Titel: Morses Pyrometer,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 4 (S. 224)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi14_4

Morses Pyrometer,

Textabbildung Bd. 319, S. 224

welches im Americ. Machinist vom 14. Nov. 1903 beschrieben wird, dient zur Bestimmung der richtigen Härtungstemperatur des Stahles. Bei diesem Instrument wird der Grad des Glühens des Werkstückes mit dem eines bei bestimmter Spannung und Stromstärke glühenden Kohlefadens einer Glühlampe, verglichen, welche man zwischen Auge und Werkstück bringt. So lange das zu härtende Werkstück noch nicht die gewünschte Temperatur besitzt, erscheint der Kohlenfaden hell auf dunklerem Grunde; wird die Härtungstemperatur überschritten, so erscheint der Kohlefaden dunkel auf hellerem Grunde; bei der richtigen Härtungstemperatur verschwindet der Kohlenfaden gänzlich und man sieht nur eine gleichmässig erleuchtete Fläche. Die Anordnung des Apparates ist aus der beistehenden Figuren ersichtlich. Die Glühlampe b, deren Faden der besseren Sichtbarkeit halber zu einer flachen Spirale gestaltet ist, ist in einen Tubus eingeschlossen, durch welchen man das Werkstück beobachtet.e ist ein Stromzeiger, d ein Regulierwiderstand, c die Stromquelle, welche in den Stromkreis der Glühlampe eingeschaltet sind. Für eine bestimmte Härtungstemperatur ist eine ganz bestimmte Stromstärke erforderlich, welche vermittels des Widerstandes d reguliert werden kann. Da die Härtungstemperatur von Stahl eine relativ niedrige ist, die Glühlampe also nicht überanstrengt wird, so bleibt der Kohlenfaden sehr lange Zeit konstant, so dass die Lampen, welche bereits drei Jahre in fortwährendem Gebrauch sind, noch völlig sichere Ergebnisse liefern sollen.

Das Verfahren dürfte sich hauptsächlich für kohlenstoffreichen Stahl, welcher gegen Temperaturüberschreitungen bei der Härtung sehr empfindlich ist, empfehlen.

Das Instrument wird angefertigt von der Morse Thermo Gage Company in Trumansburg N. Y.

Dr. K.

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