Titel: Zement als Dichtungsmittel für Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 5 (S. 256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi16_5

Zement als Dichtungsmittel für Dampfkessel.

Begreiflicherweise eignet sich der Zement nicht als Dichtungsmittel an Stellen, die häufigen, starken Temperaturschwanklingen ausgesetzt sind. Wohl aber ist seine Verwendung bekanntlich sehr wertvoll für die Abdichtung von Mannlochverschlüssen. – Man benutzt zu diesem Zwecke einen recht fein gemahlenen, vor dem Gebrauch nochmals abgesiebten, langsam bindenden Zement. Der durch Verrühren mit Wasser entstehende Brei wird auf die vorher gut gereinigte und mit Wasser benetzte Abdichtungsfläche ca. 2 Finger dick aufgetragen. Nunmehr wird der Mannlochdeckel so aufgesetzt, dass er mit seiner ganzen Dichtungsfläche gleichmässig aufliegt und dann werden die Schrauben gleichmassig und fest angezogen. Etwa 3-4 Stunden später kann der Kessel gefüllt und in Betrieb genommen werden. Bin Nachziehen der Schrauben ist nicht nötig.

Die Anwendung des Zementes zu dem eben erwähnten Zwecke bewahrt sich, nach der Zeitschrift „Alkohol“, 13. Jahrg. No. 1. seit Jahren in einer mit 13 Atm. Ueberdruck arbeitenden Batteriekesselanlage. Die Erfahrung lehrte hierbei, dass nur breite Flächen, die womöglich durch Dichtungsriefen ein Herauspressen des Zementes verhindern, unbedingt zuverlässig wirken. Für glatte Abdichtflächen empfiehlt sich die Verwendung von Zementmannlochringen. Es sind dies Schläuche aus billigen Stoffen, die in der erforderlichen Limite abgeschnitten, mit Zementmehl gefüllt und zu Eingen zusammengenäht werden. Der gefüllte Schlauch wird durch Einlegen in Wasser plastisch gemacht und dann wie ein gewöhnlicher Mannlochring verwandt. – Als Vorteile, die mit der Verwendung dieses Dichtungsmittels verknüpft sind, werden sowohl die Zuverlässigkeit der damit hergestellten Dichtungen, als auch die nicht unwesentliche Ersparnis an Betriebskosten angeführt.

Dr. Hgr.

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