Titel: Taschen-Kapnoskop.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1903, Band 318/Miszelle 3 (S. 718–719)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj318/mi318mi45_3

Taschen-Kapnoskop.

Die Frage der Rauch- und Russverhinderungen an industriellen Feuerungen hat immer grössere Bedeutung für die gesamte Technik gewonnen. Einerseits, weil sowohl staatliche und kommunale Behörden ihr auf die Beseitigung dieser für die hygienischen Verhältnisse industriereicher Gegenden sehr nachteiligen Erscheinung des Rauchens der Schornsteine gerichtet haben, andererseits, weil man durch die Arbeiten Buntes an der Heizversuchsstation in München über die Höhe der mit dem Rauchen der Feuerungen verbundenen Brennstoffverluste aufgeklärt wurde. Eine Reihe von Vorrichtungen, die die Verhinderung des Rauchens bezwecken, sind mit mehr oder weniger Erfolg in Anwendung gebracht worden, immerhin bleibt auch heute das beste Mittel zur Rauch Verhinderung oder richtiger Verminderung ein tüchtiger, zuverlässiger Heizer. Da der blosse Augenschein oft nicht ausreicht, die Stärke des Rauches zu beurteilen, ist man dazu übergegangen, Apparate zu konstruieren, die es gestatten ein sicheres Urteil über die Intensität der Rauchentwicklung in einer Feuerung zu gewinnen. Ein Apparat, der diesem Zwecke dient und sich durch Einfachheit empfiehlt, ist das Othosche Taschen-Kapnoskop (Fig. 1 u. 2), dessen Beschreibung wir den Mitteilungen aus der Praxis des Dampfkessel- und Dampfmaschinenbetriebes entnehmen. Es besteht aus einer kreisrunden Scheibe von 80 mm Durchmesser, auf deren einer Seite die erforderliche, physikalisch richtig abgestufte (optische) Skala in 5 Abstufungen aufgetragen ist, während auf der anderen Seite an den zugehörigen Stellen die Rauchstärken angegeben sind. Zur Beurteilung der Rauchstärke einer Feuerung blickt man, indem man die Stellung so wählt, dass das Licht vom Rücken auf den Apparat fällt, durch das in der Mitte der Scheibe befindliche Schauloch nach dem rauchenden Schornstein. Es bedarf dann keiner besonderen Uebung, um die Skalenstufe, der die Rauchentwicklung entspricht, festzustellen. Zur Vermeidung von Verletzungen ist die Scheibe |719| mit einer Schutzhülle von farblosem Celluloid versehen, aus der sie für den gewöhnlichen Gebrauch nicht entfernt zu werden braucht. Für die Praxis dürfte die Einteilung in 5 Abstufungen genügen. Auf jeden Fall erscheint es erwünscht, dem Heizer ein solches Mittel zur Beurteilung der Rauch stärke seiner Feuerung in die Hände zu geben, weil ihm einerseits dadurch die richtige Beurteilung des Zustandes seiner Feuerung erleichtert und andererseits sicher auch sein Interesse daran gehoben wird.

Textabbildung Bd. 318, S. 719
Textabbildung Bd. 318, S. 719

Dr. Hgr.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: