Titel: Schweissen vermittels Thermit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 1 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi20_1

Schweissen vermittels Thermit.

An dem Postdampfer „Sevilla“ der Hamburg-Amerika-Linie sind in Hamburg mit dem Schweissen des gebrochenen Hinterstevens vermittels Thermit (D. p. J. 1902, Bd. 317, S. 672) recht günstige Erfahrungen gemacht worden.

Der Steven dieses Schiffes war unterhalb des Schraubenloches gebrochen. Nachdem lediglich das Ruder ausgehoben war, wurde das Eisen an der Bruchstelle rotglühend gemacht und mit einem doppelwandigen, enganschliessenden Kasten umgeben, zwischen dessen Wänden sich eine Füllung von Asbest oder Graphit befand. Ein doppelwandiger Trichter, dessen Wände ebenfalls mit Graphit oder Asbest ausgefüllt waren, wurde, dann über der Bruchstelle angebracht, und das in dem Trichter enthaltene, chemisch reineEisen vermittels Termit geschmolzen und durch ein in das untere Ende des Trichters gestossenes Loch in den Formkasten um und durch die Bruchstelle fliessen gelassen.

Nachdem alles abgekühlt war, wurden die Vorkehrungen entfernt, einzelne an der Bruchstelle sitzende Eisenklumpen mit Meissel und Hammer gut abgeschlagen, und eine Durchbohrung der Bruchstelle vorgenommen. Diese ergab, dass alles gut verbunden war.

Die grosse Bedeutung dieses Verfahrens für derartige Reparaturen im Schiffbau ist daran zu erkennen, dass man bisher bei solchen Fällen das Hinterschiff hat aufreissen und den Steven herausnehmen müssen.

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