Titel: Maseras Patent-Arithmometer
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 8 (S. 528)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi33_8

Maseras Patent-Arithmometer

benutzt statt der Zunge ein kontinuirliches Stahlband, welches eine doppelte Teilung enthält und über zwei Rollen neben der festen Skala verschoben werden kann.

Das vorliegende Exemplar enthält nur zwei Skalen, eine festeund eine bewegliche und ist daher in der Hauptsache nur für Multiplikation und Division berechnet.

Indessen lässt sich das Prinzip des endlosen Bandes auch ohne weiteres auf vier Skalen ausdehnen. Die Anbringung einer sin und tg Teilung, sowie einer solchen für die Auffindung von Logarithmen, dürfte aber einige Schwierigkeiten machen, welche nur durch Mitbenutzung der Mitte des endlosen Bandes oder zweier gekuppelter Bänder zu lösen wären.

Die Teilung ist, weil auf Metall ausgeführt, sehr exakt, doch lässt die Trennungslinie beider Teilungen in dem vorliegenden Exemplar noch einige Unregelmässigkeiten erkennen, die sich bei sorgfältiger Ausführung, bei der auch auf noch sanfteren Gang des Bandes Gewicht zu legen wäre, wohl leicht vermeiden lassen würden.

Den Wunsch des Erfinders, sein Arithmometer auch in die Volksschulen eingeführt zu sehen, möchte ich indessen nicht teilen, da das Rechnen in der Schule doch wohl hauptsächlich den pädagogischen Zweck verfolgen soll, das Denkvermögen des Schülers zu schärfen, ein Zweck, der ja leider bei der heutigen Lehrweise schon vielfach verkannt wird, der aber bei Einführung eines mechanischen Rechen mittels vollständig illusorisch werden würde, und die Schüler schliesslich zu Maschinen machen dürfte, die sich über die Vorgänge bei derartigen Rechenoperationen keine Rechenschaft zu geben im Stande wären, und sie daher zur Auffindung neuer Rechenoperationen vollständig unfähig machen würde. Von einem fertigen Gebäude kann das Gerüst getrost abgerissen werden, aber wehe dem, der ein Gebäude ohne Gerüst bauen will.

Dr. K.

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