Titel: Zentralschmiervorrichtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 2 (S. 271–272)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi17_2
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Zentralschmiervorrichtung.

Bei den bisher gebräuchlichen Tropfölern kamen, selbst wenn das Oel unter Druck zu den zu schmierenden Teilen gelangte, Verstopfungen, welche zu unliebsamen Störungen führten, teils im Oelventil, teils in den Lagermündungen der Oelleitrohre vor.

Diesem Uebelstande abzuhelfen fertigen Cosack & Kleinert in Berlin einen Zentralölapparat, welcher insbesondere für Motorwagen bestimmt ist, jedoch auch für Maschinen jeder Art verwendet werden kann.

Textabbildung Bd. 318, S. 272

Das Oel steht bei diesem Apparat unter stetem Druck von etwa 3 Atm., und der Oelabfluss zu jeder einzelnen Schmierstelle bei Motorwagen unter ständiger Kontrole vom Führersitz aus.

Wie beistehende Figur zeigt, besteht der Apparat aus einer kleinen Luftpumpe a, welche entweder an die Ventil- oder Kurbelwelle des Motors durch einen Exzenter angeschlossen wird. Diese Pumpe hat 15 mm Hub, Selbstölung und belastet selbst bei höchstem Druck den Motor nur in geringem Masse. Der Zweck der Pumpe ist, Luft in den etwa 4 kg Oel fassenden Behälter b zu pressen, welcher, um den Druck zu regeln, mit einem Sicherheitsventil versehen ist. Von hier fliesst das Oel nach Senken des Sperrhebels c, durch Leitung e in den vor dem Führersitz angebrachten Oelverteiler d, der beliebig viele Oelstellen enthält. Bei Anwendung an Motorwagen fassen die kleinen Oeler je etwa 25 ccm, der grössere für das Kurbelgehäuse dagegen 150 ccm Oel. Nach Füllung der Oeler wird der Sperrhebel c wieder umgelegt, wodurchdie Luft durch Leitung f auf die in den Oelern auf dem Oel liegenden Kolbenscheiben, die nebenbei den Stand des Oeles anzeigen, drückt. Sofort setzen sich diese in Bewegung und drücken das Oel aus den Glasbehältern durch je ein einstellbares Drosselventil in die Leitungen zur Schmierstelle. Diese Drosselventile können einzeln vom Führersitz aus so eingestellt werden, dass sie gleichbleibend in der Zeiteinheit die gewünschte Menge Oel durchlassen.

Sollte sich nun auch hier die eine oder andere Leitung verstopfen – was jedoch zu den grossen Seltenheiten gehört – so braucht nur das Ventil mehr geöffnet zu werden, wodurch der stärkere Druck das Hindernis forttreibt. Die Verstopfung gibt sich durch Stillstand der betreifenden Kolbenscheibe im Glasöler sofort zu erkennen, wodurch einem Warmlaufen des zu schmierenden Teiles vorgebeugt ist.

Wie aus vorstehendem ersichtlich, ist zur Bedienung dieses Apparates nur ein einziger Handgriff nötig, und zwar Senken des Sperrhebels, um das Oel aus dem Behälter in die Verteiler gelangen zu lassen, und Emporheben desselben, um nun den Fortgang der Oelung zu beobachten.

Zu erwähnen ist noch, dass während des Füllens der Oeler keine Unterbrechung der Oelzufuhr zu den Leitungen stattfindet. Natürlich kann der Oelbehälter samt der Pumpe an jeder beliebigen Stelle des Wagens angebracht werden. Das Manometer wird sodann nicht wie in der Abbildung auf dem Oelbehälter, sondern auf dem Luftdruckrohr oberhalb des Oelverteilers angebracht.

K.

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