Titel: Eine neue Kupplung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 3 (S. 526)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi33_3

Eine neue Kupplung.

Textabbildung Bd. 318, S. 526

Fine neue, interessante Kupplung, die in ihrer Konstruktion die Vorteile der Klauenkupplung in Verbindung mit einer Reibungskupplung in geschickter Weise vereinigt, ist im American Machinist vom 28. März 1903 S. 389 beschrieben. Auf dem Ende der treibenden Welle ist die Kupplungshälfte a, auf dem gegenüberliegenden Ende der getriebenen Welle die mit einem Oelbehälter k versehene Kupplungshälfte b festgekeilt. Zwischen den Rändern von b und a wird der Reibungsring c verschoben, der an a vermittels der Schrauben d befestigt ist. Zur Verminderung der Reihung zwischen b und c lässt man aus der als Oelkammer ausgebildeten Scheibe b das Schmiermaterial durch kleine Löcher an die Reibungsfläche gelangen. In zwei Augen der Scheibe a sinddie beiden Kupplungsbolzen h verschiebbar angeordnet und ihnen gegenüber befinden sich in der Scheibe b zwei Löcher, in welche die Bolzen h hineinpassen.

Die Wirkungsweise der Kupplung ist folgende: Angenommen sei zunächst die ausgerückte Stellung, wobei c keinen Reibungsschluss mit b hat und die Bolzen h sich ausserhalb der beiden Löcher von b befinden. Soll eingerückt werden, so wird die Muffe g gegen a verschoben; Punkt i ist dann, solange die Stirnflächen von h auf der Scheibe b gleiten, ohne in die Löcher einzuschnappen, als fester Drehpunkt anzusehen und vermittels des Hebels b und des Daumenhebels e wird der Bolzen d angezogen, wodurch der Ring c mit der Scheibe b in Reibungsschluss gelangt, Die Reibung zwischen b und c wird anfangs nicht gross genug sein, um eine völlige Mitnahme der Scheibe b zu erzielen, es wird also c und somit auch a gegenüber b solange voreilen, bis die Bolzen h in die entsprechenden Löcher von b einschnappen, wodurch eine sichere Kupplung zwischen a und b bewirkt wird. In demselben Moment bewegt sich aber auch der bisher als fest angenommene Drehpunkt i nach a hin, wodurch mit Hilfe der Hebelübertragung f, e und der Feder in c die Reibungskupplung gelöst wird. –

Beim Ausrücken des angetriebenen Wellenstranges wird die Muffe g von a entfernt; die Bolzen h kommen ausser Eingriff mit der Scheibe b, gleichzeitig tritt aber auch vermittels der Hebelübertragung f und c für ganz kurze Zeit der Reibungsring c in Tätigkeit und kuppelt a mit b, bis dass bei weiterem Vorgehen von g der Reibungsschluss zwischen c und b nun auch aufgehoben und die Kupplung gänzlich gelöst ist.

Bei dieser Konstruktion lässt sich also ein sanftes, vollkommen stossfreies Kuppeln der beiden Wellenstränge ermöglichen, weil zunächst die Reibungskupplung die Kraftübertragung einleitet, bis dass ein sicheres Mitnehmen der Scheibe b durch Einschnappen der Bolzen h gewährleistet ist.

Die Kupplung lässt sich nicht allein zum Aus- und Einrücken ganzer Transmissionswellen verwenden, sondern man könnte sie auch als Vorgelege für Werkzeugmaschinen benutzen, indem dann a als Riemscheibe ausgebildet ist und lose auf derselben Welle wie b läuft. Die Kraftübertragung würde dann mittels Riementriebes von a über c bezw. h nach b stattfinden.

A. K.

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