Titel: Als Material für die Herstellung feuerfester Oefen
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 4 (S. 256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi16_4

Als Material für die Herstellung feuerfester Oefen

findet nach einer Mitteilung der „Zeitschrift für Heizung, Lüftung und Beleuchtung“ 7. Jahrg. No. 14, das Karborandum, die Kohlenstoffverbindung des Silciums (SiC) erfolgreiche Verwendung. Nach den bis jetzt allgemein verbreiteten Anschauungen hielt man für die Errichtung feuerfester Anlagen nur ein Material für verwendbar, welches gleichmässig aus feuerfester Masse besteht. Versuche, die von der Aktiengesellschaft für feuerfeste Industrie in Düsseldorf angestellt wurden, haben indessen gelehrt, dass auch weniger widerstandsfähige Stoffe, die mit einem Ueberzug von Carborundum versehen sind, so hochgradrig feuerfest werden, dass sie den höchsten in der Feuerungstechnik vorkommenden Hitzegraden zu widerstehen vermögen. Die Herstellung eines solchen Ueberzuges geschieht derart, dass man das Carborundum mit einem geeigneten Bindemittel, Ton, Wasserglas etc. zu einem massig dicken Brei anrührt und diesen in passender Weise auf das Material aufträgt, wobei man es völlig in der Hand hat, den besonderen Verhältnissen durch grössere oder geringere Dicke der Schicht Rechnung zu tragen. Für Steine gestaltet sich das Verfahren viel einfacher, indem man sie in den Corborundumbrei eintaucht. Die naheliegende Befürchtung, dass der Ueberzug nicht festhaften und bei der Einwirkung höherer Hitzegrade abbröckeln möchte, erwies sich als völlig grundlos. Im Gegenteil zeigte der Ueberzug ein unerwartet hohes Haftungsvermögen und grosse Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einwirkungen. – Sehr aussichtsreich erscheint die Tätsache, dass sich die Anbringung eines solchen Ueberzuges an bereits fertigen, aus gewöhnlichem Material hergestellten Oefen ohne Schwierigkeiten durchführen lasst und die so behandelten Oefen sehr gute Ergebnisse liefern. Ein durch Bestreichen mit Wasserglas-Carborundumgemisch mit einem 2 mm starken Ueberzug versehener, bereits stehender Ofen, hielt sehr hohe Hitzegrade ohne Nachteile aus, und bei seinem Abbruche zeigte sich, dass die zu seiner Herstellung verwandten Steine nicht im geringsten angegriffen waren.

Dr. Hgr.

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