Titel: Herkules-Sortierer von Friedrich Brügge, Flensburg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 4 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi10_4

Herkules-Sortierer von Friedrich Brügge, Flensburg.

Die zum Sortieren und Absieben von Getreide etc. gebräuchlichen Stoss-, Schüttel-, Schwing- und Trommelsiebe bedürfen bei begrenzter Leistungsfähigkeit eines grossen Raumes, Betriebskraft, Wartung und mechanischer Siebreinigungsvorrichtungen, damit der Sichteffekt nicht durch Verlegen der Sieböffnungen nachlässt. Das Siebgut bewegt sich bei diesen Siebarten meist schleppend über die Siebfläche, wodurch nicht jedem Korne Gelegenheit gegeben wird, mit ihr in Berührung zu kommen und bei geeigneter Siebweite hindurch fallen zu können. Ein Apparat, welcher eine grosse, fast unbegrenzte Leistungsfähigkeit bei stets gleichbleibendem Sichteffekt aufweist, dabei aber keiner Wartung und keinerlei Betriebskraft, sowie nur eines geringen Raumes bedarf, ist der in nebenstehender Figur veranschaulichte „Herkules-Sortierer“.

In einem viereckigen Kasten aus Blech oder aus Holz mit Blechbekleidung befindet sich zwischen zwei parallelen Seitenwänden eine Reihe geneigter, von im Zickzack untereinander angeordneter Siebe. Dieselben sind, ähnlich einem Kamme, aus einer Menge parallel neben einander liegender Stahlstäbchen gebildet, welche an einem Ende frei, dagegen am anderen Ende am Siebrähmchen befestigt sind. Ueber diesen Sieben, welche durch seitlichim Kasten angeordnete Thüren ausgewechselt werden können, befinden sich in entsprechendem, parallelen Abstande Blechdecken, welche wieder mit den Sieben derart aneinander stossen, dass in der Mitte des Kastens ein aufrechter, nach allen Seiten geschlossener Zickzackkanal entsteht, welcher zum Durchlauf des Siebgutes dient. Das Siebgut rollt und fällt von einem Siebe auf das nächste, wobei also alle Körner mit der Siebfläche in Berührung kommen müssen. Durch das Fallen des Siebgutes auf die freien Enden der Siebstäbchen werden diese in stetige Vibration versetzt, so dass die Zwischenräume, Sieböffnungen, sich nicht zusetzen können und ein stetig gleich gutes Sichten erreicht wird. Da nun die Siebe und Blechdecken nicht ganz bis an die Türenwände des Kastens heranreichen, so kann das durch die Siebe auf die Blechdecken fallende Feingut ablaufen und gelangt in Säcke, während die Siebgröbe unten im Mittel den Kasten verlässt und durch ein Altlaufrohr, entweder direkt oder durch Elevator zur weiteren Behandlung fortgeführt wird.

Textabbildung Bd. 318, S. 160

Durch Einbringen verschiedener Siebweiten, Anordnung entsprechender Abläufe und Anschluss an Sauglüfter kann der Apparat jedem Zwecke der Sortierung entsprechend gebaut werden und also in Mahl–, Grütze–, Graupenmühlen, in Erbsen- und Reisschälereien, in Brauereien, Landwirtschaft, Getreidespeichern, sowie zum Sortieren sonstiger grobkörniger Materialien Verwendung finden.

Bittinger.

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