Titel: Sterilisationsfilter von Rojat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 2 (S. 256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi16_2

Sterilisationsfilter von Rojat.

Bei der Verwendung der Filtration zum Sterilisieren von Flüssigkeiten entsteht bald die Aufgabe, die Filtermasse innerhalb ziemlich kurzer Zwischenräume wieder brauchbar zu machen, oder aber sie ganz zu erneuern. Um dies letztere zu vermeiden, wendet der Konstrukteur des in beistehender Figur abgebildeten Apparates, dessen Beschreibung wir der „Revue Industrielle“ entnehmen, die Erhitzung des Filtermaterials auf hohe Temperatur an, um dadurch die durch das Filter zurückgehaltenen Keime zu zerstören. Als Filtermaterial ist die Zellulose gewählt, die infolge ihrer feinen mechanischen Zerteilung und ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis besonders geeignet ist, Bazillen zurückzuhalten. Das Filtermaterial wird nicht in dichter Masse zur Anwendung gebracht, sondern in dünnen Lagen, die grössere Zwischenräume darbieten, und zwar so, dass die Porosität der einzelnen Lagen immer mehr abnimmt, was bei den letzten durch Vermischung der Zellulose mit feinfaserigem Asbest erreicht wird, während hingegen die Dicke der einzelnen Schichten zunimmt. Die Wirkungsweise des Apparates ist die folgende. Das unter Druck ankommende Wasser tritt zunächst durch den Hahn D in den mit Holzkohle gefüllten, in der Mitte des Apparates befindliches Zylinder A ein und durchfliesst dann nacheinander die Filterkränze M, M1 u. M2, um sich schliesslich amäusseren Mantel des Apparates, der wellenförmig gerieft ist, zu sammeln und durch das Ventil N abzufliessen. – Um die Sterilisation der Filtermasse auszuführen, schliesst man Zu- und Abflusshahn des Wassers und erhitzt den unter dem Filter angebrachten Kessel so lange, bis der durch den durchbohrten Doppelkonus F in das Filter eintretende Dampf am Manometer B einen Ueberdruck von 1 Atm. anzeigt. Nach dem Verlauf einer Viertelstunde ist die Sterilisation vollendet. – Um zu frühes Verstopfen der Filtermasse zu verhüten, empfiehlt es sich, das Wasser zunächst durch ein zweites Filter gehen zu lassen, welches aus einer Schicht Holzkohle und einer Schicht Zellulose besteht. Die Wirkungsweise ist ähnlich, wie bei dem vorher beschriebenen Apparat, nur beschränkt sie sich hauptsächlich auf die Entfernung gröberer Verunreinigungen. Die Reinigung der Filtermasse geschieht in diesem Falle dadurch, dass man sie aus dem Apparate herausnimmt und mit reinem Wasser wiederholt abspült.

Textabbildung Bd. 319, S. 256

Dr. Hgr.

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