Titel: Schmiedbarer Guss.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 1 (S. 512)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi32_1

Schmiedbarer Guss.

Friedr. Siemens, London, hat in bezug auf schmiedbaren Guss einen neuen Fortsehritt gemacht, indem er seinen Regenerator-Gasofen „Newform“ zum Schmelzen der verschiedensten Eisensorten anwendet. Das Eisen wird im Ofen eingeschmolzen und alsdann unmittelbar zum sofortigen Ausguss in die Formen abgestochen. Das Verfahren ist somit das gleiche, wie beim Schmelzen im Cupol- oder Tiegeloferi.

Oefen dieser Art wurden eine Zeit lang mit Vorteil bei Urzeugung, verschiedener Sorten schmiedbaren Gusses wie „Pferdestriegel, Holzschrauben, Kettenglieder und kleinere Teile von Baumwollspinnmaschinen“ benutzt; die Vorteile aus der Verwendung- dieser Siemensöfen zu derartigen Zwecken bestehen hauptsachlich darin:

1. Dass gewöhnliche kleinstückige Gaskohlen an Stelle von harten Koks oder gröberen Steinkohlen dabei zur Verwendung kommen können, unter Ersparung von 40-50 v. H. an Brennkosten,

2. dass eine gleichmässigere und höhere Hitze darin erreichbar ist, wodurch ein wärmeres Metall zum Giessen und eine Verminderung an Fehlgüssen ermöglicht wird.

3. dass ein solcher Ofen während 6–12 Monaten benutzbar bleibt, wodurch erheblich an Reparaturkosten erspart wird,

4. dass ein billigeres Roheisen als das raffinierte darin vorteilhaft verwendet werden kann und

5. dass der Herdboden aus Sand hergestellt wird, wodurch Zeit und Kosten erspart werden, denn zu seiner Reparatur genügen wenige Minuten und sie kann sofort nach jeder Hitze durchgeführt werden.

Dr. Leo

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