Titel: Unser neues Linienschiff „Braunschweig“.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 3 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi10_3

Unser neues Linienschiff „Braunschweig“.

Als erstes der 5 Schiffe der „H“ – Klasse ist am 20. Dezember des vergangenen Jahres das Linienschiff „Braunschweig“ auf der Germania-Werft in Kiel glücklich vom Stapel gelaufen. Es stellt gegenüber der zuletzt erbauten Wittelsbach-Klasse einen grossen Fortschritt dar. „Braunschweig“ hat ein 1500 Tonnen grösseres Deplacement als die „Wittelsbach“. Dieses Mehr kommt in erster Linie Artillerie, Panzerung und Kohlenvorrat zu gut. Die schwere Artillere ist von 24 auf 28 cm, ihr Panzerschutz von 250 auf 280 mm erhöht, die Mittelartillerie durchweg auf das Kaliber 17 cm mit einer Panzerung von 170/150 mm (gegen 15 cm mit 150/140 mm Panzerung der Wittelsbach-Klasse) und der Panzerschutz der Kommandotürme von 250 auf 300 mm gebracht.

Als besonderer Vorzug der Konstruktion des neuen Schiffstyps ist der von 28 cm zu 28 cm-Turm reichende, ununterbrochen durchgehende Panzerschutz der Kasematte für die Mittelartillerie und die Anordnung der Artillerie anzusehen, die selbst in England solchen Beifall gefunden hat, dass für die beiden neuen Schiffe der englischen New Zealand-Klasse die gleiche Geschützaufstellung gewählt worden ist.

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In den übrigen Einrichtungen lehnt sich der neue Schiffstyp ganz an den der Wittelshach an. So ist das jetzt in England versuchsweise eingeführte und neuerdings in Frankreich vorgeschlagene, gemischte Kesselsystem beibehalten, das hier aus 6 Zylinder- und 8 Wasserrohrkesseln, System Schulz, besteht, und die Maschinenanlage setzt sich wieder aus 3 dreifachen Expansionsmaschinen zusammen, die insgesamt 16000 I. P. K. leisten und dem Schiff eine Geschwindigkeit von 18 Knoten verleihen sollen.

Der Antrieb für die 28 cm-Geschütztürme ist hydraulisch, der für die 17 cm-Drehtürme und die Munitionsförderwerke elektrisch geplant. Die elektrische Primäranlage, für die eine Spannung von 110 Volt vorgeschrieben ist. wird in zwei Stationen untergebracht, von denen die eine aus 2 Dampfdynamomaschinen von je 48000 Watt und einer von 75000 Watt Leistung, die andere aus einem Dampfdynamo von 75000 Watt besteht. Die Dynamos erhalten Nebenschlusswicklung und sind parallel geschaltet.

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