Titel: Ein neues Verfahren zur Untersuchung des Molecularzustandes von eisernen und stählernen Maschinenteilen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 3 (S. 704)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi44_3

Ein neues Verfahren zur Untersuchung des Molecularzustandes von eisernen und stählernen Maschinenteilen.

In No. 1 und 2 von La Energia Eléctrica beschreibt A. Sandaran ein neues Verfahren zur Untersuchung des Molecularzustandes von Lokomotivachsen und anderen eisernen und stählernen Maschinenteilen; dieses Verfahren beruht auf den magnetischen Eigenschaften von Eisen und Stahl und soll im Betriebe entstandene innere Schäden (Anbrüche) an Maschinenteilen aufdecken. Aus den Grundlehren des Magnetismus lässt sich schliessen, dass, wenn ein eiserner oder stählerner Maschinenteil vor Beginn des Betriebes untersucht wird, die graphische Darstellung eines Magnetisierungscyclus ein Bild der magnetischen Eigenschaften des betreifenden Teiles liefert. Sind nun Achsen von Lokomotiven und Eisenbahnwagen, sowie andere Maschinenteile im Betriebe derartigen Erschütterungen und Stössen ausgesetzt, dass sie spröde werden und schliesslich brechen, wobei die Bruchflächen krystallinisches Aussehen zeigen, so werden zu gleicher Zeit die magnetischen Resterscheinungen vermindert. Das Eisen nimmt den normalen Mittelzustand, welcher der beim Versuch auf dasselbe einwirkenden Magnetkraft entspricht, schneller an; mit anderen Worten, seine Hysteresis wird vermindert und der aufsteigende Ast der Induktionskurve weicht kaum von dem absteigenden Ast ab. Aus diesem. Grunde kann man charakteristische Verschiedenheiten zwischen der Magnetisierungskurve einer Achse oder eines anderen Eisenstückes beobachten, die zu verschiedenen Zeiten des Betriebes aufgenommen werden. Die magnetische Untersuchung des betreffenden Stückes soll dann gestatten, auf dessen augenblickliche Sicherheit Schlüsse zu ziehen und festzustellen, ob etwa eine ungewöhnliche Veränderung, wie z.B. ein innerer Bruch, vorgekommen ist.

A. G.

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