Titel: Ein Dampfkochkessel mit liegendem Rührwerk.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 3 (S. 350)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi22_3

Ein Dampfkochkessel mit liegendem Rührwerk.*)

wird in der Chemikerzeitung 1903 No. 6 beschrieben. Bei den bisher für Kochkessel. Abdampfpfannen, Vakuumapparate u. s. w. gebräuchlichen Rührwerken sind die in den Kessel eintauchenden Flügel, Arme, Rührer an einer in der Achse des runden Kessels liegenden Welle angebracht. Hierdurch gerät beim Drehen des Rührwerkes der ganze mehr oder weniger flüssige Inhalt des Kessels in eine kreisende Bewegung. Um jedoch das meist zu geringe Durcheinanderbringen der flüssigen Massen zu erhöhen, hat man sich genötigt gesehen, noch eine Anzahl Vorrichtungen, wie feststehende Gegenarme, Rührflügel mit entgegengesetzter Drehrichtung u.s.w. anzubringen. Hierdurch wird jedoch die Handhabung, Reinigung und Instandhaltung des Apparates entschieden erschwert. Diese Uebelstände will der neue Kochkessel mit liegendem Rührer vermeiden. Der Kessel selbst hat halbkugelförmigen Innenboden und einen Dampfmantel. Die Zuleitung des Dampfes und die Ableitung des Niederschlagwassers geschieht durch biegsame Metallrohre, deren fester Anschluss am Gestell befestigt ist. Die Welle des Rührers, welche durch leicht zugängliche Stopfbüche abgedichtet wird, durchdringt den Kessel in der Achse der Halbkugel. Die Gestaltung der Rührflügel ist eine derartige, dass sowohl die geheizte Bodenfläche vollständig bestrichen wird und auch solche Teile des Inhaltes, welche sich am Boden absetzen wollen, aufgerührt werden. Dieser Kochkessel mit liegendem Rührwerk, welcher übrigens auch als Vakuumverdampfapparat gebaut werden kann, eignet sich zum Einkochen von Extrakten, zum Auflösen und Ankochen von Stärke, Farbestoffen, zum Abdampfen von chemischen Produkten aller Art, überhaupt für alle jene Fälle, bei weichen beim Kochen oder Erhitzen das Anhaften der Massen an den geheizten Wandungen vermieden und durch Bewegung die Verdampfung gesteigert werden soll.

Hcp.

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Von der Firma Gustav Crist & Co. in Berlin zum Patent angemeldet.

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