Titel: Warnungssignal für Bahnübergänge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 2 (S. 416)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi26_2

Warnungssignal für Bahnübergänge.

Eine neue Art von elektrischen Warnungssignalanlagen, die an der unbewachten Niveaukreuzung der westfälischen Kleinbahn mit elektrischem Betriebe, Neuhaus-Senne, mit der eingleisigen Staatsbahn Paderborn-Brackwede, nahe der Station Sennelager, angebracht worden ist, verdient allgemeine Beachtung, weil sie selbsttätig dem Wagenführer der elektrischen Bahn das Herannahen eines Zuges der Staatsbahn nicht nur durch ein Läutewerk, sondern auch durch ein sichtbares Zeichen ankündet. Der Apparat wird ohne Mitwirkung von Menschenkraft unmittelbar durch den herannahenden Zug in Tätigkeit gesetzt. Allerdings ist zum Betriebe einer derartigen Anlage elektrischer Starkstrom nötig, dessen Zuleitung jedoch in der Nähe von Elektrizitätszentralen keiner Schwierigkeit begegnet. Das oben erwähnte Warnungssignal gleicht in der Form vollkommen dem gewöhnlichen Streckenläutewerk, birgt aber in seinem eisernen Mantel einen kleinen, schnelllaufenden Elektromotor, welcher durch Zahnradübertragung und durch Vermittlung von Winkelhebel und Zugdraht den Hammer eines Läutewerkes zum Anschlagen bringt, gleichzeitig treten durch den elektrischen Strom vier Glühlampen, von denen drei in einer grossen Signallaterne angebracht sind, während die vierte auf der Station Sennelager als Kontrollampe dient, in Tätigkeit. Das Motorläutewerk wird durch den herannahenden Zug mittels zwei Kontakten, die etwa 500 m vor und hinter der Kreuzung liegen, eingeschaltet, während ein dritter Kontakt unmittelbar bei dem Bahnübergange eingebaut ist. Beim Befahren des ersten Kontaktes bringt der Zug das Läutewerk zum Ertönen und auf den weissen Scheiben der Laterne leuchtet die Inschrift „Zug kommt“ auf. An der Kreuzung angelangt; schaltet der Zug mittels des zweiten Kontaktes das Läutewerk und die Glühlampen wieder aus, und das Befahren des dritten Kontaktes führt das auf der Station Sennelager aufgestellte Schaltwerk wieder in die Normalstellung zurück. Schaltwerk und Schienenkontakte sind durch eine Drahtleitung verbunden, während die Zuleitung des elektrischen Stromes nach dem Schaltwerk auf Station Sennelager und von diesem nach dem Läutewerk durch eine Kupferdrahtleitung erfolgt. Die ganze Anlage, von der Siemens & Halske Aktiengesellschaft hergestellt, hat sich trotz ihrer Einfachheit bisher bewährt und ihre Einführung für unbewachte Bahnübergänge in der Nähe von grossen Eisenbahnstationen mit elektrischen Zentralen dürfte wesentlich zur Sicherung des Verkehrs beitragen.

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