatte, so waren doch die im Ausstellungsgebiete ihren Wohnsitz habenden Firmen in sehr bemerkenswerter Weise vertreten. Etwa 10 Maschinenfirmen, welche den Bau von Kühlmaschinen als besonderen Zweig betreiben, hatten ihre Maschinen zumeist im Betriebe vorgeführt, und zwar war ein Teil dieser Objekte in einem besonderen Eismaschinenhause untergebracht, welches durch die Siegener Verzinkerei Akt.-Ges. in Wellblech ausgeführt und für diesen Zweck hergestellt war, zum Teile waren sie in den einzelnen Ausstellungsrestaurants und Pavillons für den Zweck der Abkühlung dieser Räume in Verwendung.

In dem besonderen Eismaschinenhaus waren zunächst Gegenstände der Firmen A. Freundlich in Düsseldorf, Schüchtermann & Kremer, Dortmund, Eulenberg, Moenting und Co., Mülheim a. Rh., Dietrich & Bracksiek, Bielefeld, ausgestellt. Ueberdies hatte die Siegener Verzinkerei in diesem Pavillon auch verschiedene Erzeugnisse, wie Eiszellen, Wellblech u.s.w., untergebracht. Die Firma Semmler und Gsell in Düsseldorf hat ihre Anlage im Pavillon der Dortmunder Aktienbrauerei, die Firma Koch & Wellenstein in Ratingen ihre Kühlmaschine, Patent Knox, im Bierkeller des Panorama-Restaurants, die Firma W. Senssenbrenner in Düsseldorf eine Ammoniak-Absorptionsmaschine, Patent Osenbrück, in der Molkerei „Sanitas“ und die Maschinenbauanstalt Humboldt einen Ammoniak-Kompressor mit neuen Ventilen nach Patent Gutermuth in der Hauptmaschinenhalle ausgestellt, woselbst sie auch eine Anzahl von Plänen der von ihr ausgeführten Anlagen untergebracht hatte.

Wir beginnen die Beschreibung der ausgestellten Anlagen mit der in dem Kühlmaschinenpavillon ausgestellten Anlage der Firma A. Freundlich in Düsseldorf. Dieselbe ist in Fig. 1A dargestellt und besteht aus einem Ammoniakkompressor a mit offener Geradführung, von 120000 Kalorien Stundenleistung bei 65 Touren. Derselbe ist als doppeltwirkende Saug- und Druckpumpe ausgebildet und mit Ventilen versehen, deren Spiel fast geräuschlos ist. Der Oelabscheider, durch ein Rückschlagventil mit dem Kompressor verbunden, ist gleichzeitig als Oeltopf ausgebildet, welch letzterer behufs Wiederauffangung der im Oel mitgerissenen Ammoniakgase mit dem Saugbügel des Kompressors verbünden ist. Die Detailkonstruktion des Kompressors ist aus Fig. 1B ersichtlich. Anschliessend daran steht ein viereckiger Verdampfer und Eiserzeuger d, ersterer für 150000 Kalorien Stundenleistung, letzterer für eine stündliche Eiserzeugung von 800 kg vermittels 594 Eiszellen, von je 13 kg Inhalt, in 27 Reihen von je 22 Zellen. Das Vorschieben, Auftauen und Umkippen von je 22 Zellen auf einmal werdendurch entsprechende Vorrichtungen mit leichtem Handgriff durch einen Mann bequem bewirkt. Der Eishebekran i ist elektrisch betrieben.

Der Verdampfer mit einer Kühlfläche von 150 qm liegt am Boden der Generatorkufe, durch einen Zwischenboden vom Zellenraum getrennt; ein Turbinenrührwerk vermittelt den Umlauf der Sole zwischen der oberen und unteren Hälfte des Generators. Die Anordnung eigenartiger Doppelflanschen an den Enden der Bündelschlangen gestattet die einzelne Ein- und Ausbringung der Schlangen ohne viel Umstände und lässt noch die Annehmlichkeit zu, dass innerhalb der Sole jede Flanschenverbindung vermieden ist, ausserdem ist eine Reinigung der Schlangensysteme, da die Enden derselben horizontal nach aussen führen, im Betriebe ohne Entfernung des Doppelbodens ermöglicht. Gleichzeitig ist durch diese Anordnung dem Misstande abgeholfen, dass die nach oben aus der Sole herausragen den Schlangenenden am Spiegel der Sole, wo solche mit der Luft in Berührung kommen, vorzeitig rosten. Sowohl die Einspritz- als auch die Absaugstücke sind derart angeordnet, dass jede einzelne Schlange in Rücksicht auf gleichmässige Zuführung von Ammoniak und desgleichen auch auf Absaugung der Dämpfe unter durchaus gleichen Bedingungen arbeiten, so dass ein vollständig gleichmässiges Beschicken aller Schlangen ohne Regulierorgane und damit vollständige Ausnutzung der vorhandenen Kühlflächen erfolgen muss. Eine Vorrichtung zur Erzeugung von Klareis durch mechanische Entlüftung des Gefrierwassers ist als Modell an der Generatorkufe angebracht. Ausserhalb des Gebäudes steht ein Berieselungskondensator (Fig. 1C) von 150 qm Oberfläche mit vier Flachbatterien von je 6700 mm Länge und 48 Windungen; die Ammoniakverteilung erfolgt auch hier wieder wie in der beim Verdampfer näher beschriebenen Weise unter Berücksichtigung gleichmässiger Beschickung der einzelnen Systeme, und ist jedes einzelne System durch Pflockhähne absperrbar, so dass beliebig eins oder das andere davon ausser Betrieb gesetzt werden kann. Das aus Schmiedeeisen hergestellte Verteilstück ist nochmals als Oelabscheider ausgestattet, und können etwa noch mitgerissene Oelteilchen von Zeit zu Zeit dort abgeführt werden.

Ueber dem Berieseler ist, auf einer Eisenkonstruktion ruhend, ein Wasserrückkühler (Fig. 1C) angeordnet; derselbe bezweckt das vom Kondensator angewärmte Wasser durch intensive Verteilung aus der Luft abzukühlen. Zu diesem Behufe sind einzelne Wellblechfelder, in deren Wellentäler Löcher angebracht sind, welche zur Aufnahme schraubenartig gedrehter Kreuzeisenstäbe dienen, turmartig derart über einander gesetzt, dass das Wasser aus dem oberen Wellental bei dem Herabrinnen an dem vierläufigen Eisenstäbchen auf den unteren Wellenberg trifft und an diesem in feiner Schicht herabläuft. Die schraubenartige Ausbildung der Kühlstäbe gestattet dem Wasser an allen Seiten gleichmässig herabzurinnen und somit eine möglichst grosse Kühlfläche zu erzielen.

Die Ammoniakdruckleitung von 80 mm l. W. und die Ammoniakflüssigkeitsleitung von 19 mm l. W. sind in einer Gesamtlänge von über 60 m an Ort und Stelle, in den Bindern der Eisenkonstruktion des Gebäudes liegend, in einem Stück geschweisst, so dass zwischen Kompressor, Kondensator |359| und Generator trotz deren räumlichen Entfernung von einander je nur eine Flanschenverbindung besteht.

Textabbildung Bd. 318, S. 359

Im Keller des Ausstellungsraumes befindet sich eine Pumpe von 125 mm l. W. zum Hochheben des vom Berieseler kommenden Kühlwassers auf den Ruckkühler. Tagsüber arbeitet die Kühlmaschine ohne jeden Wasserzusatz unter Benutzung desselben Kühlwassers und es wird jeweils morgens nur das tags zuvor durch Verdunstung verloren gegangene Wasser zugesetzt. Eine weitere Pumpe von 50 mm l. W. befördert die Kältesole durch eine 400 m lange, unterirdische, gut isolierte Leitung nach dem Luftkühler, der im Keller des Kunstpalastes Aufstellung gefunden hat, umeinen Teil der Ausstellungsräume, die besonders der Mittagssonne ausgesetzt sind, auf erträgliche Temperatur zu ventilieren. Mit diesen Luftkühlern werden in genannten Räumen stündlich etwa 100 cbm Luft um etwa 20 Grad abgekühlt, durch einen elektrisch angetriebenen Exhaustor zugeführt und damit eine angenehme Ventilation der betr. Räume erzielt. Der hierbei verwendete Luftkühler, dessen Konstruktion aus der beigegebenen Fig. 1D ersichtlich ist, zeigt die Vergrösserung der Kühlfläche der Kühlrohre nicht wie üblich, durch zwei aufgesetzte Schieber, sondern in einer nach dem der Firma gehörigen D. R.-G.-M. 174950 geschützten Ausführung, bei der wellenförmig gebogene Blechstreifen, |360| etwa Abschnitte von Wellblech von je 90 cm Breite auf den Kühlröhren angelötet sind. Je zwei hintereinander folgende Wellblechstreifen sind so gegeneinander versetzt, dass die Wellen des einen Streifens zwischen diejenigen des anderen zu stehen kommen. Die Luft wird also durch diese Wellblechstreifen gewissermassen zerschnitten, und kommt mit immer neuen Kühlflächen in Berührung, ohne dass hierbei der Widerstand für das Durchströmen der Luft erhöht wird. In diesem Apparat wird bei einer Salzwassertemperatur von –15° i. d. Minute eine Abkühlung von 100 cbm Luft von +13 auf –8° erzielt. Beide vorerwähnten Pumpen sind Kapselradpumpen mit Bronzeflügeln und nachstellbaren Dichtlingsleisten, die es ermöglichen, auf Jahre hinaus, ein Nachpassen der Gehäuse oder Flügel zu ersparen. Versetzte, auf den Pumpenwellen angeordnete gefrässte Zwillingszahnräder sorgen für ruhigen Gang und gestatten beliebige Drehrichtung der Pumpen. Ein unterhalb des Laufpodestes geschaffenes Modell eines modernen Warenkühlraumes wird vermittelst einer Batterie schmiedeeiserner Rippenkühlkörper ebenfalls von der vorerwähnten Solepumpe durch Anschluss an deren Saugleitung gespeist und kann nach Belieben bis auf 0 Grad oder tiefer gehalten werden; ein kleiner elektrischer Ventilator sorgt für Lufterneuerung nach Bedarf. Kerner wird von dieser Kältemaschine noch die Kühlung der Keller und Vorratsräume des „Restaurant zum Kunstpalast“ bewerkstelligt, indem mehrere Kühlstränge in das etwa 200 m entfernte Etablissement abgezweigt sind. Her Betrieb der vorbeschriebenen Kühlanlage erfolgte durch einen Motor der Elektrizitäts-Akt.-Ges. Helios in Köln-Ehrenfeld von 56 PS Leistung, 440 Volt und 590 Touren i. d. Minute nebst zugehörigem Anlasser. Der Motor ist auf Sprungschienen montiert und erfolgt die Kraftübertragung mittels Riemen.

Textabbildung Bd. 318, S. 360

Ausserdem fanden sich aber unabhängig von dieser Anlage noch einen Kompressor No. 9 von 30000 Kalorien Stundenleistung für Kühlzwecke, Kellereibetrieb, eine Reihevon Hilfsapparaten in äussert genauer und eleganter Ausführung als Einzelobjekte ausgestellt.

Die Firma Schüchtermann & Kremer, Dortmund, stellte eine nach dem Kompressionssystem gebaute, mit schwefliger Säure arbeitende Eismaschinen anläge aus, welche eine stündliche Leistung von 75000 Kalorien besitzt und imstande ist, taglich etwa 300 Zentner Eis zu erzeugen. Sie wird von einer einzylindrigen Dampfmaschine mit Präzisions-Ventilsteuerung angetrieben, welche mit Rücksicht auf ihren späteren Verwendungszweck doppelt so gross gewählt ist, als die Eismaschine es erfordert, damit sie in der Lage ist, noch für andere Zwecke Betriebskraft abzugeben.

Der seitlich neben die Dampfmaschine gelegte, von der verlängerten Schwungradachse aus angetriebene Kompressor mit Zylinder von 330 mm Durchmesser und 650 mm Hub hat selbsttätige Ventile, welche einen verhält nismässig ruhigen Gang besitzen. Im Aeusseren zeichnet sich der Kompressor noch durch die vollständig von den bisherigen Ausführungen abweichende Form aus, der Lagerrahmen ist in Bajonettform ganz analog dem der Dampfmaschine ausgebildet, die vorderen Ventile sind in einem zwischen Zylinder und Rahmen befindlichen Zwischenstück angeordnet, während der Zylinder selbst gleich dem der Dampfmaschine hinten durch einen Fuss gestützt ist. Die Maschine soll bei normal 70 Touren obenerwähnte 75000 Kalorien entsprechend 150 m/Ztr. Eis f. d. Tag Leisten. Der im Freien aufgestellte Kondensator ist als Berieselungskondensator ausgeführt und aus gezogenen nahtlosen Kupferröhren hergestellt. Der ganze Kondensator ist, uni ihn vor Beschädigungen von aussen her zu schützen, ringsam mit weitmaschigem Streckmetall, welches den freien Durchzug der Luft nicht beeinträchtigt, eingefriedet.

Der Verdampfer, welcher ebenfalls ganz aus gezogenen nahtlosen Kupferröhren hergestellt ist, befindet sich in der kleineren Abteilung der durch eine Zwischenwand in zwei Teile geteilten Salzwasserkufe. Es besteht aus zwei weiten, |361| horizontal liegenden Dampfsammelrohren, welche durch eine grosse Anzahl -förmig gebogener enger Verdampferrohre untereinander verbunden sind. Seine Anordnung in der Salzwasserkufe ist so getroffen, dass er leicht zugänglich ist, und, wenn nötig, in einfachster Weise ausgebaut werden kann, was nur die teilweise Entfernung der oberen Holzabdeckung erforderlich macht. Die grössere Abteilung der Salzwasserkufe dient zur Aufnahme der Eiszellen.

Textabbildung Bd. 318, S. 361
Textabbildung Bd. 318, S. 361

Dieselben sind in 32 Reihen von je 16 Stück verteilt; ihre Rahmensind mit Rollen versehen und können durch eine Schiebevorrichtung bewegt werden, so dass das Ausheben der Zellen nur an der zur Eisentnahme bestimmten vorderen Seite, das Wiedereinsetzen derselben an der gegenüberliegenden Seite erfolgt, während der ganze übrige Teil der Kufe fest verschlossen bleibt.

Um auf Verlangen vollständig bakterienfreies Eis her stellen zu können, ist mit der Anlage ein von der Firma Pape, Henneberg & Co. in Hamburg aufgestellter Sterilisierapparat in Verbindung gebracht, in welchem das Gefrierwasser aufgekocht, und durch Gegenström-Wärmeaustauschapparate wieder abgekühlt wird.

Die Anlage der Firma Eulenberg, Moenting & Co., Mühlheim a. Rh., besteht, wie aus Fig. 2 ersichtlich, aus einem liegenden Kompressor B. welcher mit einer Dampfmaschine A gekuppelt ist. Die Maschine saugt aus einem Verdampfer D, welcher mit einem Eisgenerator kombiniert ist, und drückt in einen Berieseluhgskondensator H, der ausserhalb der Halle steht. Ein kleinerer stehender Kompressor C ist an die Saug- und Druckleitung der grössen Maschine angeschlossen.

Die Betriebsdampfmaschine ist als Einzylinderauspuffmaschine mit Ridersteuerung ausgeführt. Sie hat 315 mm Zylinderdurchmesser, 600 mm Hub und eine Kolbenstange von 60 mm Durchmesser. Die normale Tourenzahl beträgt 85 i. d. Minute.

Die Verstellung des Expansionsschiebers erfolgt durch einen Regulator, Patent Hartung, und können dadurch die Füllungen zwischen 0 und 65 v. H. verändert werden.

Das Schwungrad hat 3000 mm Durchmesser und 300 mm Kranzbreite, ist ballig gedreht, so dass es als Riemenscheibe zum Antrieb der Transmissionen verwendet werden kann.

Bei 7 Atm. Admissionsdruck leistet die Maschine normal 35, maximal 45 PS.

Der Ammoniakkompressor ist unmitelbar mit der Dampfmaschinenwelle gekuppelt und zwar so, dass die Kompressorkurbel der Dampfmaschinenkurbel um 45° vorauseilt.

Der Verdampfer der Kühlmaschine ist in dem Generatorbassin, unterhalb eines Zwischenbodens, angebracht. Im oberen Teil des Bassins, welches mit Salzwasser gefüllt ist, sind die Eiszellen eingehängt. Dies sind viereckige Kasten aus verbleitem Eisenblech, in welche das zu frierende Wasser eingefüllt wird. Die Eisblöcke wiegen etwa, 13 kg. Das Salzwasser wird in dem Generatorbassin durch einen Propeller ständig in Umlauf gehalten.

Heber den Eisgenerator bewegt sich auf Laufschienen ein Eisaufzug K, mit welchem die einzelnen Zellenreihen ausgehoben werden.

Unter Einwirkung einer Bandbremse lässt man sie in |362| das Auftaugefäss E herab, in welchem sich warmes Wasser befindet. Dieses taut die Eisblöcke von den Wänden der Zellen los, so dass die letzteren, nachdem sie mit dem Kran wieder emporgezogen worden sind, auf die Eisrutsche G entleert werden können.

Textabbildung Bd. 318, S. 362

Die wieder aufgerichteten Zellen werden dann aus dem Füllapparat L mit frischem Wasser gefüllt und am andern Ende in den Generator zum Frieren eingesetzt.

Der Kondensator H, ein Berieselungskondensator, besteht aus einer flachen Rohrschlange, die aus drei Einzelschlangen hergestellt ist, welche in einander liegen. Die seitlich angebrachten Bleche dienen dazu, ein Verspritzen des Wassers zu verhindern.

Der Kondensator enthält etwa 400 laufende Meter Rohrvon 30/38 mm Durchmesser, hat also etwa 40 qm mittlere Kühlfläche, ist also wohl für die angegebene Kälteleistung von 40000 Kalorien zu gering bemessen.

Der Verdampfer ist mit denselben Abmessungen wie der Kondensator ausgeführt, also mit 40 qm mittlerer Kühlfläche.

Der Kompressor ist doppeltwirkend gebaut. Die Deckel sind mit Nut und Feder mittels Gummidichtung eingesetzt, und ist die ganze Länge des Zylinders so bemessen, dass der schädliche Raum zwischen Kolben und Deckeln höchstens etwa 1 mm beträgt.

Der Kompressor zeigt die normale Ausführung mit je zwei Saug- und Druckventilen, die in den kugelförmigen Deckeln radial eingesetzt sind. Den Anschluss an die Saug |363| und Druckleitung vermitteln Stutzen, die sich oben auf dem Ventilgehäuse befinden und die durch ein Bogenrohr verbunden sind. Oben auf diesem Bogenrohr sitzt an der Saugleitung ein Absperrventil, auf der Druckleitung zwischen Kompressor und Oelabscheider ein Rückschlagventil, so dass bei etwaigem Schaden am Kompressor die Füllung der Maschine nicht ausströmen kann. Der Oelabscheider selbst ist eine Erweiterung der Druckleitung in Form eines gusseisernen Gefässes von etwa 300 mm Durchmesser, in welches die vom Kompressor kommenden Glase seitlich eintreten und durch ein Tauchrohr, welches am Deckel befestigt ist, zum Kondensator weitergeführt werden. Auf dem Deckel des Oelabscheiders sitzt ein Absperrventil.

Der Kompressor hat 200 mm Zylinderdurchmesser, 350 mm Hub. Das stündliche Hubvolumen bei 80 Touren i. d. Minute beträgt demnach 103 cbm und entspricht bei der oben angegebenen Leistung von 47500–48500 Cal./Std. bei normalen Temperaturverhältnissen einem mittleren kalorischen Nutzeffekt von etwa 65 v. H., die bei normaler Ausführung leicht erreicht werden können.

Der Kolben ist in der üblichen Bauform hergestellt, d.h. zweiteilig mit zwei Kolbenringen aus weichem Gusseisen mit darunter liegender Spannfeder. Die Mutter, mit welcher der Kolben zusammengezogen und auf der Kolbenstange befestigt wird, hat besonders eingesetzte Sicherungen.

Die Kolbenstange hat 45 mm Durchmesser und ist aus bestem Stahl geschmiedet, an den Laufflächen glashart und abgeschliffen. Die Abdichtung in der Stopfbüchse erfolgt durch eine Weissmetallpackung ähnlich dem System Friese. Die Brille wird durch eine Ueberwurfmutter angezogen, wodurch einem schiefen Anziehen der Stopfbüchse, wie dies bei mehreren Schrauben vorkommen kann, wirksam vorgebeugt ist.

Die Oelzufuhr zur Stopfbüchse erfolgt durch ein Tropfschmiergefäss, welches in der Mitte des Stopfbuchsenhalses aufgebaut ist. Das Oel wird durch einen eingebohrten Kanal vorn zur Stopfbüchse hingeleitet. Zum Abdichten des Oeles nach aussen ist auf der Ueberwurfmutter eine kleine Stopfbüchse mit Baumwolldichtung angebracht.

Die Saug- und Druckventile sind in besonderen Ventilgehäusen eingebaut, die vermittelst konischer Dichtungsflächen durch die Ventilhaube in den Zylinderdeckel eingepresst werden, in dem Ventilgehäuse sitzen die Führungshülsen für die Ventile und sind dieselben bei der vorliegenden Konstruktion sehr lang ausgeführt, wodurch eine gute Geradführung der Ventile erzielt wird. Die Federn sind in der Ventilhaube untergebracht.

Beim Saugventil stützt sich die Feder einerseits in eine Aushöhlung der Ventilführung, andererseits oben in einen mit dem Ventil aus einem Stück hergestellten Teller. Infolgedessen muss die Ventilführung für das Saugventil zweiteilig hergestellt werden.

Beim Druckventil liegt die Feder einerseits in einem mit dem Ventil aus einem Stück hergestellten Teller, andererseits in der Ventilhaube an. Auch hier ist deshalb die Herstellung der Ventilführung in zweiteiliger Form notwendig. Der Federteller ist beim Druck ventil ausserdem gleichzeitig als Luftpuffer ausgebildet und oft in der Ventilführung ein kleines Loch eingebohrt, durch welches die Luft unter dem Federteller eintritt resp. beim Niedergang dos Ventils entweicht.

Der Kompressorzylinder ist vermittelst vier Schraubenauf das Bett aufgeschraubt. Die Geradführung ist offen hergestellt, sodass der Kreuzkopf unter zwei gehobelten Leisten gleitet. Infolgedessen muss der Kompressor rückwärts laufen, damit der Druck auf die Geradführung stets nach unten gerichtet ist.

Die ausserdem noch aufgestellte kleine Kühlmaschine ist in Fig. 3 abgebildet. Die Leistung derselben beträgt 6000 Cal./Std.

Der Kondensator, welcher als rundes Gefäss aus Gusseisen hergestellt ist, dient gleichzeitig als Gestell für den Kompressor. Zylinder, Geradführung und Hauptlager sind an demselben angegossen. Der Zylinder ist doppeltwirkend und im allgemeinen genau so konstruiert, wie bei der grossen Maschine.

Textabbildung Bd. 318, S. 363

Die Geradführung ist als Rundführung ausgebildet. Die Schmierung des Kreuzkopfes und der Geradführung erfolgt durch konsistentes Fett. Die Hauptlager sind als geschlossene Ringschmierlager gebaut. Auf dem Eintrittsflansch des Kondensators ist ein Oelabscheider montiert, zwischen diesem und dem Hauptdruckrohr vom Kompressor kommend ein Rückschlagventil.

Regulierventil, Einsaughahn und Manometer sind seitlich am Kondensatorbassin angebracht.

Das am tiefsten Punkt des Oelabscheiders abgehende Rohr mit Abschlusshähnchen dient zum Ablassen des Oeles. Der Antrieb des Kompressors erfolgt vermittelst Fest- und Losscheiben von der Haupttransmission aus, welche im Fundament angebracht ist.

(Fortsetzung folgt.)

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