Titel: Elektrischer Geschwindigkeitsmesser, Syst. Scholkmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 2 (S. 255–256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi16_2

Elektrischer Geschwindigkeitsmesser, Syst. Scholkmann.

Le génie civil 17. I. 03.

Der elektrische Geschwindigkeitsmesser, System Scholkmann, dient hauptsächlich zur Bestimmung der Geschwindigkeit von Eisenbahnzügen. Er besteht aus zwei Teilen, einem auf einer Tenderachse befestigten Uebermittlungsapparat und einem an einem beliebigen Ort angebrachten Empfänger. Beide Teile sind durch zwei Drähte verbunden.

Der Uebermittler ist eine möglichst einfach und solide gebaute Wechselstrommaschine, deren elektromotorische Kraft proportional der zu messenden Geschwindigkeit ist. Der feststehende Teil ist ein aus Eisenblechen zusammengebauter Eisenring mit 12 Polansätzen im Inneren. Davon werden 6 mit Gleichstrom aus einer kleinen Akkumulatorenbatterie erregt. Die dazwischen liegenden 6 Pole tragen eine Wicklung, in denen der Wechselstrom induziert wird. Jeder solche Wechselstrompol befindet sich also zwischen einem Nord- und einem Südpol.

Der bewegliche Teil ist ein gleichfalls aus Blechen zusammengesetzter 6poliger Stern. Dadurch nun, dass jeder Polschuh die Wechselpole abwechselnd mit einem Südpol oder einem Nordpol verbindet, bilden sich wechselnde magnetische Kreise. Durch den Wechselpol schliessen sich nacheinander die Kraftlinien des Süd- und dann des Nordpols, und dieser Wechsel induziert in den Windungen den Wechselstrom.

Der Empfänger ist ein Zweiphasenmotor. Sein feststehender Teil ist ein aus Eisenblechen zusammengebauter Ring mit 4 Polansätzen. Der rotierende Teil trägt am Umfang eine Aluminiumtrommel.

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Der vom Uebermittler kommende Wechselstrom geht durch einen Vorschaltewiderstand, dessen Bedeutung später erörtert wird, und teilt sich dann in zwei Zweige. Der eine durchfliesst einen induktiven Widerstand und zwei gegenüberliegende Wicklungen, der zweite einen induktionslosen Widerstand und die beiden anderen Pole. Das so entstandene Zweiphasendrehfeld sucht die einen Zeiger tragende Aluminiumtrommel mitzunehmen, doch wird dieses Drehmoment von einer Feder aufgenommen. Die Skala ist empirisch nach Kilometer und Stunde geeicht.

Um falsche Angaben infolge von Spannungsschwankungen in der Erregerbatterie zu verhüten, benutzt man einen Vorschaltewiderstand mit entsprechend hohem Temperaturkoeffizienten.

Um schliesslich noch der Abnützung der Radbandagen Rechnung zu tragen, macht man den Vorschaltewiderstand in ganz engen Grenzen regulierbar.

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