Titel: Sauggenerator-Gasmotorenanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 5 (S. 303)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi19_5

Sauggenerator-Gasmotorenanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben.

Ueber diese neueste Errungenschaft der produktiven Technik berichtet Conrad Meissner in der Landwirtschaftlichen Presse XXX. Jahrg. Nr. 10. Hiernach sind diese Sauggasanlagen aus den sogenannten Dowson-Gasanlagen hervorgegangen. Im Gegensatz zu den letztgenannten Gasanlagen, die aus einem Dampfkessel, einem Generator, den nötigen Reinigungsapparaten, einem Gasometer und dem Betriebsmotor bestehen, fallen bei den modernen Sauggeneratorgasanlagen, Gasometer und Hochdruckdampfkessel fort. Ein weiterer Unterschied bestellt in der Gasfabrikation selbst. Während nämlich bei den Dowson-Gasanlagen die Gaserzeugung in der Weise stattfindet, dass der entzündeten glühenden Kohlensäule Luft und Dampf unter Druck zugeführt wird, wird bei den modernen Sauggeneratorgasanlagen Luft und Wasserdampf durch die glühende Kohlensäule hindurchgesaugt, und zwar bewirkt diese Saugwirkung der Motor selbst. Die Vorteile dieses Systems liegen klar auf der Hand, als immer nur soviel Gas erzeugt wird als der Motor verbraucht und infolgedessen das Ansammeln einer grösseren Gasmenge und damit eine Explosionsgefahr ausgeschlossen ist. Hei Benutzung von Anthrazit-Kohlen mit einem Heizwert von 8000 Kalorien setzt sich das so erzeugte Heizgas aus 23 v. H. CS, 17 v. H. H, 2 v. H. CH4, 6 v. H. Co2, 52 v. H. M zusammen und besitzt einen Heizwert von normal 1300 Kalorien. Das Gras selbst brennt nicht leuchtend, und erscheint angezündet als bläulich rote Flamme. Nach den Mitteilungen von Conrad Meissner haben sich diese Sauggenerator-Gasmotoranlagen als sehr wirtschaftlich erwiesen. Nach den Berechnungen des Verfassers belaufen sich die Betriebskosten für die Pferdekraftstunde auf 1,2 Pf., bei grösseren Anlagen sogar nur auf 0,8 Pf. (unter Zugrundelegung eines Preises von 26 M. pro Tonne Anthrazit). Die Anschaffungskosten für derartige Anlagen stellen sich wie folgt:

eine 18 pferdige Anlage etwa 4500 M.
eine 18 pferdige Anlage, wie sie für den Betrieb einer
grossen Dreschmaschine genügen würde, etwa

7000 „
eine 75 pferdige Anlage, wie sie für den Betrieb eines
elektrischen Pfluges erforderlich ist, etwa

17000 „

Hcp.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: