Titel: Praktisches Verfahren zur Herstellung von Holzmodellen für den Guss moderner Schiffsschraubenflügel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 4 (S. 334–335)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi21_4

Praktisches Verfahren zur Herstellung von Holzmodellen für den Guss moderner Schiffsschraubenflügel.

Ueber ein solches Verfahren, das an die gewöhnliche Art der Herstellung von Modellen der Schiffskörper erinnert, berichtet die Zeitschrift „American Machinist“ an Hand der folgenden Skizzen.

Die Figuren 1 und 2 werden auf Grund der vom technischen Bureau gelieferten Schraubenzeichnung angefertigt; in ihnen bedeutet: AA die Mittellinie der Schraubenwelle, BB die Senkrechte dazu durch den Mittelpunkt der Nabe des Flügels, CC die Neigungslinie des Schraubenflügels nach hinten; ferner entsprechen die geneigten Lagen der Schnitte aa, bb, cc und dd dem jeweiligen Steigungswinkel des Flügels.

Denkt man sich nun den Schraubenflügel in einzelne Scheibensegmente parallel BB zerlegt, so kann man mit Hilfe der Fig. 1 und 2 leicht auf den Oberflächen der Segmente No. 1 bis 17 die wirklichen Schnitte durch den Schraubenflügel konstruieren, wie das in Fig. 3 für die Segmente No. 10 und 11 in folgender Weise ausgeführt ist. In dieser Figur wird zunächst die Mittellinie HH senkrecht zur Wellenmittellinie AA auf der Segmentfläche 10 festgelegt, und zwar auf der Seite der Segmentscheibe No. 10, die als Schnitt betrachtet werden soll. Dann wird das in Fig. 4 veranschaulichte Instrument hergestellt, das aus einer Latte und scharf zugespitzten Metallstiften besteht, deren Entfernungen vom ersten Stift links den Abständen der Schnitte aa, bb, cc und dd von der Wellenmitte AA in Fig. 1 entspricht. Mit diesem Instrument werden nun in Fig. 3 um den Schnittpunkt der Wellenmitte mit HH die Kreisbogen aa, bb, cc und dd geschlagen, mit einem Zirkel aus Fig. 2 die Entfernungen von HH bis zur Umhüllungslinie des Schnittes aa auf der Segmentlinie No. 10, bis 1 und 4 (Vorder- und Rückkante der Flügelschneide in dieser Schnittlinie) genommen und in Fig. 3 von HH aus auf dem Bogen aa bis 1 und 4 abgetragen. Das gleiche Verfahren wird für die Schnitte bb und cc durchgeführt, wobei die Punkte 2 und 5, sowie 3 und 6 auf den Bogen bb und cc in Fig. 3 gefunden werden. Legt man darauf durch die Tunkte 1, 2, 3 sowie 4, 5, 6 Latten und zeichnet die Kurven, so sind diese die Vorder- und Rückkante des Flügels in der Schnittfläche des Segments No. 10. Schlägt man dann noch mit der Entfernung von A A bis zur Umhüllungslinie G auf der Schnittlinie No. 10 aus Fig. 1 uni den Schnittpunkt der Wellenmittellinie mit HH in Fig. 3 einen Kreisbogen, so erhält man den Bogen x als oberen Abschluss des Schnittes No. 10 durch den Flügel, während der untere Abschluss mittels der in Fig. 2 gegebenen Schraubennabenkreise gefunden wird.

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Das gleiche Verfahren ist in Fig. 3 für die Schnittfläche des Segments No. 2 durchgeführt. Es werden dabei entsprechend wie vorher die Punkte 7, 8, 9, sowie 10, 11, 12 konstruiert und verwendet.

Textabbildung Bd. 318, S. 335

Es ist klar, dass dieses Verfahren für alle Segmente zur Konstruktion der einzelnen Schnitte angewendet werden kann.

Nimmt man nun vollständig ebene Holzscheiben von der Dicke der einzelnen Segmente, überträgt auf ihre Oberflächen die in Fig. 3 gefundenen Schnittflächen und leimt die Modellbretter entsprechend zusammen, so bleibt für den Modelltischler nur eine leicht zu bewältigende Arbeit, bis das Modell eines modernen Schraubenflügels fertiggestellt ist.

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