Titel: Neue Anwendungen der Quecksilberlampen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 2 (S. 703–704)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi44_2

Neue Anwendungen der Quecksilberlampen.

Auf der Jahresversammlung der amerikan. Elekto-Ingenieure in Niagarafalls wurde eine Ausstellung von Cooper Hewitt-Quecksilberlampen1) und Umformern veranstaltet und dabei über neue Anwendungsarten berichtet. Dr. von Recklinghausen führte aus, dass bei der Quecksilberlampe von grosser Wichtigkeit sei, dass die Grösse des Kondensationsraumes, die Weite der Röhre und die Stromstärke in einem ganz bestimmten Verhältnis stehen. Zur Ueberwindung des Widerstandes der negativen Elektrode seien mehrere 1000 Volts nötig, während, wenn die Lampe einmal im Gange ist, der Betrag von wenigen Volts Spannung genüge. Die Lampe sei von grossem Wert für photographische Zwecke, da sie ausserordentlich viel aktinische Strahlen aussende. Durch die Abwesenheit von roten Strahlen eigne sich die Lampe besonders als Beleuchtung bei feinmechanischen Arbeiten, zum Schreiben und Zeichnen. Eine Lampe, die für 3 Ampère gebaut ist, erlösche bei 1,2 Amp., dagegen könnten die Lampen für grosse und für kleine Stromstärken gebaut werden. Die Lebensdauer der Lampen betrage nicht unter 2000 Stunden. Die Lichtstärke nehme langsam ab, da sich das Glas färbe. Die Lampe gehe dadurch zu Grunde, dass Luft in sie eindringe. Für die Lampen müsse ein ganz eigenes Glas Verwendung finden. Bei 120 voltigen Lampen seien 15 Volt in den Elektroden, 20 Volt im Vorschaltewiderstand und 85 Volt in der Lampe. Der Wattverbrauch für die Kerze sei 0,3 Watt, ohne Einrechnung des Vorschaltewiderstandes. Der Gasdruck in der Lampe sei etwa 2 mm.

P. H. Thomas beschrieb den Einphasengleichrichter; die neueste Arbeit von Hewitt. Während beim 3 Phasengleichrichter keine |704| Stromunterbrechung stattfindet, und daher der negative Elektrodenwiderstand beim Betriebe nicht mehr den hohen Anfangswert erreicht, ist beim Emphasengleichrichter bei jeder Periode von neuem der hohe Anfangselektroden widerstand zu überwinden. Cooper Hewitt lässt daher ständig einen Hilfsstrom durch die Lampe fliessen. Thomas beschrieb ferner die Verwendung der Quecksilberdampflampe als Ausschalter für hochgespannten Wechselstrom. In einer Glasröhre sind 2 Elektroden eingeschmolzen, die bei geschlossenem Schalter mit Quecksilber bedeckt sind. Neigt man die Röhre, sodass eine Elektrode aus dem Quecksilber herausragt, so bildet sich ein Quecksilberlichtbogen. Derselbe erlöscht, wenn die Spannung in einer Periode bis auf 14 Volt gesunken ist. Ein Neuentstehen des Flammenbogens ist wegen des hohen negativen Elektrodenwiderstandes ausgeschlossen. Als Vorteile ergeben sich, dass die Kontakte nicht verschmoren können, und dass man leicht grosse Querschnitte erreichen kann.

(Electrical World and Engineer 1903 No. 2).

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D. p. J. 1902. 317. 821.

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