Titel: Geschwindigkeits-Regulator für Turbinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 1 (S. 333)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi21_1

Geschwindigkeits-Regulator für Turbinen.

Von L. Ribourt. Le Genie civile, 7. März 1903.

Der Apparat, der von dem Ingenieur L. Ribourt erfunden wurde, hat seine Vorzüge bereits in der Praxis bewährt, und zwar nicht nur bei Anlagen mit grossem Gefälle, wo die Regulierung einfacher ist, sondern auch bei schwierigen Verhältnissen, niedrigem Gefälle, geringer Leistung, schwerer Schütze, und sehr schwankendem Kraftbedarf. Auch hier entsprachen die praktischen Ergebnisse den theoretisch berechneten Verhältnissen.

Fig. 1. gibt einen schematischen Querschnitt.

Mit Hilfe einer Rotationspumpe Z, von der Achse der zu regulierenden Turbine aus angetrieben, wird eine Flüssigkeit – Wasser oder Oel – in einer völlig geschlossenen Bahn in stetige Bewegung gesetzt, und zwar nimmt die Pumpe ihren Bedarf aus dem Behälter R, treibt die Flüssigkeit durch die Röhre A zu dem Regulierapparat F und zurück zu dem Behälter R. Der Regulierapparat (Fig. 2) hat den Zweck, die durch Unregelmässigkeiten im Gange der Turbine, und damit auch der Pumpe hervorgerufenen Schwankungen in der Strömungsgeschwindigkeit im vergrösserten Masse in Schwankungen des inneren Druckes umzuwandeln.

Textabbildung Bd. 318, S. 333
Textabbildung Bd. 318, S. 333

Zu diesem Zwecke ist in die konische Ausflussöffnung G ein kleiner Kolben F eingesetzt, der den freien Durchfluss hindert, und zwar um so mehr, je mehr er in die Düse hineingezogen wird. Die Bewegung des Kolbens F erfolgt durch einen zweiten Kolben E, der unter der Wirkung zweier Kräfte steht: einmal des inneren Druckes, der ihn nach oben zu bewegen sucht und dadurch den Widerstand bei F noch vermehrt, und dann der Spannkraft der Feder T, deren Grösse durch die Schraube U zu regulieren ist. Unter der Wirkung des so veränderlichen inneren Druckes steht der Kolben B Fig. 1. Dieser wirkt auf den Verteilungsschieber N des Relais G für den hydraulischen Kolben, der die Schütze betätigt. Um den Ausgangszustand wieder herbeizuführen, wirken die beiden Zahnstangen C und J auf das Getriebe I das in Verbindung mit dem Schieber N steht.

Bei normalem Gang der Turbine wird sich in A ein Druck einstellen, abhängig von der freien Oeffnung, die der Kolben F in G der durchmessenden Flüssigkeit lässt, und von der Federspannung. Jede Aenderung im Gange der Turbine führt eine Aenderung in der Stellung von F herbei, und ändert damit auch die übrigen Verhältnisse. Durch passende Wahl der Umdrehungszahl der Pumpe und der Federspannung kann man für jeden einzelnen Fall erreichen, dass bei geringer Abweichung von der einzustellenden Umdrehungszahl der Turbine beträchtliche Druckänderungen auftreten, und so den Apparat sehr empfindlich gestalten.

Der Apparat kann bei jeder Art von Turbinen angewandt werden.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: