Titel: Separatore Mazza.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 6 (S. 527)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi33_6

Separatore Mazza.

Der Separator „Mazza“ bezweckt die Trennung von Gasgemischen verschiedener Dichtigkeit vermittels der Zentrifugalkraft in derselben Weise, wie vermittels der Zentrifuge die Trennung von Flüssigkeitsmischungen verschiedener Dichte bewirkt wird.

Der in untenstehender Figur dargestellte Apparat besteht aus einer schnell rotierenden Trommel, welche mit Oeffnungen an der äussersten Peripherie versehen ist; diese sollen hauptsächlich den infolge der Zentrifugalkraft sich am weitesten von der Drehachse entfernenden schwereren Grasen den Abzug gestatten, während andere Oeffnungen, welche sich an der Stirnseite der Trommel in beliebig zu wählendem Abstande von der Drehachse befinden, zum Abzüge der leichteren Gase dienen.

Nach den Angaben des Erfinders findet eine merkbare Trennung schon bei solchen Gasgemischen statt, deren Bestandteile nur geringe Dichtigkeitsunterschiede aufweisen, so z.B. bei der atmosphärischen Luft, deren Hauptbestandteile nur einen Dichtigkeitsunterschied von etwa 10 v. H. haben. Es soll nämlich die zentrifugierte Luft bereits dermassen mit Sauerstoff angereichert sein, dass sie zur Besserung der Feuerung von Dampfkesseln angewendet, eine Ersparnis an Kohlen bis zu 23 v. H. ergeben haben soll.

Textabbildung Bd. 318, S. 527

Der Zentrifugierung gewisser Gasgemische stellen sich manchmal Schwierigkeiten entgegen, welche nur durch die Annahme einer gewissen Affinität der Bestandteile zu einander erklärt werden können; so z.B. soll es viel leichter gelingen, die Kohlensäure aus einem Gemisch von gleichen Teilen von Kohlensäure. Sauerstoff und Stickstoffabzuscheiden, als aus einem solchen Gemisch von Kohlensäure, Kohlenoxyd und Stickstoff, woraus auf eine gewisse Affinität zwischen Kohlensäure und Kohlenoxyd geschlossen werden muss.

Der Erfinder verspricht sich auch bedeutsame Umwälzungen in der gesamten Gastechnik von der Anwendung seines Separators, indem hierdurch das Gas nicht nur gereinigt werden kann, sondern auch die bisher schwer zu trennenden Gasgemische in der einfachsten Art den geeignetsten Verwendungszwecken der einzelnen Gase entsprechend getrennt werden können.

Als weitere Anwendung dieses Separators ergibt sich die Trennung und Entfernung der Grubengase aus der Luft der Bergwerke, wodurch schlagende Wetter verhindert werden würden.

Eine der wichtigsten Anwendungen wäre aber die auf die Hochofengase, deren Verwertung in jüngster Zeit in den Vordergrund des Interesses getreten ist. Hierbei wird hauptsachlich die Kohlensäure und, was das Wichtigste ist, der Staub entfernt werden, sodass das zentrifugierte leichtere Gasgemisch zum unmittelbaren Verbrauch in Grasmaschinen verwendbar sein würde.

Alle Anwendungsgebiete dieses Separators hier aufzuzählen würde zu weit führen, doch dürfte, wenn sich die Angaben des Erfinders bestätigen, was durchaus wahrscheinlich ist, dem „Separatore Mazza“ eine glänzende Zukunft bevorstehen.

Durch Hintereinanderschaltung mehrerer solcher Separatoren würde sich wohl auch eine noch weitergehende Trennung der Gase erzielen lassen, sodass das Problem der direkten Sauerstofferzeugung aus der Luft auf diese Weise in einfachster Weise lösbar erscheint.

Dr. K.

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