Titel: Kennicott-Wasserreiniger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 2 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi10_2

Kennicott-Wasserreiniger.

Der unter diesem Namen in Amerika besonders bei den grossen Eisenbahngesellschaften verbreitete Wasserreinigungsapparat, der dort in Grössen bis zu 250 cbm Stundenleistung gebaut wird, findet sich in der Zeitschrift Engineering, 10. Dez. 1903, der wir die folgenden Angaben entnehmen, beschrieben. Grosse Zuverlässigkeit bei geringen Ansprüchen an die Bedienung werden als Vorzüge desselben gerühmt. Der in beistehender Figur dargestellte Apparat besteht aus einem zylindrischen Stahlgefäss, auf welchem sich oben eine Plattform mit den nötigen Vorrichtungen zum Mischen und Verteilen der Chemikalien, gewöhnlich Soda und Kalk, befindet. Ebenfalls auf dem oberen Teile des Gefässes befindet sich ein Wasserrad, über welches das harte Wasser zunächst auf seinem Weg zum Reiniger gepumpt wird. In der Mitte des Gefässes sieht man ein sich nach unten konisch erweiterndes Rohr B, in welchem bei neueren Apparaten der in der beigegebenen Figur seitlich gezeichnete Kalksättiger F befestigt ist. In einem besonderen Raume oben auf der erwähnten Plattform findet die Mischung des Rohwassers mit den nötigen Chemikalien statt und die Ausfällung des kesselsteinbildenden Materials. Das Wasser fliesst dann mitsamt dem Niederschlag durch das schon erwähntekonische Rohr B nach unten, wobei sich infolge des wachsenden Querschnittes seine Geschwindigkeit verringert, während die des Niederschlages, der unter der Kraft des Eigengewichts fällt, sich nich in demselben Masse vermindert, so dass eine Trennung stattfindet und der Niederschlag sich in dem konischen Boden des Gefässes sammelt, von wo er von Zeit zu Zeit durch ein Ventil in den Kanal abgelassen wird. Nachdem das Wasser bis zum unteren Ende des Konus herabgeflossen ist, steigt es an dessen äusserer Seite in die Höhe, wobei es durch die Löcher schief gestellter Platten hindurchfliessen muss und die letzten Reste des enthaltenen Niederschlags an diesen zurücklässt. Nachdem es noch durch ein Holzwollefilter gegangen ist, welches sich oben am Apparat befindet, fliesst das gereinigte und geklärte Wasser in das Vorratsgefäss.

Textabbildung Bd. 319, S. 160

Die Regelung der Chemikalienzufuhr erfolgt proportional der Menge des auf den Apparat gepumpten Rohwassers derart, dass der Schwimmer D im Einströmraum des Rohwassers durch Stange und Hebel mit dem beweglichen Ausflussrohr des Chemikalienbehälters gekuppelt ist, und zwar ist die Einrichtung so getroffen, dass die Standhöhe der Reagenzmischung stets gleich der Entfernung des oberen Randes des Rohwassers von der im Boden des Rohwasserbehälters befindlichen Ausflussöffnung ist, so dass beide Flüssigkeiten immer unter demselben Druck ausfliessen.

Dr. Hgr.

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