Titel: Einfacher Brenner für Spiritus-Glühlicht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 4 (S. 15)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi01_4

Einfacher Brenner für Spiritus-Glühlicht.

Bekanntlich erforderten die bisherigen Brenner für Spiritus-Glühlicht eine Zünd- oder Vorwärmflamme. Neuerdings ist es nun dem Ingenieur Aschner gelungen, einen ungemein einfachen Spiritus-Glühlichtbrenner zu konstruieren, der sich in der Handhabung nicht wesentlich von einem gewöhnlichen Petroleumbrenner unterscheidet. Wie aus der Schnittzeichnung (Fig. 1) ersichtlich ist, ist am Brenner eine Hülse angeordnet, die das Dochtrohr in einiger Entfernung umgiebt und die gesamte, der Verbrennung dienende Aussenluft der Flamme zuführt. Die Luftzufuhr reicht hin, um blau brennende Flammen zu erzielen. Dochtrohr und Hülse werden nun durch die vorbeistreichende Luft stark gekühlt. Diese Kühlung ist so energisch, dass die Dochtführung nach stundenlangem Brennen noch so kalt ist, dass man sie sofort nach dem Auslöschen ohne Bedenken anfassen kann. Die Zylindergaierie ist mit der eben erwähnten Hülse durch einen nicht gelochten Boden verbunden. Wird nun die Zylindergalerie mit dem Glühstrumpf in das Bereich der Blauflamme gebracht, so bringt letztere den Strumpf zum Glühen. Die Lichtausstrahlung ist eine durchaus gleichmässige. Der Aschnerbrenner, der von Aschner-Glühlicht G. m. b. H., Berlin, Prinzenstr. 42, auf den Markt gebracht wird, liefert bei einem Spiritusverbrauch von 1 Liter in etwa 8 bis 10 Brennstunden etwa 49 Normalkerzen. Der einfache Runddocht erleidet fast gar keine Verunreinigung durch Verharzung oder Verkohlung und dürfte daher diese Neuheit als Mittel für eine rationelle Ausnutzung des einheimischen Spiritus und zur Verdrängung des ausländischen Petroleums weitgehendste Beachtung verdienen.

Textabbildung Bd. 318, S. 15
Textabbildung Bd. 318, S. 15

Fig. 2 zeigt den Aschnerbrenner in Ansicht.

Gr.

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