Titel: Eisemanns magnet-elektrischer Zündapparat für ein- und mehrzylinderige Motoren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 2 (S. 302)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi19_2

Eisemanns magnet-elektrischer Zündapparat für ein- und mehrzylinderige Motoren.

Bei diesem Apparat war der Grundgedanke massgebend, die Vorteile der „magnet-elektrischen-“ und die der „Akkumulatorenzündung miteinander zu vereinigen.

Wie Fig. 1 zeigt, besteht der Apparat aus zwei getrennten Teilen, und zwar dem Magnetinduktur m und der Transformatorspule i.

Ersterer ist eine gewöhnliche Wechselstrommaschine, in deren Anker a Stromstösse von niedriger Spannung erzeugt, und dann in die primäre Wicklung p der Transformatorspule i geleitet werden.

Um nun die zum Ueberspringen der Zündfunken an der Zündkerze nötige hohe Spannung in der sekundären Wicklung s zu erzielen, wird im Augenblick des Zündzeitpunktes der für gewöhnlich bestehende Kurzschluss k des Ankers durch die Nocken der Scheibe n aufgehoben, hierdurch fliesst der in diesem Augenblick in der Ankerwicklung entstehende Selbstinduktionsstrom zusammen mit dem Ankerstrom durch die primäre Wicklung p der Spule i, und bringt in der sekundären Wicklung p den Zündfunken hervor. Durch das passend gewählte Verhältnis der Wicklungen pund s der Transformatorspule entsteht ein heisser flammiger Funke, welcher auch bei hoher Kompression im Zylinder genügend Spannung besitzt, um stets sicher und genau bei der gewünschten Kolbenstellung überzuspringen, was auf die Nutzleistung, wie Versuche erwiesen haben, von wesentlichem Einfluss ist.

Textabbildung Bd. 318, S. 302

Bei dem Vierzylindermotor werden, wie Fig. 1 zeigt, die Zündfunken durch eine mit dem Stromerzeuger m synchron laufende Verteilerscheibe v durch Vermittelung der Schleif hebeln 1, 2, 3 und 4, die abwechselnd den Kupferring 5 berühren, in die einzelnen Zylinder 1a, 2b, 3c und 4d geleitet. Bei Einzylindermotoren dagegen gelangen die Funken, wie Fig. 2 zeigt, ohne Weiteres zu Kerze b.

Textabbildung Bd. 318, S. 302

Ein grosser Vorzug dieser Zündung ist der, dass, wie eingangs erwähnt, in der Ankerwicklung nur Ströme von verhältnismässig niedriger Spannung kreisen, während die Erzeugung der zum Ueberspringen der Funken nötigen hohen Spannung in die leicht und sicher zu isolierende Spule i verlegt ist.

Durch diese Anordnung wird das bei der gewöhnlichen magnetelektrischen Zündung schon beobachtete, durch die Schwierigkeit einer sicheren Ankerisolation für hohe Spannungen bedingte häufige Durchschlagen der Ankerwicklung vermieden.

Die Verstellung des Zündzeitpunktes, zum Zwecke der Vor- oder Nachzündung erfolgt in der Weise, dass die Stellung der Induktorwelle gegenüber derjenigen der Kurbelwelle geändert wird.

Zu erwähnen ist noch, dass hier keine besonderen Zündkerzen nötig sind, sondern jede im Handel befindliche Kerze ohne weiteres verwendet werden kann.

K.

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